Herstellung von Kaltmassiv-, Stanz-Biege- und Induktionswerkzeuge. – Bild: WERKZEUG&FORMENBAU

Das Spezialgebiet im Werkzeugbau bei Hilti liegt in der Herstellung etwa von Kaltmassiv-, Stanz- Biege- und Induktionswerkzeuge für die Großserienfertigung von Produkten für die Bauindustrie. – Bild: WERKZEUG&FORMENBAU

| von Melanie Fritsch

Im Benchmark-Wettbewerb „Excellence in Production“ wurde Hilti Ende 2019 mit dem Kategoriesieg im Bereich „Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ ausgezeichnet.

Sich auf die eigene Kernkompetenz zu konzentrieren, das haben sich schon einige Unternehmen aus der Branche zum Ziel gesetzt. Doch nur die wenigstens schaffen es, diesen Strategieansatz auch konsequent im Unternehmen durchzusetzen. Die Werkzeugbauer bei Hilti in Schaan in Liechtenstein gehören derzeit zu den erfolgreichsten Werkzeug- und Formenbauten aus dem deutschsprachigen Raum.

Fokus auf Hightech dank strikter Make-and-Buy-Strategie

Im Werkzeugbau, der bei Hilti insbesondere auf die Produktion von Kaltmassiv-, Stanz-Biege- und Induktionswerkzeuge für die Großserienfertigung von Produkten für die Bauindustrie spezialisiert ist, liegt die Zukaufquote bei rund 50 Prozent. Die Folge einer Make-and-Buy-Strategie, die der Werkzeugbauer seit ein paar Jahren konsequent verfolgt.

Hans-Henning Weisbrich leitete den Werkzeugbau in Schaan von 2016 bis März dieses Jahres und erklärt dazu: „Wir haben unsere Werkzeugfertigung auf den Prüfstand gestellt und fokussieren uns heute nur noch auf die Komponenten, in denen Hightech und Know-how steckt. Deshalb kaufen wir viel zu. 70 Prozent davon klassisch in Zentraleuropa – Deutschland, Österreich und der Schweiz.“

Hans-Henning Weisbrich. - Bild: WERKZEUG&FORMENBAU

Die Werkzeugbauer bei Hilti verfolgen eine konsequente Make-and-Buy-Strategie. Ihren Einkauf wollen sie zunehmend globalisieren.

Hans-Henning Weisbrich, Head of Engineering and Processes Global Manufacturing F&P, Hilti, Schaan in Liechtenstein

Vor gut drei Jahren haben die internen Werkzeugbauer angefangen, ihren Einkauf zu globalisieren. So generieren sie mittlerweile knapp 30 Prozent der Zu­kauf­teile im internationalen Umfeld etwa aus China, Taiwan oder der Türkei. „Wir glauben sogar, dass der Anteil tendenziell noch ein bisschen größer werden kann“, betont Weisbrich.

Bei Hilti in Schaan werden auf einzelautomatisierten Anlangen jährlich ungefähr 8.000 Werkzeugkomponenten gefertigt. Die typischen Werkzeugdimensionen liegen bei bis zu 500 x 300 x 400 Millimeter.

Zwar verfügt Hilti über viele internationale Produktionsstandorte etwa in Taiwan, Mexiko, Indien oder den USA, einen klassischen Werkzeugbau gibt es aber nur an zwei Standorten in Schaan und China. Weisbrich: „Unsere Aufgabe liegt darin, all unsere Produktionsstandorte mit Werkzeugen zu versorgen.“

Betrachtet man nur die Werkzeugfertigung ist der Werkzeugbau in Schaan mit 21 Mitarbeitern und fünf Abzubildenden klein aufgestellt. Ebenso wie der nur 13 Mann große Werkzeugbau in China, den die Experten vor rund sieben Jahren etabliert haben. „Wenn wir eine derart hohe Zukaufquote forcieren, müssen wir auch die Qualität unserer Zulieferer im Griff haben“, sagt Weisbrich. „Wer denkt, er könne sich mal eben einen zuverlässigen Partner aus dem Branchenbuch suchen, liegt falsch. Ich glaube, dass man nicht nur viel Zeit und Energie investieren, sondern auch zwingend vor Ort sein muss, um einen Lieferanten zu finden, der zuverlässig die gewünschte hohe Qualität bietet.“

Hilti - Jury-Urteil*

Die Hilti Gruppe mit 30.000 Mitarbeitenden in über 120 Ländern beliefert die Bauindustrie weltweit­ mit technologisch führenden Produkten, Systemlösungen­, Software und Serviceleistungen. Der Hauptsitz der Hilti Gruppe befindet sich seit der Gründung im Jahr 1941 in Schaan, Liechtenstein. Das Unternehmen ist im Privatbesitz des Martin Hilti Familien Trusts, der die langfristige Weiterführung des Unternehmens sicherstellt­. Die strategische Ausrichtung der Hilti Gruppe basiert auf einer mitarbeiter- und leistungsorientierten Unternehmenskultur sowie dem Ziel, die Kunden zu begeistern. Zur Herstellung der differenzierten Produkte betreibt Hilti ein globales Produktionsnetzwerk. Der interne Werkzeugbau am Hauptsitz der Hilti Gruppe in Schaan besteht seit 1999. Dessen Hauptfokus ist, neben der Sicherstellung der Werkzeugversorgung im Verbund mit der Konzern­forschung und Produktentwicklung, innovative­ Werkzeuge und Fertigungskonzepte zu entwickeln. Zusätzlich zum Standort in Schaan versorgt und unterstützt der Werkzeugbau die internationalen­ Fertigungsstandorte.

*Im Rahmen der Veranstaltung „Werkzeugbau mit Zukunft“ am 13. November 2019 in Aachen

Qualifikationstests für Lieferanten

Mit den ausländischen Standorten unter anderem in China und Taiwan konnten die Werkzeugbauer Kontakte zu ersten Lieferanten herstellen. „Vor rund drei Jahren haben wir mit den Lieferanten einen Qualifikationsprozess durchlaufen. Viele sind für uns nicht in Frage gekommen. Aber wir haben auch Zulieferer gefunden, die wir strategisch weiterentwickeln konnten.“

Bei Hilti herrscht eine hohe Kooper­a­tions­kultur. Die beiden Werkzeugbau­standorte stehen deshalb in enger Absprache wie Weisbrich erzählt: „Wir steuern gemeinsam den Zukauf und die Eigenfertigung unserer Komponenten und überlegen uns, bei welchen Werkzeugen es Sinn macht, sie entsprechend in China oder in Liechtenstein zu fertigen.“ Um das gegenseitige Verständnis und die Kommunikation zu fördern, setzen die Verantwortlichen bei Hilti auf Austausch-Projekte. Dazu tauchen Mitarbeiter aus Liechtenstein für mehrere Monate in den Werkzeugbau in China ein und umgekehrt.

Hilti - Stärken im Überblick

  • konsequente Strategiearbeit
  • globaler und stark vernetzter Werkzeugbauverbund
  • Konzentration auf die Kernkompetenz – Fertigung know-how-trächtiger Komponenten und Zukauf von Standardteilen
  • schneller Fortschritt im Bereich Digitalisierung, additiver Fertigung und weiterer Entwicklungen etwa im Bereich der Prototypenwerkzeuge­
  • große Kompetenz in der 5-Achs-Fräs­bearbeitung
  • wertschätzende und leistungsorientierte Unternehmenskultur
  • Auszahlung von Erfolgsprämien
  • Ausführung von anonymen Mitarbeiterbefragungen mit dem Ziel zur allge­meinen Steigerung der Mitarbeiter­zufriedenheit
  • kontinuierliches globales Unternehmenswachstum

Die Werkzeugbauer aus Liechtenstein mögen den chinesischen Kollegen technologisch an der ein oder anderen Stelle überlegen sein. Für Weisbrich heißt das aber nicht, dass sie selbst nicht auch von den Fähigkeiten und dem Know-how der Asiaten profitieren können: „Ich bin immer wieder über den Pragmatismus und die kreativen Ideen unserer Kollegen erstaunt. Ich denke keinesfalls, dass nur wir unseren asiatischen Kollegen etwas beibringen. Auch wir lernen von ihnen eine Menge dazu. Man muss nur offen dafür sein.“

Offen stehen die Werkzeugbauer auch neuen Herangehensweisen gegenüber. Weisbrich: „Wir haben im Walz- genauso wie im Stanz-Biege-Bereich Werkzeugtechnologien und -geometrien entwickelt, mit denen nur wenige Experten auf der Welt arbeiten.“ Wo andere Mitbewerber im Werkzeugumfeld erodieren oder schleifen setzen die Spezialisten bei Hilti längst auf das 5-Achs-Fräsen. „Werkzeuggeometrien, die hochkomplex und für andere nicht herstellbar sind, können wir flexibel frästechnisch abbilden.“

Profil - Hilti

Produkte: insbesondere Kaltmassivumform-, Stanz-Biege- und Indusktionswerkzeuge, Press- sowie Sinterwerkzeuge

Kunden: Hilti Gruppe

Maschinenpark: Senk- und Drahterodieren, Drehen­, Schleifen, HSC-Fräsen (5-Achs), Polieren, 3D Druck, Koordinaten-Messtechnik, Wärmebehandlung, eigenes Technikum mit 100 Tonnen Versuchspresse

Software: CAD/CAM: NC; ERP: SAP;

Unternehmenssoftware: IK Office;

Simulation: Simuform; Statistik: Qs-Stat

Mitarbeiter: 41 (plus 5 Auszubildende)

Besonderheit: globaler Werkzeugbauverbund mit klarem Fokus auf die Strategie- und Mitarbeiterentwicklung

Die Werkzeugspezialisten sind schon sehr früh in den Produktentwicklungsprozess bei Hilti involviert, was ihnen ermöglicht, hoch innovative Werkzeuge und Fertigungskonzepte zu entwickeln. Ein wesentlicher Punkt, der den Werkzeugbau einen besonderen Status verleiht.

In Schaan verfügt der Werkzeugbau über ein Technikum, das mit einer Versuchspresse mit 100 Tonnen Schließkraft ausgestattet ist. Für die Serienfertigung sind insgesamt 30 Pressen installiert, bei den die Zuhaltekräfte von 30 bis 230 Tonnen variieren. Weisbrich: „Unser Vorteil ist, dass wir aus den Ergebnisse der Serienproduktion Rückschlüsse auf unsere Werkzeuge ziehen und diese wieder in die Produktentwicklung einfließen lassen können.“

Prototypen schnell organisiert

Aufgrund der engen Zusammenarbeit, kennen die Werkzeugmacher die Bedürfnisse der Produktentwickler genau. So ist die Idee entstanden, Prototypenwerkzeuge im Umformbereich innerhalb von zwei Wochen zur Verfügung zu stellen und das zu einem Budget, das nur einen Bruchteil der Kosten eines Serienwerkzeugs ausmacht. „Große Umformwerkzeuge kosten ein Vermögen und bis zur Fertigstellung vergeht enorm viel Zeit“, erklärt Weisbrich. „Auch, wenn viel simuliert werden kann, benötigt es am Ende Hardware. Bei unseren Prototypenwerkzeugen arbeiten wir jetzt mit einem stark modularen Werkzeugaufbau, der sich klar von einem Serienwerkzeug unterscheidet.“

Kategorie „Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ – die weiteren Finalisten: Ensinger, Cham

Teile. - Bild: Ensinger

Das 1966 gegründete Unternehmen Ensinger stellt mit 2.500 Mitarbeitern an 33 Standorten Compounds, Halbzeuge, Composites, Fertig­teile und Profile aus thermoplastischen Kon­struktions- und Hochleistungskunststoffen her. Eingesetzt werden diese Produkte im Maschinen- und Anlagenbau, bei der Erdölgewinnung, in der Automobil- und Luftfahrtindustrie und in der Medizintechnik. Auch in der Lebensmittelindustrie und in der Elektro- und Halb­leitertechnik sind die technischen Lösungen auf Basis thermoplastischer Polymere verbreitet. Ein weiterer Geschäftsbereiche beschäftigen sich mit Produkten zur Wärmedämmung für Fenster, Türen und Fassaden. Der interne Werkzeugbau am 1980 gegründeten Zweigwerk Cham beschäftigt derzeit 19 Mitarbeiter.

www.ensingerplastics.com

Neben diesem neuen Werkzeugsegment haben sich die Werkzeugbauer aus Schaan auch im additiven Umfeld neue Möglichkeiten erschlossen. Sie haben sich konsequent damit auseinandergesetzt, wie sie zusätzliche Funktionen in ein Werkzeug bringen können. „Als wir vor drei Jahren das Ziel äußerten, Werkzeuge zu drucken, hat noch jeder geschmunzelt. Alle waren der Meinung, dass es dafür noch keine passenden Werkstoffe gäbe und, dass das unter keinen Umständen funktionieren könne“, erzählt Weisbrich. „Heute haben wir etwa unsere ersten 3D-gedruckten Induktionswerkzeuge erfolgreich in der Serienfertigung eingesetzt. Neben Kupfer-Werkstoffen für Induktoren liegt der Fokus speziell auf hochfesten Werkstoffen für den Werkzeugbau. Das ist eine echte Besonderheit.“

3D Druck bietet viel Potenzial

Auch die Werkzeugmacher sind sich darüber im Klaren, dass der 3D Druck die traditionellen Technologien nicht ablösen wird. „Aber wir glauben, es ist eine ergänzende Technologie, mit der komplett neue Wege entstehen, die im klassischen Werkzeugbau nicht möglich wären“, erläutert Weisbrich. „Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, gilt es im Engineering anzufangen, und ein anderes Mindset zu entwickeln. Wir müssen uns von den konventionellen Denkweisen lösen und mit unseren Überlegungen auf der grünen Wiese starten. Wir dürfen uns nicht fragen, was wir herstellen können, sondern wir sollten uns überlegen, was wir gerne hätten. Das erfordert schon bei der Werkzeugentwicklung einen komplett anderen Ansatz. Und in diesem Bereich haben wir in den vergangenen Jahren extrem viel dazugelernt.“

Kategorie „Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ – die weiteren Finalisten: Schürholz Stanztechnik, Plettenberg

Werkzeug. - Bild: Schürholz Stanztechnik

Das Unternehmen wurde 1918 in Plettenberg gegründet und beschäftigt zirka 360 Mitarbeiter an vier Standorten. Vom Produzenten gestanzter Unterlegscheiben hat sich Schürholz zu einem­ ­Anbieter anspruchsvoller Präzisionsteile, Baugruppen und Komponenten entwickelt. Als Systemlieferant und flexibler Dienstleister für Komplettlösungen realisiert die Schürholz Gruppe­ Kundenanforderungen über die gesamte Prozesskette hinweg, angefangen bei Prototypen über Klein- bis hin zu Großserien. Zum internationalen Kundenkreis zählen renommierte Hersteller aus Automobil-, Automobilzuliefer-, Elektroindustrie und weiteren Industriezweigen. Entwicklungskompetenz und -unterstützung für Produkte und Prozesse hält die Schürholz Gruppe über einen eigenen Werkzeug- und Proto­typenbau vor.

www.schuerholz-group.com

Einen genauso beeindruckenden Entwicklungsfortschritt haben die Spezialisten in Hinblick auf die Digitalisierung gemacht. Bei Hilti spricht man von einer Digitalisierungsreise, auf der sie sich seit etwa drei Jahren konsequent Strategiethemen zur besseren Vernetzung und Durchgängigkeit widmen. Die Experten verfügen nunmehr über eine rein elektronische Planung und eine vollkommen papierlose Fertigung. Zunächst haben die Werkzeugmacher daran gearbeitet, ihre Prozesse um die eigentliche Werkzeugfertigung herum im gleichen Planungssystem abzubilden. Zusätzlich zu ihrem ERP-System verfügen sie dazu über eine branchenspezifische Planungssoftware.

Klares Digitalisierungsvorhaben

Eine weitere Aufgabe war und ist es, Qualitätsfehler mittels Tablets digital aufzunehmen und einzubinden oder Werkzeugstandzeiten entsprechend digital zu erfassen, um Schlussfolgerungen auf die Produktion ziehen zu können. „Im Moment evaluieren wir verschiedene Softwareanbieter und testen, welche Variante sich zur Standzeiterfassung in der Serienfertigung am besten umsetzen lässt“, so Weisbrich. „Zwar ist der Anfang unserer Digitalisierungsreise gemacht. Dennoch bleiben noch viele Bereiche, an denen wir weiterarbeiten werden.“

Keinen Nachholbedarf weist Hilti im Bereich der Mitarbeiterführung auf. Sie ist ein zentrales Element in der Unternehmenskultur. Da sich die Verantwortlichen eine konsequente Strategiearbeit auf die Fahne geschrieben haben, ist es nur schlüssig, dass auch die Mitarbeiter darin involviert sind. Weisbrich: „Jeder Mitarbeiter weiß, was er zu tun hat und wie das letztlich zur Abteilungs-, Bereichs- und zur Konzernstrategie beiträgt. Wir haben zum Beispiel alle neben einem fixen auch einen großen variablen Gehaltsanteil, der von dem jeweiligen Unternehmens- oder Gruppenerfolg abhängt. Sind wir also erfolgreich, partizipiert auch jeder Mitarbeiter davon. Das ist uns wichtig.“

Hilti nimmt sich viel Zeit, um Mitarbeiter weiterzuentwickeln. „Wir haben einen standardmäßigen Personalentwicklungsplan, in dem wir bei jedem Mitarbeiter regelmäßig auf Stärken schauen und gemeinsam über­legen, wie wir diese weiter ausbauen können“, erklärt Weisbrich. „Damit zeigen wir Perspektiven auf.“

Aber nicht nur Mitarbeiter werden gefördert. Auch die Vorgesetzten müssen sich kontinuierlich gerade in Sachen Führungskompetenz weiterbilden.

„Wir fokussieren uns nur noch auf die Komponenten, in denen Hightech und Know-how steckt. Unsere Zukaufquote liegt bei rund 50 Prozent.“

Hans-Henning Weisbrich, Head of Engineering and Processes Global Manufacturing F&P, Hilti, Schaan in Liechtenstein

Alle ein bis zwei Jahre werden die einzelnen Führungsteams zu einem mehr­tägigen Kultur-Workshop eingeladen, bei der die persönliche Entwicklung und das Menschliche im Fokus steht. „So konsequent machen das nicht viele Unternehmen“, betont Weisbrich. „Das zahlt sich auch aus. Unsere Mitarbeiter sind motiviert und freuen sich, bei Hilti zu arbeiten.“

Was sich ebenfalls positiv auf die Motivation auswirkt, ist die jährliche anonyme Mitarbeiterbefragung, bei der alle mitmachen und direkt Feedback geben können. „Für uns ein ideales Mittel, um ein aktuelles Stimmungsbild zu bekommen. Der Schlüssel ist, dass man anhand dieser Ergebnisse gemeinsam in Workshops erarbeitet, wo es Verbesserungsbedarf gibt und wie dieser umgesetzt werden kann.“

In den vergangenen Jahren ist es Hilti gelungen, jährlich konstant zu wachsen. 2019 hat der Konzern einen Umsatz von 5,9 Milliarden Franken erzielt. Auch für dieses Jahr rechnen die Experten noch mit einem globalen Wachstum im mittleren einstelligen Bereich, wobei Prognosen aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie derzeit schwierg sind. Weisbrich: „Dank unserer strategischen Ausrichtung sind wir mit unseren Produkten global breit aufgestellt, sodass wir regionale Schwankungen gut ausgleichen können.“

Wechsel in der Führungsebene

Die Weichen für die Zukunft sind bei Hilti dank der intensiven Strategie­arbeit gestellt. „Jetzt gilt es, an vereinzelten Punkten noch nachzuschärfen“, sagt Weisbrich. „Seit März hat mein Kollege Florian Wetscher­ meine Funktion im Werkzeugbau übernommen. Auch das ist Teil der Strategie.“ Florian Wetscher ist seit 13 Jahren bei Hilti tätig, zuletzt als Qualitätsmanager für das Werk am Standort in Schaan. „Ich bin mir sicher, dass uns sein neuer Blickwinkel dabei helfen wird, den Standort auf das nächste Level zu heben. Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei.“