24-fach-Spritzgusswerkzeug

Die Werkzeugbauer von Joyson Safety Systems produzieren unter anderem hochkomplexe 24-fach-Spritzgusswerkzeuge auf Konstruktionsbasis des eigens entwickelten Semi Automatic Tool Designs. - Bild: Joyson Safety Systems Aschaffenburg GmbH

Die Durchgängigkeit der Daten und Transparenz der Kostenstrukturen über alle Bereiche hinweg wird immer wichtiger. Nur wer es softwaretechnisch schafft, sich ideal aufzustellen, wird es in Zukunft meistern, den Ansprüchen des digitalen Wandels gerecht zu werden.

Software-Pakete bilden das Rückgrat

Das sehen auch unsere heutigen Kandidaten des Benchmark-Wettbewerbs "Excellence in Production" so. In der Kategorie "interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter" schafften es die Spezialisten von Gealan Fenster-Systeme aus dem oberfränkischen Oberkotzau, Sona AutoComp Germany aus dem nordrhein-westfälischen Remscheid und TE Connectivity aus Wört bei Stuttgart ins Finale. Bei allen bildet ein entsprechendes Softwarepaket das Rückgrat ihres Werkzeugbaus.

Joyson Safety Systems GmbH, Aschaffenburg

Musterhaft dafür stehen etwa die Kategoriesieger von Joyson Safety Systems aus Aschaffenburg in Unterfranken.

Arnd Schüßler
Arnd Schüßler, Werkzeugbauleiter Joyson Safety Systems Aschaffenburg GmbH, Aschaffenburg. - Bild: Joyson Safety

Sie haben es mit einem eigens entwickelten regelbasierten und makrogesteuerten Konstruktionstool nicht nur geschafft, das Know-how ihrer Mitarbeiter im System zu verankern, sondern auch den Konstruktionsaufwand um 30 Prozent zu reduzieren.
Werkzeugbauleiter Arnd Schüßler erklärt: "Gerade in Anbetracht des Facharbeitermangels ist es wichtig, Prozesse so effizient wie möglich zu gestalten." Das Semi-Automatic-Tool-Design (SATD) wird kontinuierlich auf Basis gesammelter Erfahrungswerte einzelner Know-how-Träger aktualisiert. "Das bedeutet, dass unsere Fachkräfte nicht mehr vollständig frei konstruieren, sondern standardisierte Konstruktionsschritte mithilfe intelligenter Parameter automatisch ausgeführt werden", erläutert Schüßler.

Zitat

"In unserem Semi-Automatic-Tool-Design steckt das gesamte Know-how unserer erfahrensten Konstrukteure." Arnd Schüßler

Sehr hoher Standardisierungsgrad

Um eine höchst zeit- und kosteneffektive Arbeit zu ermöglichen, unterliegt der gesamte Werkzeugbau einem sehr hohen Standardisierungsgrad. Neben dem Lead-Werkzeugbau in Deutschland, von dem aus technologische Innovationen gesteuert werden, existiert noch ein Werkzeugbau in Rumänien und ein Werk in Ungarn. Der ungarische Werkzeugbau ist derzeit auf Reparaturen und Wartungen des angeschlossenen Produktionswerks spezialisiert.

Während Rumänien hauptsächlich für die Fertigstellung von Neuwerkzeugen verantwortlich ist, übernehmen die Spezialisten in Aschaffenburg neben der Anfertigung von Neuwerkzeugen das gesamte Änderungsmanagement und das Fit and Finish. Schüßler erklärt: "Damit gewährleisten wir zum einen die absolut störfreie und termingerechte Produktion in Rumänien, und zum anderen sind wir flexibel, was die schwer kalkulierbaren und komplexen Änderungsanfragen unserer OEMs angeht." In Deutschland basiert die Fertigung auf voll automatisierten verfahrenshomogenen Fertigungslinien. Hier wird im Zweischichtbetrieb gearbeitet. In Rumänien findet man das Dreischichtmodell vor und zum Teil einzelautomatisierte Anlagen.

Trotz der klaren Aufgabenverteilung gibt es aber eine enge vernetzte Zusammenarbeit zwischen den beiden Werkzeugbauten. "So können etwa Konstruktionen in Deutschland konzipiert und in Osteuropa zu Ende geführt werden, und die mechanische Bearbeitung wird dann direkt im Anschluss in Aschaffenburg ausgeführt", erläutert Schüßler. "Unser Vorteil ist die hohe Flexibilität, da wir standortübergreifend komplett online arbeiten, mit derselben Datenbank und demselben Server."

Dank des SATD erfolgt die Konstruktion effizient und weniger Know-how-fordernd für den Einzelnen. Der Konstruktionsaufwand ist damit um 30 Prozent gesunken.

Ziel ist ein durchgängiger Datenfluss

Bis Anfang des Jahres nutzten die Spezialisten noch ihre über Jahrzehnte auf Basis von Microsoft Access entwickelte Werkzeugbaudatenbanksoftware. Diese sollte jedoch, um von Anfrage bis Rechnungsstellung einen durchgängigen Datenfluss sicherzustellen, mit IKOffice ersetzt werden. Ein ERP-System, über das die Werkzeugbauer künftig auch ihre Kapazitätenplanung abwickeln werden.