Bild: Cobalt - Fotolia.com

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Erneut stellt der interne Werkzeugbau der Audi AG den Gesamtsieger des Branchenwettbewerbs „Excellence in Production“. Die Ingolstädter, die schon 2004, 2006 und 2011 erfolgreich waren, dürfen sich auch im Jahr 2015 wieder mit dem Titel „Werkzeugbau des Jahres“ schmücken. Während der feierlichen Abendveranstaltung im Rahmen des alljährlichen internationalen Kolloquiums „Werkzeugbau mit Zukunft“ konnte Michael Breme, Leiter des Audi-Werkzeugbaus, den begehrten Pokal im Krönungssaal des Aachener Rathauses vor rund 280 Zuschauern von Vorjahressieger Michael Wiglenda, Global Senior Director im Technical Competence Center Medical Systems bei der Gerresheimer Regensburg GmbH, entgegennehmen.

Als Stärken des Audi-Werkzeugbaus lobte Laudator Michael Wiglenda die herausragende Entwicklung und bereits teilweise Umsetzung einer durchgängigen virtuellen Prozesskette in den Audi-Werkzeugbauten. Auch die Entwicklung eines intelligenten Werkzeugs, das sich selbstständig auf neue Prozesseinflüsse einstellen kann, um den Fertigungsprozess zu stabilisieren, wurde von der Jury sehr positiv aufgenommen. Bestätigt wurde der hervorragende Eindruck von einer klaren Vision und der dazugehörigen Strategie des Werkzeugbaus mit dem Anspruch auf nichts weniger als die „Etablierung des eigenen Werkzeugbaus als bester Werkzeugbau der Welt“.

Komplette Kette der Blechteileherstellung

Die Sparte Werkzeugbau der Audi AG deckt die komplette Kette der Blechteileherstellung von der frühen Design-Beratung über die Erstellung von Karosseriewerkzeugen und den Anlagenbau bis hin zur Inbetriebnahme ab. Die Kernkompetenz liegt in der Herstellung von Werkzeugen zur Fertigung von Pkw-Außenhautteilen mit höchsten Oberflächenanforderungen und schwer zu bearbeitenden Strukturteilen, beispielsweise pressgehärteten Umformteilen. Die Sparte Werkzeugbau wurde im Jahr 1993 gegründet und beliefert sowohl die Audi AG als auch andere Marken des Volkswagen-Konzerns mit Umformwerkzeugen und Fertigungsanlagen. An fünf Standorten – in Ingolstadt, Neckarsulm, Martorell (Spanien), Györ (Ungarn) und Peking (China) – beschäftigt der Audi-Werkzeugbau mehr als 2000 Mitarbeiter.

Das sagt die Redaktion

Wenn Erfolg kein Zufall ist

Die Verantwortlichen um Michael Breme, Leiter Audi-Werkzeugbau, hatten wieder einmal allen Grund zum Jubeln – bereits zum vierten Mal konnte der Audi-Werkzeugbau den begehrten Aachener Award mit nach Hause nehmen. Das ist das Ergebnis harter Arbeit, die insbesondere anfangs durchaus auch mit harten Einschnitten einherging und kontinuierlich wie konsequent über die Jahre fortgesetzt wurde: der Umbau von einer handwerklich ausgerichteten Werkzeugmanufaktur hin zu einem industriellen Werkzeugbau, dessen Mitarbeiter dem Gesamtunternehmen mit Innovationskraft und effizient ausgerichteten Prozessen seine herausgehobene Position im automotiven Premiumsektor erst ermöglichen. Sie sind damit ein Vorreiter und ein stolzes Aushängeschild für die gesamte Branche. Der Audi-Werkzeugbau zeigt zudem mustergültig, was die zukünftige Rolle der Werkzeugbauten ist: Neben perfekten Werkzeugen sind die Unternehmen der Branche immer mehr auch wesentliche Ideengeber für ihre Kunden – für die internen übrigens ebenso wie für die externen. Voraussetzung dafür sind ihre innovativen, sehr gut qualifizierten Mitarbeiter. Sie sind – man kann es nicht oft genug sagen – das wertvollste Kapital der Unternehmen.
Richard Pergler

In der Kategorie „Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter“ zeichnete die Jury als weitere Finalisten außerdem die Phoenix Contact GmbH & Co. KG aus Blomberg sowie den Werkzeugbau der ZF Friedrichshafen AG aus Schweinfurt, Gesamtsieger des Jahres 2012, mit einer Urkunde aus.

Gewinner in der Kategorie „Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“, in der Audi zudem den Kategoriesieg errang, ist die Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH aus Attendorn im Sauerland. Der Kirchhoff-Werkzeugbau besteht seit

EiP alle Sieger

Jeder ein Gewinner: die Sieger und Finalisten im Wettbewerb „Excellence in Production“

1970 und hat sich im Zuge der Zusammenlegung der Standorte Attendorn, Olpe und Iserlohn auf Bauteile für hoch- und höchstfeste Werkstoffe sowie komplexe Umformgeometrien spezialisiert. Die Jury würdigte bei Kirchhoff vor allem die sehr strukturierte Auftragsplanung mit klar definierten Meilensteinen für jeden Fertigungsauftrag auf Baugruppenbasis. In Kombination mit einer sehr guten Visualisierung des Auftragsstatus entsteht eine hohe Prozesstransparenz. Darüber hinaus bewerten die Juroren die klar definierte Zukunftsstrategie als sehr positiv. Als weitere Finalisten in dieser Kategorie wurden die Festo Polymer GmbH aus St. Ingbert, die Hilti Aktiengesellschaft aus Schaan in Liechtenstein und die Huf Tools GmbH aus Velbert ausgezeichnet.

Den Sieg in der Kategorie „Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter“ trägt die Wiro Präzisions-Werkzeugbau GmbH & Co. KG aus Olpe im Sauerland nach Hause, die bereits in den Jahren 2006 und 2008 den Gesamtsieger des Wettbewerbs stellte. Das Familienunternehmen Wiro fertigt technologisch anspruchsvolle Werkzeuge für Schraubkappen, Verschlüsse und Tubenkomponenten und vertreibt diese weltweit mit einem Exportanteil von mehr als 90 Prozent. Die weltweite Präsenz auf Messen und in globalen Produktionsstätten, eine hohe Werkzeugqualität, ein schnelles Ersatzteilmanagement sowie der Aufbau von lokalen Servicepartnern ermöglichen den Erfolg des Unternehmens in Exportmärkten. Zu den Stärken des Unternehmens zählte die Jury das fokussierte Produktspektrum sowie die starke Kundenorientierung und Internationalisierung. Darüber hinaus lobten die Juroren die umfangreiche Automatisierung und Mehrmaschinenbedienung beim Fräsen, Erodieren und Schleifen. Mit einem neuen Geschäftsmodell, das auf komplette Produktionszellen aus Spritzgießmaschine und -werkzeug sowie Qualitätskontrolle der Verschlüsse mit Kamerasystem setzt, ist das Unternehmen am Markt sehr erfolgreich. Als weitere Teilnehmer hatten es die Croner Präzisionsformenbau GmbH aus Sachsen bei Ansbach, die Hanns Engl Werkzeugbau O.H.G aus Bozen in Italien sowie die Wesko GmbH aus Stollberg im Erzgebirge bis ins Finale geschafft.

Trends µ-geau

Neue Chance in diesem Jahr

Auch in diesem Jahr werden sich die besten Werkzeugbau-Unternehmen wieder untereinander messen. Interessenten können sich schon jetzt unter www.excellence-in-production.de registrieren. Alle Teilnehmer erhalten eine individuelle Auswertung über Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale. Das Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« und der Wettbewerb »Excellence in Production« werden von den Unternehmen Hasco Hasenclever GmbH + Co. KG, der Siemens AG, Uddeholms AB sowie der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie GmbH, dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) unterstützt. Als Medienpartner des Wettbewerbs berichten die VDI nachrichten und die Fachzeitschrift werkzeug & formenbau.

Gewinner der Kategorie „Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter“ ist die Meissner AG aus Biedenkopf-Wallau an der Lahn. Die Meissner AG beliefert Automobilhersteller aus aller Welt und ihre Zulieferer mit Werkzeugen zur Herstellung

EiP Gesamtsieger

Werkzeugbau des Jahres 2015 wurde die Audi AG Sparte Werkzeugbau – bereits zum vierten Mal ging der Gesamtsieg an das Audi-Team.
Bilder: Fraunhofer IPT

von Motorblöcken, Zylinderköpfen und anderen Gussteilen. Auch Blasformen für Kraftstoffbehälter und Einfüllrohre sowie Werkzeuge zur Produktion von Fahrzeugauskleidungsteilen aus verschiedensten Materialien gehören zum Programm des Unternehmens.

Mitarbeiter sind mehrheitlich auch die Eigentümer

Das Leistungsspektrum umfasst Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Prototyp- und Serienwerkzeugen. Eine Besonderheit des Unternehmens: Die Aktien der Gesellschaft befinden sich mehrheitlich im Besitz der Mitarbeiter. Die Jury lobte besonders die ausgeprägte Integration des Werkzeugbau-Unternehmens in Kundenprozesse, etwa das Serviceangebot, das auch Rahmenverträge mit OEMs und die Wartung fremder Werkzeuge umfasst. Ebenfalls positiv bewertet wurden die zahlreichen internationalen Kooperationen in den USA, Mexiko und China. Punkten konnte der Werkzeugbau mit seiner hohen Kompetenz in der Werkzeug- und Verfahrenstechnik, die sich auch bei der Beratung zeigt, etwa hinsichtlich der Fertigungsprozesse von Herstellern geblasener Artikel wie Kunststofftanks. Weiterer Finalist in dieser Kategorie war die Fischer GmbH aus Geringswalde in Sachsen.

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