„Wir beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Industrie 4.0 und entwickeln uns immer mehr zum Systemlieferanten für die vernetzte Produktion in der digitalen Fabrik“, so Juliane Hehl, geschäftsführende Gesellschafterin, zum Schwerpunkt, den Arburg auf der Fakuma 2015 setzt. 
Bild: Arburg

„Wir beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Industrie 4.0 und entwickeln uns immer mehr zum Systemlieferanten für die vernetzte Produktion in der digitalen Fabrik“, so Juliane Hehl, geschäftsführende Gesellschafterin, zum Schwerpunkt, den Arburg auf der Fakuma 2015 setzt. Bild: Arburg

Produktionseffiziente Anwendungen zeigen aktuelle Branchentrends. Ein Highlight ist das Individualisieren von Großserienteilen durch Kombination von Spritzgießen und additiver Fertigung inklusive Vernetzung mit Industrie 4.0-Technologien. Innovative Leichtbau-Verfahren, Mehrkomponenten-Spritzgießen, LSR-Verarbeitung und Praxisbeispiele für die Medizin- und Verpackungstechnik sowie eine Mikroproduktionszelle runden den eigenen Messeauftritt ab. Weitere acht Allrounder sind auf Partnerständen zu sehen.

„Wir beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Industrie 4.0. Mit automatisierten Allroundern, dem Freeformer für die additive Fertigung und IT-Lösungen entwickeln wir uns immer mehr zum Fertigungssystemlieferanten für die vernetzte Produktion in der digitalen Fabrik“, betont Juliane Hehl, geschäftsführende Arburg-Gesellschafterin. „In Friedrichshafen werden wir praxisnah zeigen, wie sich Großserienprodukte durch industrielle additive Fertigung mit dem Freeformer individualisieren und teilespezifisch rückverfolgen lassen. Auch die anderen Exponate auf unserem Messestand, von denen jedes einzelne ein Highlight ist, werden die Besucher zum Staunen bringen.“

Kombiniert: Allrounder, Freeformer und Industrie 4.0

Auf der Fakuma sind drei Freeformer zu sehen, die werkzeuglos aus handelsüblichen Kunststoffgranulaten komplexe Bauteile industriell additiv fertigen, spritzgegossene Großserienteile individualisieren und das Thema Industrie 4.0 veranschaulichen.

Besucher des Messestands können z. B. verschiedene Büroscheren zum Unikat machen. Zunächst spritzt dazu ein elektrischer Allrounder 370 E an die Edelstahlklingen Kunststoffgriffe an, auf die im Anschluss ein eigener Code aufgelasert und wahlweise mit Laser oder Freeformer ein individueller 2D- oder 3D-Schriftzug aufgebracht wird.

Ein Multilift V Robot-System legt die Scheren in Werkstückträger ein und schleust sie über ein Förderband aus der Fertigungszelle aus. Ein Scanner prüft dann, ob die Schere direkt an den Besucher ausgegeben oder in einem weiteren Schritt mit dem Freeformer ein 3D-Schriftzug aus Kunststoff additiv aufgebracht werden soll.

Als Premiere präsentiert Arburg auf der Fakuma 2015 im Zusammenspiel mit dem Freeformer erstmals eine sehr flexible Automationslösung: Ein auf einer mobilen Plattform montierter Kuka Sechs-Achs-Roboter „iiwa“ (intelligent industrial work assistant) übernimmt das automatische Be- und Entladen des Freeformers. Neben der Mobilität und damit verbundenen hohen Flexibilität liegt der Clou dieser Automation in der Möglichkeit zur direkten, autonomen Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Auf der Fakuma gibt der Roboter die fertigen, individualisierten 2D- und 3D-Scheren „eigenhändig“ an die Besucher aus.

Als zweites Praxisbeispiel für eine vernetzte Produktion veredelt ein Freeformer in Großserie spritzgegossene Lichtschalter-Wippen mit einer individuellen Symbol-Namens-Kombination. Auch hier wird das Produkt selbst durch einen aufgelaserten Code zum Informationsträger. Alle Komponenten für die vernetzte Produktion kommen aus der Hand des Systemlieferanten Arburg.

Das Arburg Leitrechnersystem ALS dokumentiert lückenlos alle relevanten Prozessparameter und leitet sie an einen Webserver weiter. Über den individuellen Code lässt sich mit mobilen Endgeräten eine Internetseite aufrufen, die alle relevanten Prozessdaten anzeigt. Somit lässt sich jedes einzelne Teil lückenlos rückverfolgen.

Über die Industrie 4.0-Anwendungen hinaus sind alle Exponate auf dem Arburg-Messestand mit ALS vernetzt. Was das für Spritzgießbetriebe optimierte Leitrechnersystem bei der Maschinen- und Betriebsdatenerfassung leistet, können Besucher „live“ auf dem Stand sehen und sich von Experten beraten lassen.

Raffiniert gefertigt: Griffe, Obstkorb und Y-Anschluss

Dass sich hydraulische, hybride und elektrische Allrounder-Spritzgießmaschinen für ein breites Einsatzspektrum eignen, wird auf der Fakuma mit branchenspezifischen Anwendungen demonstriert.

Zum Beispiel fertigt ein hydraulischer Zwei-Komponenten-Allrounder 570 S mit 2.000 kN Schließkraft und Spritzeinheiten der Größen 400 und 170 Griffe für Gartensägen aus 40 Prozent glasfaserverstärktem PP und haptisch ansprechendem TPE. Die Maschine ist mit einer mobilen Roboterzelle komplettiert. Ein kleiner Agilus Sechs-Achs-Roboter, der auf einer weiteren Linearachse quer zur Maschine verfährt, entnimmt die fertigen Griffe, führt sie einer Tamponbedruckung zu und legt sie anschließend auf ein Förderband ab. Die flexible Automation zeichnet sich durch dynamische Bewegungen und schnelle Eingriffe ins Werkzeug aus. Daraus resultieren kurze Zykluszeiten und eine hohe Produktivität.

Speziell für die Anwendungen in der Verpackungsindustrie ist ein hybrider Allrounder 820 H in Packaging-Ausführung ausgelegt. Die Schnellläufer-Maschine mit 3.700 kN Schließkraft und einer Spritzeinheit der Größe 1300 produziert in einer Zykluszeit von rund fünf Sekunden kleine Faltkörbe (175 x 175 x 85 mm) aus PP für Obst. Mit einer Automation der Firma Campetella werden IML-Labels aufgebracht. Die Obstkörbe werden je nach Anforderung zusammengefaltet oder aufgeklappt auf unterschiedlichen Förderbändern abgelegt.

Für den Bereich Medizintechnik ist ein elektrischer Allrounder 470 A mit 1.000 kN Schließkraft zu sehen, der mit einem 8-fach-Werkzeug der Firma Männer Anschlusstücke (Y-Connectoren) für die Infusionstherapie fertigt. Die Zykluszeit beträgt rund 15 Sekunden. Highlight dieser Anwendung ist das seitliche Einspritzen über eine Nadelverschluss¬düse und das Entformen der je 1,1 Gramm schweren PMMA-Spritzlinge von drei Seiten. Das Exponat verfügt über ein verlängertes Förderband mit Tunneleinhausung zur Andockung an den Reinraum. Indem die Maschine und umfangreiche Peripherie außerhalb platziert sind und nur die produzierten sauberen Teile hinein transportiert werden, kann der Reinraum sehr wirtschaftlich betrieben werden. Ein Reinluftmodul mit Ionisierung über der Schließeinheit stellt die notwendige saubere Atmosphäre (Klasse ISO 7) im laufenden Produktionsbetrieb sicher.

Kontakt: Arburg GmbH + Co KG, www.arburg.com
Fakuma Halle A3, Stand 3101