Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie in Russland

Hinzu kommen zahlreiche deutsche Hersteller, die in eigener Regie oder über ihre russischen Vertretungen ausstellen

Der deutsche Gemeinschaftauftritt ist zustande gekommen auf Initiative des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), Frankfurt am Main, und der Messe Düsseldorf, nachdem das Bundeswirtschaftsministerium zuvor die geplante amtliche Gemeinschaftsbeteiligung „aus politischen Gründen“ abgesagt hatte. „Russland ist für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ein sehr wichtiger Markt mit großem Potenzial, obwohl die Aufträge zuletzt massiv eingebrochen sind“, begründet Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, die Verbandsinitiative. „Deshalb ist ein gemeinschaftlicher Messeauftritt auf der mit Abstand wichtigsten Fachmesse Russlands in der aktuell schwierigen Zeit ein starkes Signal. Damit demonstrieren wir unsere verlässliche Partnerschaft und positionieren uns gegen aufkommenden asiatischen Wettbewerb“, so Schäfer weiter. Die Resonanz der Aussteller gibt ihm Recht.

Franz-Xaver Bernhard, Vorstand Vertrieb, Forschung und Entwicklung bei der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG in Gosheim sagt: „Trotz der Einschränkungen aufgrund der verhängten Sanktionen sieht die Hermle AG ihr Engagement auf der Messe in Moskau als Fortführung der langfristig angelegten Vertriebsstrategie.“ Auch Stefan Klebert, CEO der Schuler AG in Göppingen registriert nach wie vor viel Potenzial im russischen Markt. „Unser Auftritt in Moskau zeigt, dass wir auf eine positive Entwicklung dieses Marktes setzen, in dem zurzeit unter anderem unsere hydraulischen Schmiedepressen nachgefragt werden.“ Und Klaus Winkler, Geschäftsführer der Gebr. Heller Maschinenfabrik in Nürtingen, bestätigt: „Trotz der aktuellen Krise und der damit kurzfristig schwer planbaren Aktivitäten betrachten wir die Intensivierung unserer Präsenz im russischen Markt als wichtig und investieren weiter. Dazu gehört selbstverständlich auch die diesjährige Teilnahme an der Metalloobrabotka.“

 

Starke Verwerfungen beim deutschen Export nach Russland befürchtet

Russland führt knapp 90 Prozent seines Bedarfs an Produktionstechnik ein. Mehr als jede fünfte importierte Maschine stammt aus Deutschland. Als größter Lieferant von Werkzeugmaschinen für die russische Industrie hat Deutschland im vergangenen Jahr Maschinen für fast 500 Mio. Euro geliefert. Damit stehen die Deutschen auf Platz 1 der wichtigsten Lieferanten für die russische Industrie, und das seit vielen Jahren. Schäfer wertet dies als einen starken Beweis für den hohen technologischen Anspruch und die Kompetenz russischer Kunden. Das sieht auch Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori Aktienge-sellschaft in Bielefeld, so: „Die Metalloobrabotka ist international ein Branchen-Highlight. Als wichtige Entscheidungsplattform gilt sie zugleich als Indikator für die Nachfrage nach moderner Fertigungstechnik in Russland.“ Schäfer ergänzt: „Der Bedarf an hochwertiger Produktionstechnik in der russischen Industrie ist riesig. Umso bedauerlicher ist es, dass jetzt wertvolle Zeit für die Modernisierung der Betriebe verloren geht. Wir setzen darauf, dass der politische Konflikt so schnell wie möglich beendet und ein Weg zur Normalisierung der Beziehungen gefunden wird“, sagt der VDW-Geschäfts¬führer. Im vergangenen Jahr waren die Bestellungen aus Russland um mehr als die Hälfte eingebrochen. Die Ausfuhren sanken um 6 Prozent. „Im laufenden Jahr werden sich die starken Verwerfungen auch im Export niederschlagen“, prognostiziert Schäfer.

Die Metalloobrabotka 2015 geht am 29. Mai zu Ende. Auf der vorangegangenen Veranstaltung im vergangenen Jahr wurden 30 000 Fachbesucher registriert.

Kontakt: Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V., www.vdw.de