Paketlösung, Fertigungszelle, Lauffer

Dass komplexe Anwendungen mit nachgeordneten Bearbeitungsschritten trotzdem kompakt bleiben können, zeigt die Paketlösung einer Fertigungszelle rund um einen KPA-Pressautomaten von Lauffer zur K-Messe 2019. - Bild: Lauffer

Auf der K 2019 in Düsseldorf - sie findet von 16. bis 23. Oktober statt - zeigt der Spezialist für die Duroplast- und Kunststoffverarbeitung aus Horb neben einer neuen Arburg-Drehtischmaschine des Typs Allrounder 1600 T auch den eigenen Kunststoffpressautomaten KPA 200-630 UK.

Beim KPA 200-630 UK handelt es sich um einen Kunststoffpressautomaten mit 200 Tonnen Presskraft, einem inneren Säulenabstand von 630 mm und von unten zufahrender Schließeinheit. Der KPA ist ein Vollautomat zum Kompressionspressen rieselfähiger Duroplaste wie z. B. Harnstoff und Melamin.
Die Selogica-Steuerung der Maschine kommt von Arburg – ein Beweis für die langjährige, enge Kooperation zwischen Lauffer und dem Maschinenbauer aus Loßburg. Als Steuerungszentrale für komplette Fertigungszellen verfügt sie über Highlights wie eine komplett grafische Ablaufprogrammierung mit direkter Plausibilitätsprüfung nach Eingabe.

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Vielseitiges Maschinenkonzept, jetzt automatisiert

Gerade zur Herstellung dünnwandiger, flächiger Teile mit geringen Spaltmaßen, wie etwa von Lichtschaltern, oder zur Umsetzung hygienisch sensibler Oberflächen wie bei Campinggeschirr, Toilettensitzen oder medizinischem Zubehör, ist die KPA-Pressenfamilie hervorragend geeignet. Hinzu kommen die Vorteile des Materials: Duroplaste weisen hohe Festigkeitswerte und eine gute Fließorientierung auf. Gerade letzteres sorgt für wenig Verzug und geringe Spannungen in den hergestellten Serienteilen. Gleiches Schwundverhalten in alle Richtungen sowie nierige Werkzeugkosten bei gleichzeitig hohen Standzeiten der Formen sind weitere Vorzüge, die diesen Werkstoff zur Verarbeitung auf KPA-Pressautomaten prädestinieren.

Neu: Kuka-Sechs-Achs-Robot in die Produktionszelle integriert

Die auf dem KPA während der K 2019 gefertigten weißen Müslischalen haben ein Teilegewicht von rund 160 Gramm und entstehen in einer Zykluszeit von ca. 70 Sekunden aus Melamin.

Speziell bei Duroplast-Pressteilen muss nach der Entformung oft eine nachgeordnete Entgratung erfolgen, um gebrauchsfertige Artikel entstehen zu lassen. Dieser Arbeitsschritt wird erstmals von einem in die Fertigungszelle integrierten Kuka Sechs-Achs-Robot an einer speziellen Entgratungsstation vorgenommen. Dabei führt der Greiferarm die Schale an einer Bürsteinheit vorbei und glättet die sensiblen Bereiche, bevor die Schüsseln in einem Pufferlager abgestellt werden.
Die gesamte Anlage bleibt aufgrund ihrer innovativen Anordnung sehr kompakt mit wenig Aufstellfläche. Die OPC UA Schnittstellen-Technik weist in Richtung Industrie 4.0: Durch die kompatiblen Steuerungen wird ein Großteil der betrieblichen Anforderungen abgedeckt. Nur sehr spezielle Funktionen müssen individuell auf Siemens-Ebene gelöst werden. Im Endausbau ist auch die Parameterübernahme auf ein Leitrechner-System zur Qualitätskontrolle und -dokumentation sowie auf ein übergeordnetes MES-System zur Produktions- und Auftragsplanung ohne weiteres möglich.

Drehtischmaschine vom Kooperationspartner Arburg

Das zweite auf der K 2019 ausgestellte Exponat ist ein Allrounder 1600 T von Arburg, eine Drehtischmaschine mit Zweikreis-Pumpentechnik T2 für gleichzeitige Bewegungen zum ergonomischen Umspritzen von Einlegeteilen. Trotz des servoelektrsichen, hochpräzise arbeitenden Drehtischs mit 1.600 mm Durchmesser bleibt die Bauweise des Allrounders äußerst kompakt und sorgt so für eine ebenfalls minimale Stellfläche. Bei einer Schließkraft der Maschine von 2000 kN beträgt die Bedienhöhe vom Boden komfortable, hoch ergonomische 950 mm. Die wahlweise einsetzbaren Spritzeinheiten sind von Arburg in verschiedenen Euromap-Größen zwischen 70 und 2100 erhältlich.

Fertigungszelle, Lauffer
Auch hier steht die gesamte Fertigungszelle unter dem Stichwort „Kompakte Automation“. Maschine und Peripherie brauchen nur vergleichsweise wenig Platz, alle Komponenten wurden auf ihren Platzbedarf hin optimiert. Die smarte Selogica-Steuerung erlaubt die Einbindung in übergeordnete QS- und MES-Systeme und damit ein Arbeiten nach den Standards von Industrie 4.0. - Bild: Lauffer

Der Allrounder 1600 T wurde wie seine größeren Varianten speziell zum gleichzeitigen Einlegen und Entnehmen von Artikeln während des Spritzprozesses entwickelt. Die Maschine sorgt mit ihrer technischen Ausstattung für verkürzte Zykluszeiten und damit eine höhere Produktivität. Eine Automatisierung bis hin zur kompletten Turnkey-Anlage ist problemlos machbar, wie die Produktionszelle auf der K-Messe verdeutlicht. Auch in diesem Fall sorgt ein in die Selogica-Maschinensteuerung integrierter Multilift V 15 von Arburg für das Aufnehmen und genaue Platzieren der Stahleinleger im Werkzeug sowie die Entnahme und geordnete Ablage der Fertigteile. Das Robot-System arbeitet vertikal von oben in das Werkzeug und verfügt über eine Traglast von 15 Kilogramm. Die Maschine ist von allen drei Seiten zugänglich und auf der Einlegeseite über einen Lichtvorhang gesichert bedienbar. Maschine und Robot-System werden ebenfalls als komplette Paketlösung zur Fertigung gebrauchsfertiger Spritzteile, auf der K 2019 von Flaschenöffnern, angeboten, um unkompliziert mit „Plug & Play“-Einheiten schnell in die Herstellung einsteigen zu können.

Die linearen Multilift-Robot-Systeme von Arburg mit ihren servo-elektrischen Bewegungsachsen zeichnen sich durch ihre konsequente Modulbauweise und vollständige Integration in die Selogica-Steuerung aus. Durch exakt an die jeweiligen räumlichen Vorgaben und Handhabungsaufgaben anpassbare Vielzahl an Bauweisen und speziellen Ausführungen werden alle Systeme kompakt und einfach einsetzbar. Die spezielle Abstützung und der individuell anpassbare Arbeitsraum erlauben die freie Platzierung und flexible Einbindung aller benötigten Peripherie. Damit sind die Linearroboter von Arburg auch für anspruchsvolle Turnkey-Lösungen geeignet. Die erweiterte Echtzeit-Kommunikation bringt mehr Funktionalität, synchrone Prozessabläufe und schnelle Zyklen. Praxisorientierte Assistenzfunktionen erlauben ein einfaches Einrichten und schnelles Anfahren der gesamten Produktionszelle.

Enge Zusammenarbeit zwischen Arburg und Lauffer

Lauffer arbeitet schon seit mehr als 25 Jahren in enger und bewährter Kooperation mit Arburg zusammen. Im Fall der Drehtischmaschinen werden Spritzeinheiten, Hydraulik und Selogica-Steuerung von Arburg zur Montage bereitgestellt. Maschinenständer, die Schließeinheit, das Schutzkonzept sowie Sonderlösungen werden von Lauffer realisiert. Der Vertrieb der Maschinen läuft vollständig und zentral über Arburg.

Zusammenfassend hält Verkaufsleiter Ulrich Zeller zu den Exponaten von Lauffer auf der K 2019 fest: „In diesem Jahr bewegen wir uns mit unseren beiden Produktionslösungen deutlich in Richtung Automation von Arbeitsabläufen und Industrie 4.0. Der Markt verlangt immer stärker integrierte, kompakte Produktionsanlagen, die Kunden einfach und komfortabel in Richtung automatisierte Herstellung führen. Solche Vorgänge beziehen dabei schon die Materialaufbereitung und -befüllung mit ein, aber auch das Pressen oder Umspritzen von Teilen sowie das nachgeordnete Finish, die Ablage und zusätzlich die gebrauchsfertige Verpackung der produzierten Artikel. In Düsseldorf zeigen wir, wie eine solche automatisierte Zukunft aussehen kann – mit zuverlässigen Komponenten „Made in Germany“, einer kompetenten Beratung und umfassenden Serviceleistungen.“ nh