Hedelius Tilenta Rundtisch

Auf dem integrierten NC-Rundtisch können kleine Teile fünfachsig bearbeitet werden. Für Langteile kann der Tisch überspannt werden. - Bild: Hedelius

Beim Blick in die Maschinenhallen wird die Vielseitigkeit sofort deutlich. Dicht an dicht stehen Laserschneidanlagen, Abkantpressen, Dreh- und Fräsmaschinen, Schweißroboter und einige andere Maschinen, dazwischen Gitterboxen und Paletten mit Roh- und Fertigteilen.

Auch über eine eigene Konstruktion, Qualitätssicherung und Logistik verfügt die Bathon GmbH. "Mein Vater hat den Betrieb vor mehr als 40 Jahren in einer umgebauten Scheune in Mömbris als Werkzeugbau in Nebentätigkeit gegründet", berichtet Stefan Bathon, Geschäftsführer der Bathon GmbH im bayrischen Alzenau, der das Unternehmen vor acht Jahren übernommen und entsprechend weiterentwickelt hat.

Dass das Unternehmen heute so viele unterschiedliche Fertigungstechnologien unter einem Dach vereint, ist den Kunden geschuldet. "Gefordert sind möglichst alle Leistungen aus einer Hand", erklärt Bathon. "Verstärkt wurde das noch während der letzten Wirtschaftskrise. Damals hatte sich eine stärkere Bindung zwischen Kunden und Lieferanten entwickelt, die auch heute noch Bestand hat."

Um den Kunden etwa aus der Pharmaindustrie, dem Fahrzeug- und Sondermaschinenbau oder dem Motorsport gerecht zu werden, ist eine hohe Flexibilität in der Fertigung nötig. Denn jede Branche hat eigene Anforderungen. Verarbeitet werden müssen Werkstücke aus Aluminium, Stahl und Edelstahl sowie Buntmetallen und Kunststoffen in Losgrößen von 1 bis 500 Teilen. Auch ganze Baugruppen, Anlagen und Sondermaschinen werden auf Kundenwunsch gefertigt. Manche Aufträge müssen kurzfristig in zwei bis vier Wochen abgearbeitet werden, andere laufen regelmäßig über sechs Monate. Um die Flexibilität weiter ausbauen zu können, wurde 2015 ein Bearbeitungszentrum von Hedelius angeschafft.

In Vorbereitung auf die Investition wurden Bauteile und Geometrien analysiert, um die passende Maschine für die komplexe Fertigungssituation zu finden. "Wir sind im Bereich der flexiblen Bearbeitung und der Komplettlösung unterwegs, einfache Teile machen wir eher selten", so Bathon. Damit war klar, dass die neue Fräsmaschine äußert unterschiedlichen und anspruchsvollen Herausforderungen gewachsen sein musste.

Stefan Bathon
Seit acht Jahren führt Geschäftsführer Stefan Bathon das Familienunternehmen. 2015 investierte er in eine Tiltenta 7-2600 von Hedelius. - Bild: Hedelius

Ganz wichtig für die Entscheidung zugunsten eines Herstellers war aber ein integriertes Nullpunkt-Spannsystem. "Wir wollten eine spezielle Tischkonstruktion mit integrierten Schunk-Spanntöpfen, da wir die auch in den anderen Maschinen haben. Das hätte nicht jeder für uns gemacht und wollte auch nicht jeder für uns machen", erzählt Bathon. "Hedelius hat es in Angriff genommen und auf einem Tiltenta-7-2600 Schwenkspindel-Bearbeitungszentrum die Spanntöpfe integriert. " Alle vorhandenen Spannmittel können so weiter auf allen Maschinen gleichermaßen eingesetzt werden.

Punkten konnte der Werkzeugmaschinenhersteller aus Meppen auch beim Werkzeugmagazin. Neben dem Standardmagazin hatte Bathon ein zusätzliches Standby-Magazin mit 180 Werkzeugen und Kegelreinigungsstation geordert, so dass bis zu 213 Werkzeuge schnell und einfach verfügbar sind. Das Zusammenspiel des Nullpunkt-Spannsystems und des großen Werkzeugmagazins machen die T7-2600 enorm flexibel und senken Rüstzeiten und damit Kosten deutlich.

Hochgenaue Bauteile sind bei Bathon zwar nicht die Regel. Wenn allerdings Präzision gefragt ist, wie bei Motorsportteilen, dann kann die Fräsmaschine von Hedelius liefern. Die Genauigkeit ist verlässlich vorhanden, ein Hundertstel – und das ist die gängige Toleranz – ist kein Problem.

Trends µ-genau

5-Achs-Bearbeitungszentrum Tiltenta 7-2600
Die Hedelius Tiltenta 7-2600 ist ein vielseitiges Bearbeitungszentrum zur 5-Achs-Bearbeitung schwerer Werkstücke, das der T-Baureihe von Hedelius entstammt. Die CNC-Fräsmaschine mit schwenkbarer Hauptspindel verfügt über einen integrierten NC-Rundtisch mit hoher Tischbelastung. Sie ermöglicht eine 5-Achs-Bearbeitung im Pendelbetrieb – eine Trennwand für den Arbeitsraum ist optional verfügbar. Die Maschine verfügt über einen schnellen Werkzeugwechsler. Die Hauptspindel der Tiltenta-7-Reihe ist stufenlos schwenkbar. So lassen sich auch lange und schwere Werkstücke ebenso einfach und genau bearbeiten wie die sonst typischen 5-Achsen-Werkstücke. Der hochbelastbare Maschinentisch und die schwenkbare Spindel erlauben eine präzise und kraftvolle Stirnseitenbearbeitung von längeren Werkstücken.

Mit Verfahrwegen in X, Y, Z von 2600 x 750 x 695 mm ist die T7-2600 die größte Fräsmaschine im Maschinenpark bei Bathon und wird wie erwartet sehr individuell eingesetzt. "Die Maschine ist einfach extrem flexibel. Vom kleinen 5-Achs-Teil bis zur langen Leiste oder Aluminium-Grundplatte bearbeiten wir auf der T7 alles. Es ist wichtig, auf so eine Maschine zurückgreifen zu können" betont Bathon.

Die Maschine verfügt über eine Heidenhain-Steuerung und eine Arbeitsraumtrennwand. Die kompakten Aufstellmaße und der einfache Zugang zum Arbeitsraum, insbesondere zu den Pneumatikanschlüssen des Nullpunkt-Spannsystems, sind weitere Pluspunkte des Hedelius-Maschinenkonzepts.

Neben den technischen Anforderungen und Vorteilen stimmen auch die weiteren Rahmenbedingungen. "Wir wollten als Maschinenpartner lieber ein überschaubares Familienunternehmen mit direktem Kontakt, bei dem wir davon ausgehen können, dass es noch lange existiert", sagt Bathon. "Nach einem Referenzbesuch und einem Werksbesuch in Meppen war für uns klar, dass Hedelius der richtige Partner ist – und diese Meinung hat sich bis heute, rund vier Jahre nach dem Kauf, weiter gefestigt." vg