Schröter baut Modelle aus verschiedensten Werkstoffen von Aluminium über Kunststoffe, Blockma­terialien, Styropor und Schäume bis zu CFK und Holz.
Bilder: Heidenhain

Schröter baut Modelle aus verschiedensten Werkstoffen von Aluminium über Kunststoffe, Blockma­terialien, Styropor und Schäume bis zu CFK und Holz. Bilder: Heidenhain

 

Im Münchner Südosten fertigt die Schröter Modell- und Formenbau GmbH Prototypen, die Visionen von Designern Realität werden lassen. Perfekte Showcars, wie sie sich die Vorstände der Automobilindustrie wünschen. Schröter setzt auf leistungsfähige Technik: Heidenhain iTNC 530-Steuerungen bewegen die großen Hochgeschwindigkeits-Portalfräszentren von F. Zimmermann. Die schwäbischen Werkzeugmaschinen eignen sich bestens für den Modell- und Formenbau. Optimale Voraussetzungen für Schröter, um die hohen und oft dynamischen Ansprüche seiner Kunden zu erfüllen.

Schröter baut seine Modelle aus den verschiedensten Materialien: von Aluminium über die unterschiedlichsten Kunststoffe, Blockmaterialien, Styropor und Schäume bis zu CFK und Holz ist alles vertreten. Denn Modell ist nicht gleich Modell. Die Einsatzzwecke variieren vom ersten Designmodell über Clay-Modelle – im Windkanal wieder und wieder optimiert – bis zu Cubing-Modellen, die serienbegleitend als Prüfmittel eingesetzt werden.

Abgestimmte und durchgängige Prozesskette

Heidenhain-TNC-Steuerung

Heidenhain-TNC-Steuerungen: passende Funktionen für den Modell- und Formenbau.

Geschäftsführer Maximilian Lörzel legt höchsten Wert auf eine abgestimmte Prozesskette von Konstruktion über Programmgenerierung bis zum Einspielen auf die Steuerung. Dabei gelingt die Integration der Heidenhain-Steuerung in den Gesamtprozess reibungslos. Große 1:1-Modelle produziert Schröter auf seiner neuesten FZ37 mit 800 x 3500 mm Verfahrweg. Das kann schon mal bis zu 80 h Fräszeit beanspruchen. Nahtlose Integration beweist die iTNC 530 mit ihrer besonderen Anbindung: Die Ethernet-Datenschnittstelle überträgt auch mächtige 3D-Programme extrem schnell, und die Bearbeitung kann bereits beginnen, wenn die Datenübertragung noch läuft.

Trends µ-genau

Softwareschnittstelle Heidenhain DNC und RemoTools SDK

Heidenhain bietet alle Voraussetzungen, um die Kommunikation weiterzutreiben. Mit der Softwareschnittstelle RemoTools SDK ist es möglich, Interaktion zu steuern. Diese offene Schnittstelle bietet weitreichende Möglichkeiten für Software-Applikationen, beispielsweise über einen Windows-Server Events an den Maschinenbediener zu senden. So erhält er eine WhatsApp- oder SMS-Nachricht und weiß, wann der Werkzeugwechsel erforderlich ist. Die Heidenhain-Steuerung ist mit der DNC-Schnittstelle (Option 18) somit bereits für die zukünftigen Anforderungen im Hinblick auf eine intelligente Vernetzung – Stichwort Industrie 4.0 – bestens gerüstet. Mögliche Einsatzgebiete:

  • Kommunikation mit Maschinen und Betriebsdaten-Erfassungssystemen (MDE/BDE)
  • Anbindung an übergeordnete ERP/MES-Systeme
  • Steigerung der Prozesssicherheit und Anlagenverfügbarkeit
  • Kommunikation mit Meldesystemen, die Events der laufenden Bearbeitung etwa an Smartphones senden

„Wenn ich an der Steuerung etwas ändere, funktioniert das schnell und einfach“, bestätigt Martin Geisler, Modellbauer bei Schröter Modellbau. Genauso wird die Abstimmung im gesamten Prozess vereinfacht, indem der Postprozessor das NC-Programm im Klartext mit Heidenhain-Zyklen ausgibt. Auch organisatorisch optimiert Geschäftsführer Lörzel den Prozess. Jeder Mitarbeiter hat die Verantwortung für ein komplettes Modell von der CAD/CAM-Konstruktion bis zum Fräsen an der Maschine.

Konsequent F.Zimmermann und Heidenhain

Maximilian Lörzel und Martin Geisler, Schröter

„Mit der Kombination aus CAM-System, Zimmermann-Fräsmaschinen und Heidenhain-Steuerungen sind wir bestens gerüstet.“
Geschäftsführer Maximilian Lörzel (re.) und Martin Geisler

Seit den Anfängen setzt Schröter Modellbau auf F. Zimmermann. Gleich zwei neue Hochgeschwindigkeitsportalfräszentren füllen die erweiterte Halle. „Die Allroundfähigkeit dieser Maschinen, kombiniert mit der tollen Dynamik und der sehr guten Verfügbarkeit, ist für uns ideal“, erklärt Lörzel. F. Zimmermann stimmt jede Maschine auf die jeweiligen Anwenderwünsche ab. Das gelingt auch dank der Eigenentwicklung der Fräsköpfe.

Bei dem extremen Zeitdruck ist die Simulation des NC-Programms Pflicht. Geisler spielt zwar am CAM-Simulator alles durch. „Aber meine Lieblingsfunktion ist der Programmtest direkt an der Heidenhain“, verrät er. „Das sind nur ein paar Klicks – ist aber enorm wichtig für unsere Arbeitsplanung.“ Denn nur die Steuerung kennt die tatsächliche Fertigungsdauer.

Viel Fingerspitzengefühl verlangt die Nachbearbeitung der 1:1-Modelle. Bei Clay-Modellen wird ein Ton-Wachs-Gemisch warm auf die Oberfläche aufgebracht, um die Karosserie aerodynamisch zu optimieren. Aufgabe von Schröter ist, die optimierte Kontur nachzufräsen. „Dazu benutzen wir gern die Funktion Globale Programmeinstellungen GS der iTNC 530 in Verbindung mit der Handradüberlagerung“, sagt Key-User Geisler. Die Funktion verrechnet ein konstantes Aufmaß über die ganze Bearbeitung, so muss das NC-Programm nicht erneut generiert werden.

Ein weiterer Aspekt: „Das Material kann sich verziehen, und dann ist der Fräser nicht mehr da, wo er vorher war“, erläutert Geisler. Per Handrad stellt er etwa die Stellung des Fräswerkzeugs nach. Die Steuerung überlagert automatisch diese Korrektur mit der programmierten Bahn.

Schroeter Gesamtprozess

Ein Mitarbeiter für den Gesamtprozess: Martin Geisler bereitet im CAD/CAM-System das Modell für die Fertigung vor, generiert das NC-Programm und steht später dann auch an der Maschine. Für ihn beim Einrichten unverzichtbar: das Heidenhain-Handrad HR 520.

Bei fertigungsbegleitenden Modellen zum Prüfen von Komponenten in der Serie kommt es auf hochgenaue Oberflächen an. Die Heidenhain iTNC 530 sorgt dafür mit präziser Bewegungsführung, die auch eine ungünstige Punkteverteilung des CAM-generierten NC-Programms glättet. Zusätzlich kann der Anwender mit der internen Funktion Zyklus 32 Konturabweichungen steuern und das optimale Verhältnis von Geschwindigkeit und Genauigkeit austarieren.

„Die Automobilbranche mit ihren streng getakteten Prozessen wird auch in Zukunft unsere Hauptbranche bleiben“, ist sich Lörzel sicher. Für einen Zulieferer sind die automobiltypischen Produktzyklen bei gleichzeitig steigender Anzahl an Modellvarianten die große Herausforderung. Flexibilität und Schnelligkeit kann er nur bieten, wenn er sich auf die Fertigungstechnik verlassen kann. „Mit der Kombination aus CAM-System, Zimmermann-Fräsmaschinen und Heidenhain-Steuerungen sind wir bestens gerüstet“, erklärt er. „Von Seiten der Technik hält uns nichts auf.“

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