| von Richard Pergler
Franz Tschacha
"Als ob man mit einer Kerze die andere anzündet – man verliert nichts, aber gemeinsam hat man mehr Licht." - Bild: Deckerform

Was ist die Voraussetzung für solch eine Kooperation?

Für Kooperationen gibt es unterschiedliche Ansätze. Für alle ist ein hoher Grad an Transparenz und Offenheit die Grundlage. Wir haben inzwischen Partner gefunden, mit denen wir da sehr weit gehen können. Wir tauschen inzwischen Leute aus. Ich schicke dem Partner Konstrukteure, Programmierer, Monteure ins Haus. Aber dafür kommen von ihm auch welche zu mir. So können wir voneinander lernen. Wir zeigen denen alles – unsere Stärken, aber auch unsere Schwächen. Meine Erfahrung ist so, als ob man mit der eigenen Kerze eine andere Kerze anzündet – man verliert nichts, aber gemeinsam bekommt man mehr Licht.

Wie kann man solch eine Kooperation ausgestalten?

Das kann sehr weitreichend sein – man kann sich zum Beispiel spezialisieren und die Aufgaben teilen, so dass man wie ein einziges Unternehmen agiert, da lassen sich die eigenen Kernkompetenzen schärfen und in der Partnerschaft sinnvoll bündeln. Aber auch schon kleinere Schritte versprechen Vorteile. Wir haben beispielsweise einem Partner unsere Normteilebibliothek zur Verfügung gestellt, die wir selbst in jahrelanger Arbeit erstellt haben. Dafür konnten wir uns wertvolle Impulse aus seiner Elektrodenfertigung holen. So profitieren wir gleichermaßen voneinander. Der Austausch auf Mitarbeiterebene bringt zudem einen hohen Lerneffekt auf beiden Seiten.

Sie öffnen sich da ja sehr weit ...

Ja. Und es ist wichtig, dass man auch die eigenen Mitarbeiter mit auf diesen Weg nimmt und erklärt, was wir tun und warum. Dass wir beispielsweise die Normteilebibliothek "einfach so" weggeben, hat im ersten Moment schon für Irritationen gesorgt, da steckt ja viel Mühe drin. Aber inzwischen ist klar, dass das keine Einbahnstraße ist und auch wir von unserem Partner signifikant profitiern. Zudem hat auch der Austausch der Mitarbeiter zwischen den Unternehmen sehr zur Akzeptanz beigetragen. Das wollen wir noch ausweiten.

Haben Sie keine Angst, dass Sie ein "Partner" nur ausnutzt?

Nein. Klar, man muss seine Partner sorgfältig aussuchen. Und ja, es kann sein, dass man Lehrgeld bezahlen muss und an den Falschen gerät. Das kann einem aber überall passieren – bei Kunden, Lieferanten ... eine hundertprozentige Sicherheit hat man nie. Aber wenn ein Partner nur nimmt und nicht gibt oder das Ganze nicht halbwegs ausgeglichen ist, fällt das ja sehr schnell auf. Wer sich nicht partnerschaftlich verhält, vergibt die Chance darauf, nachhaltig von einer Partnerschaft zu profitieren, da er vom betrogenen Partner sicher keine Information mehr bekommt. Und wohl auch von niemand anderem aus der Branche.

Wen sucht man als Partner – möglichst ähnliche Unternehmen?

Im Prinzip spielt das bei Kooperationen keine allzu große Rolle. Auch wenn die technologischen Problemstellungen der Partner stark voneinander abweichen, gewisse Grundstrukturen, Herausforderungen und Problemstellungen sind doch die gleichen. Und so kann man trotzdem sehr viel vom anderen lernen. Deshalb sind Kooperationen auch unter ungleichen Partnern durchaus sinnvoll. rs

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