„Für uns als Premium-
Hersteller gilt: Keine Abstriche an der Qualität!“
Reiner Hammerl, 
Geschäftsführer Vertrieb 
bei Index und Traub

„Für uns als Premium- Hersteller gilt: Keine Abstriche an der Qualität!“ Reiner Hammerl, Geschäftsführer Vertrieb bei Index und Traub

Herr Hammerl, für mehrere Baureihen bei Index, aber auch bei Traub gibt es jetzt sogenannte Paketmaschinen. Was muss man sich darunter vorstellen?
Reiner Hammerl: Als Paketmaschinen bezeichnen wir Modelle, die wir einrichtbereit vorkonfiguriert haben. Wir haben dafür Drehmaschinen aus unterschiedlichen Baureihen sowohl von Traub als auch von Index ausgewählt, die wir mit sinnvollen Optionen aus unserem Baukasten ausgestattet haben. Sie sollen so ein möglichst großes Portfolio an zu bearbeitenden Teilen zu wirtschaftlichen Kosten abdecken können und damit für einen breiten Kreis an Anwendern interessant sein. Für den Anwender entstehen so interessante Vorteilspakete mit leistungsfähigen Maschinen zu einem attraktiven Preis …

… so wie beispielsweise ein Autohaus, das Kunden mit Sondermodellen lockt?
Reiner Hammerl: Nun, das Prinzip, das dahintersteckt, ist im Grunde tatsächlich ähnlich. Unsere Kunden bekommen von uns ein Paket mit sinnvollen Bearbeitungsoptionen, das für viele ihrer Teile direkt einsetzbar ist. Sie erwerben eine sehr gute Maschine in der von uns gewohnten Qualität mit einem hohen Ausstattungsniveau. Und das zu einem Preis, der deutlich unter dem liegt, was für ein vergleichbar ausgestatteten Modell aus unserem regulären Programm zu bezahlen wäre. Eine Maschine, die mit ihrer Ausstattung all das vollumfänglich abdeckt, was ein Großteil unserer Anwender für die Bearbeitung seines jeweiligen Werkstückspektrums benötigt.

Klingt interessant – aber wo ist für den Anwender bei diesen An­geboten der Haken?
Reiner Hammerl: An der vorgegebenen Konfiguration der Paketmaschinen lassen sich außer einigen Zubehöroptionen keine zusätzlichen kundenspezifischen Wünsche umsetzen. Hierfür gibt es aber natürlich weiterhin unsere aus dem Baukasten frei konfigurierbaren Maschinen. Wer den günstigen Preis haben will, muss die Maschine so nehmen, wie sie als Paket angeboten wird. Zum Festpreis, der auch nicht mehr verhandelbar ist. Und auch das Engineering für Werkstückeinrichtungen ist auf ein sinnvolles, aber knapp bemessenes Paket festgelegt – so belegen wir etwa für den Anwender die Machbarkeit eines Teils anhand einer Referenzmaschine, aber wir richten bei diesem Paket nicht die eigentliche Kundenmaschine ein.

Wie erreichen Sie den günstigeren Preis – machen Sie da auch Abstriche an der Qualität?
Reiner Hammerl: Das, Herr Pergler, kommt für uns überhaupt nicht in Frage – an der Qualität wollen und dürfen wir keine Abstriche machen. Das sind wir unseren Kunden, aber auch unseren eigenen Ansprüchen schuldig. Nein, in unseren Paketmaschinen kommen ausschließlich jene Teile und Komponenten zum Einsatz, die auch für die frei konfigurierbaren Baukastenmaschinen verwendet werden. Da fertigen wir alle qualitätsbestimmenden Baugruppen selbst.

Sie verwenden also für Ihre Paketmaschinen keine billigeren Komponenten …
Reiner Hammerl: … ganz entschieden: Nein! Index und Traub sind Premiummarken. Da muss sich der Anwender auch darauf verlassen können, dass nur hochwertige Komponenten verbaut werden.

Wo sparen Sie dann ein?
Reiner Hammerl: Wir haben unsere Fertigung entsprechend umgestellt – wir arbeiten in einer Fließfertigung. Das bedeutet, dass wir heute Paketmaschinen ohne konkreten Kundenauftrag bauen – quasi kundenneutrale Lagermaschinen. Das senkt auch die Lieferzeiten bei diesen Maschinen beträchtlich. Zudem können wir so unsere Kapazitäten besser auslasten, wir haben damit eine gewisse Konstanz in unsere Fertigung gebracht. In der Taktfertigung sind die Arbeitsgänge standardisiert, die Maschinen werden in 18 Takten gebaut. Auch das organisatorische Umfeld konnte für die Paketmaschinen deutlich reduziert werden. Da die Ausstattungen der jeweiligen Type immer gleich sind, entfallen von der technischen Klärung bis zur Auftragsabwicklung viele administrative Arbeiten.

Heißt das, dass die Mitarbeiter sich auf einen Takt spezialisieren und an jeder Maschine nur eine bestimmte Aufgabe übernehmen?
Reiner Hammerl: Nein, es handelt sich dabei nicht um die klassische Arbeitsteilung wie beim Fließband. Jede Maschine wird bei uns von einem festen Team aufgebaut, das sie über die einzelnen Takte begleitet. Jeder Mitarbeiter ist dabei

Traub Paketmaschine

Auch bei den Traub-Baureihen sorgen Paketmaschinen für interessante Preisvorteile.
Bilder: werkzeug&formenbau, Index/Traub

auch für seine Maschine verantwortlich. Das ergibt eine hohe Flexibilität und zudem auch eine sehr starke Identifikation der Mitarbeiter mit dem Produkt. Da ist Qualität dann auch Ehrensache. Und es ist zudem eine sehr wirtschaftliche und rationelle Art der Fertigung.

Das heißt, das Gros der Ersparnis liegt in der Umstellung auf eine weitestgehend standardisierte Fertigung?
Reiner Hammerl: Zu einem Teil trifft das zu. Der andere Teil der Einsparungen betrifft Skaleneffekte beim Einkauf – die entstanden, da wir Bestellungen optimieren konnten und insbesondere im Bereich der Antriebs- und Steuerungstechnik zusammen mit unseren Lieferanten noch Kostenpotenziale heben konnten.

Und wieviel kommt von dieser Einsparung letztlich noch beim An­wender an?
Reiner Hammerl: Wir haben die Einsparung zu 100 Prozent an die Anwender weitergegeben. In Summe resultieren aus den ­Rationalisierungs- und Standardisierungseffekten bei unserer Fertigung und im Einkauf sowie organisatorischen Einsparungen Kosteneffekte gegenüber vergleichbar ausgestatteten frei konfigurierten Maschinen von 10 Prozent und mehr – abhängig jeweils vom Modell. Damit werden Traub- und Index-Maschinen auch für ein breiteres Anwenderspektrum interessant.

Bisher wurden bei Ihnen Maschinen erst bei Bestellung gebaut – exakt maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders. Ist damit jetzt Schluss?
Reiner Hammerl: Nein, keineswegs. Wir fertigen nach wie vor maßgeschneidert für unsere Anwender, wenn das gefordert ist. Auch diese Maschinen laufen weitestgehend über die Taktstraße, müssen aber bei den Optionen, die nicht den Vorteilspaketen entsprechen, mit höherem organisatorischem Aufwand gesteuert werden als die Paketmaschinen.

In welchen Baureihen bieten Sie Paketmaschinen an, und wie stark werden sie nachgefragt?
Reiner Hammerl: Bei Index bieten wir unsere Vorteilspakete mittlerweile in drei Baureihen an – bei den C-Maschinen und der G200 sind knapp 50 Prozent aller verkauften Einheiten inzwischen Paketmaschinen. In der ABC-Baureihe sind es heute sogar deutlich mehr als 50 Prozent. Und auch bei den Traub-Baureihen TNX – etwas weniger als die Hälfte – und TNL – ziemlich genau die Hälfte – hat sich das Konzept der Paketmaschinen mittlerweile sehr gut durchgesetzt.

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