Die diesjährige formnext stellt die bisherigen Rekorde in den Schatten: Fast 35.000 Fach- und Führungskräfte kamen auf die Weltleitmesse der additiven Technologien, um mehr über die neuesten Trends und Entwicklungen der Branche zu erfahren. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber der Veranstaltung im vergangenen Jahr: 2018 waren es knapp 27.000 Besucher.

Was ist Additive Manufacturing?

Unter dem Begriff Additive Manufacturing werden Fertigungsverfahren zusammengefasst, bei denen Werkstücke nicht mit abtragenden Methoden wie Fräsen, Drehen, Bohren aus einem bestehenden Rohling herausgearbeitet werden, sondern räumlich – in 3D – von Grund auf beispielsweise aus pulverförmigen oder flüssigen Materialen aufgebaut werden. Vorteil ist die sehr weitreichende geometrische Gestaltungsfreiheit der Voxel für Voxel generierten Werkstücke. Mit Hilfe von Supportstrukturen, die später entfernt werden, lassen sich sogar Hohlräume und Überhänge realisieren.

Auch auf Seiten der Aussteller gab es beträchtliche Zuwächse: 852 Aussteller gegenüber 632 im Vorjahr zeigten auf mehr als 53 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, was mit neuen Materialien, dem Einsatz von Automatisierung, einer Verfeinerung der Verfahrenstechnik und ausgefeilten Prozessketten alles möglich ist.

Die Hersteller der additiven Branche sehen in der formnext inzwischen eine wichtige Businessplattform: Nicht wenige Unternehmen konnten konkrete Vertragsabschlüsse direkt auf der Messe vorweisen. Das ist für ein Messe-Event in diesem Bereich keineswegs selbstverständlich.

Additive Messe bietet kurze Wege

Der Umzug in die neuen Messehallen 11 und 12, die in diesem Jahr jeweils in zwei Stockwerken belegt waren, tut der Messe gut – die modernen und gut ausgestatteten Hallen bieten genügend Raum und halten trotzdem die Wege für die Besucher kurz.

Zahlreiche neue Materialien für die additive Fertigung erweitern das Spektrum der möglichen Anwendungen. Immer mehr Werkstücke für die Luft- und Raumfahrtindustrie mit ihren teilweise sehr speziellen Anforderungen zeigen, dass sich mit den Anlagen der etablierten Hersteller inzwischen prozessstabil sehr hohe Qualitäten realisieren lassen – Werkstücke, die den Vergleich etwa mit aus Schmiederohlingen gefrästen Teilen nicht zu scheuen brauchen.

Im Fokus standen diesmal aber auch Automatisierungslösungen, denn die additiven Technologien stehen ja keineswegs solitär - für eine sinnvolle und rationelle Produktion müssen sie in der Regel in gut durchdachte Prozessketten eingebunden werden.

Insbesondere die Nachbearbeitung ist hier ein wesentlicher Faktor. Deshalb rückt sie zu Recht zunehmend ins Blickfeld der Anwender. Gerade hier entscheidet sich nämlich oft, ob sich Werkstücke mit additiven Verfahren wirtschaftlich herstellen lassen oder ob eine konventionelle Fertigung doch die bessere, wirtschaftlichere Alternative wäre.

Zu spüren war deutlich, dass die Branche nach den vergangenen Hype-Jahren jetzt in ruhigerem, beständigeren Fahrwasser angekommen ist: Die Anwender gehen inzwischen sehr nüchtern mit den additiven Technologien um – der 3D-Druck wird exakt da eingesetzt, wo er seine Vorteile ausspielen kann. Zahlreiche Anwender kamen genau unter dieser Prämisse mit sehr konkreten Projekten auf die Messe. Langsam, aber sicher kommt die additive Technologie auch auf breiterer Front im industriellen Umfeld an. 

Partnerland Vereinigte Staaten von Amerika

Erstmals präsentiert sich die formnext in diesem Jahr mit einem Partnerland: Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) stellten ein vielfältiges Rahmenprogramm zusammen, in das neben dem US-Commercial-Service auch die wichtigen Verbände einbezogen waren. Auf dem transatlantischen AM Standards Forum widmeten sich die Teilnehmer der Entwicklung international einheitlicher Normen und Standards für Additive Manufacturing. Zudem zeigten mehr als 50 US-Aussteller ihre Dienstleistungen und Produkte auf der Messe. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stiegt diesmal die Beteiligung der US-Aussteller um fast 40 Prozent; parallel dazu erhöhte sich die die Zahl der US-Besucher um 25 Prozent.