Fabian Fuhse

Fabian Fuhse, 21 Jahre alt, ist im ersten Ausbildungsjahr zum Werkzeugbauer bei Rolf Lenk Werkzeug- und Maschinenbau in Ahrensburg. - Bild: privat

Fabian, sich als Weihnachtsgeschenk eine Eintrittskarte zur Moulding Expo 2019 zu wünschen, ist schon ungewöhnlich. Wie kamen Sie auf die Idee?

Ich hab von einem Gesellen erfahren, dass es im vergangenen Herbst eine ähnliche Messe in Stuttgart, die AMB, gab, die gut für meine Ausbildung gepasst hätte. Und weil Weihnachten kam, habe ich nach einer passenden Messe gesucht, die ich dann im nächsten Jahr besuchen kann.

Was erwarten Sie sich vom Besuch der Moulding Expo, worauf freuen Sie sich am meisten?

Es gibt dort sicher neue Werkzeuge, Verfahrenstechniken oder mir noch Unbekanntes zu sehen. Ich freue mich auf alles, weil es das erste Mal ist, dass ich bei einer Fachmesse bin.

Haben Sie für Ihren Besuch auf der Moulding Expo bestimmte Ziele oder gucken Sie einfach mal und lassen die Atmosphäre auf sich wirken?

Ich werde alles auf mich wirken lassen, weil ich erst ein halbes Jahr in der Ausbildung bin. Aber ich finde es spannend, Dinge zu sehen und kennenzulernen, die es in meiner Ausbildungsfirma noch nicht gibt.

Warum wollen Sie Werkzeugbauer werden und wie haben Sie Ihren Ausbildungsplatz gefunden?

In der 10. Klasse mussten wir ein zweiwöchiges Schulpraktikum machen. Dort musste ich feilen, sägen und fräsen. Das hat mir so einen Spaß gemacht, dass für mich feststand, eine Ausbildung in einem Metallverarbeitungsberuf zu machen. Ich habe schon als Kind gern im Werkkeller meiner Mutter gebastelt, getüftelt und ausprobiert. Meinen Ausbildungsplatz hat mir dann das Arbeitsamt vermittelt: Bei der Rolf Lenk Werkzeug- und Maschinenbau GmbH in Ahrensburg bekomme ich auch großen Einblick in die additive Fertigung. Das find ich sehr wichtig, weil die meiner Meinung nach die Zukunft der Metallbearbeitung ist.

Was sind die Voraussetzungen für diesen Beruf und was reizt Sie an Ihrer Arbeit?

Ich finde es wichtig, zu wissen, dass man den ganzen Tag steht. Es ist kein Beruf, bei dem man am Schreibtisch sitzt. Man braucht handwerkliches Geschick und Interesse an Metall und am präzisen Arbeiten. Und mich hat gereizt, dass ich das Ergebnis meiner Arbeit in den Händen halten kann. Ich bin da wirklich mit viel Herzblut dabei.

Haben Sie sich die Ausbildung so vorgestellt? Was hat Sie überrascht?

So vorgestellt: Ja. Den praktischen Teil in meiner Ausbildungsfirma konnte ich mir grob vorstellen, da ich bereits bei meinem Praktikum den Anleiter darauf angesprochen hatte. Die Themen des schulischen Teils waren mir jedoch größtenteils unbekannt.
Überrascht: Mir war nicht bewusst, dass in einer Ausbildung (vom Meister bis zum Auszubildenden) auch sehr viel geputzt werden muss. Zum Beispiel wöchentliches Fegen, Müll und Späne entsorgen, Weihnachtsputz war für mich ein Fremdwort.
Enttäuscht bin ich, dass mein Hin- und Rückweg zur Berufsschule drei Stunden beträgt.

Was wünschen Sie sich nach der Ausbildung – wo geht der Weg für Sie hin?

Ich wünsche mir, dass ich einen guten Schulabschluss als Werkzeugbauer erreiche und mich dann weiterqualifizieren kann.

Könnte man allgemein bei der Ausbildung etwas verbessern?

Für mich ist es gut, dass ich in meiner Ausbildungsfirma bereits praktische Aufgaben gestellt bekomme, die im Arbeitsprozess der Firma hergestellt werden müssen. Ich weiß nie im voraus, welche Aufgaben mir gestellt werden. Es ist nicht so wie in manch anderer Firma, dass es dort einen strikt einzuhaltenden Ausbildungsplan (60 Seiten) gibt, den ich Seite für Seite abarbeiten müsste.

Wie könnte man junge Leute (auch Frauen – oder finden Sie die dafür unpassend?) für diesen Beruf begeistern?

Es ist egal, ob es eine Frau oder ein Mann ist, der eine solche Ausbildung machen möchte. Entscheidend ist meiner Meinung nach, dass jemand richtig Interesse an dem Handwerk und Lust auf Metallbearbeitung hat.