Schweiger Werkzeug- und Formenbaus in Uffing am Staffelsee hat eine neue Halle für Großmaschinen eingeweiht.
Bild: werkzeug&formenbau

Schweiger Werkzeug- und Formenbaus in Uffing am Staffelsee hat eine neue Halle für Großmaschinen eingeweiht. Bild: werkzeug&formenbau

Die Maschine sollen künftig rund um die Uhr, an sieben Tagen pro Woche Komponenten für Großwerkzeuge zerspanen –  vollautomatisch, weitestgehend ohne Bedienereingriff. „Als meines Wissens weltweit erster Formenbau bearbeiten wir Werkstücke in dieser Größe und in dieser Komplexität voll automatisiert“, betont Schweiger. „Und zwar 24 h täglich an sieben Tagen pro Woche.“

Die beiden neuen Maschinen des Betriebs mit 64 Mitarbeitern kommen vom DMG-Mori-Werk in Pfronten im Allgäu: Die größere Maschine, eine DMC 270 U mit Verfahrwegen von 2700 x 2700 x 1600 mm soll künftig Werkstücke bis 9 t Gewicht bearbeiten, die ihr über das Palettensystem zugeführt werden. Die kleine Schwester, eine DMC 210 U mit einem Bearbeitungsbereich von 2100 x 2100 x 1250 mm, schafft Komponenten bis immerhin noch 8 t. Zu den Palettenwechslern kommt jeweils ein großzügig dimensionierter Werkzeugwechsler und für die Komplettbearbeitung zum Fräsen und Tieflochbohren vorgesehen.

Für Anton Schweiger und sein Team ist die Investition in Halle und Maschinen ein wichtiger Schritt zu mehr Produktivität und Zukunftssicherheit. Zusammen mit dem angesammelten Know-how im Bau großer Spritzgießwerkzeuge und einer technischen Ausstattung auf dem aktuellen Stand sieht sich der Unternehmer gewappnet für den globalen Wettbewerb. Die beiden Bearbeitungszentren sind nach seiner Aussage deutlich produktiver als der bisherige Maschinenpark, das Auftragsvolumen, das das Unternehmen jetzt bewältigen kann, hat sich nahezu verdreifacht.

Die Stärken des Unternehmens liegen im Bereich großer hoch komplexer Mehrkomponenten-Spritzgießwerkzeuge. Kunden sind in erster Linie OEMs sowie deren 1st und 2nd Tiers aus dem Automotive-Bereich. Schweiger sieht dies als Chance, hat sein Unternehmen auf die Anforderungen dieser Klientel ausgelegt und versucht recht erfolgreich, sich damit vom Wettbewerb abzuheben. Die Uffinger arbeiten da zwar durchaus in einem Bereich, in dem der Wettbewerb auch über den Preis geführt wird – ausschlaggebend ist aber in erster Linie die Machbarkeit.

Das Unternehmen hat seine Nische gefunden. Die Werkzeuge sind weltweit im Einsatz, sie werden entweder im eigenen Technikum eingefahren oder aber auch auf Wunsch auch vor Ort beim Kunden. Damit die Werkzeuge dann auch zuverlässig funktionieren, wird unter anderem mit Moldflow simuliert.

Die Formenbauer am Staffelsee haben in den vergangenen Jahren ihre Wertschöpfungskette sehr stark erweitern können  es ist längst nicht mehr nur das Werkzeug, das gefordert ist. Die Werkzeugbauer setzen mit ihrem Know-how, das inzwischen neben dem klassischen Wissen um den Werkzeugbau auch tiefreichende Kenntnisse aus den Themenfeldern von Bauteilauslegung bis hin zum Kunststoffwissen im Spritzgießen umfasst, bereits in der Produktentwicklung ihrer Kunden ein und begleiten die Projekte auch in der Produktion in den Werken ihrer Kunden.

Dieser ganzheitliche Ansatz ist für Schweiger nach wie vor ein großer Vorteil im weltweiten Wettbewerb. Ein weiterer Pluspunkt, den die Kunden des Uffinger Werkzeugbauers sehr schätzen, ist die hervorragende Vernetzung des Unternehmens: „Das kommt uns insbesondere bei größeren Werkzeugpaketen zugute – für den Kunden ist es angenehmer, wenn er nur einen einzigen Ansprechpartner hat“, erklärt Anton Schweiger, der zugleich Vize-Präsident des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) ist und nicht zuletzt über den Verband und seine Mitglieder auf höchst unterschiedliche Fertigungskompetenzen zurückgreifen kann.

Mit einem Festakt, zu dem zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kunden, Zulieferer und Mitarbeiter eingeladen waren, feierte das Unternehmen die Erweiterung. Auch der Segen der Kirche für die Mitarbeiter und alle, die in der neuen Halle ein- und ausgehen, durfte nicht fehlen. Anton Schweiger war sichtlich bewegt und stolz auf das Geleistete und die neue Investition. Und er weiß auch, wem er das zu verdanken hat: „Was wir hier geschafft haben, das ist der absolute Hammer“, erklärte der Unternehmer, an seine Mitarbeiter gewandt. „Und da können wir echt stolz drauf sein!“

Übrigens: Bei Schweiger werden noch Mitarbeiter gesucht – http://www.schweiger-formenbau.de/index.php?id=175

Kontakt: Schweiger GmbH & Co. KG – Werkzeug und Formenbau, http://www.schweiger-formenbau.de