Niklas Welsch

Niklas Welsch ist im zweiten Lehrjahr zum Werkzeugmechaniker, Fachrichtung Formenbau, bei Pfletschinger & Gauch Formenbau in Plochingen. - Bild: privat

Niklas, welche Voraussetzungen braucht man Ihrer Meinung nach für den Beruf des Werkzeugbauers und was war für Sie der Anreiz für diese Ausbildung?

Mich hat gereizt, einfach mal neue Erfahrungen zu machen und nicht immer in der Schule zu sitzen und dem Lehrer zuzuhören. Meine Brüder haben eine abgeschlossene Berufsausbildung in dieser Branche und so war für mich schon relativ früh klar, dass ich auch mal in diese Richtung gehen werde. Man sollte auf jeden Fall technisches Verständnis und Durchhaltevermögen mitbringen. Das wichtigste ist aber, dass man das auch wirklich selber will.

Haben Sie sich die Ausbildung so vorgestellt, was war überraschend?

Also, das erste Lehrjahr habe ich mir eigentlich genau so vorgestellt mit Drehen und Fräsen von Einzelteilen, aber auch von Serien. Die weitere Zeit hat mich etwas überrascht: Formen auseinander bauen, warten, reparieren und wieder zusammenbauen. Oder an der CNC-Maschine stehen und ganze Programme schreiben. Natürlich gehört auch das Polieren von einer Platte dazu, die man innerhalb weniger Wochen auf Spiegelglanz poliert.

Sie gehen ja in diesem Jahr zum ersten Mal auf die Moulding Expo nach Stuttgart. Haben Sie bestimmte Ziele oder gucken Sie einfach mal?

Ich freu mich, dass ich die Messe 2019 besuchen darf und mich austauschen kann mit anderen Azubis dieser Branche. Meine Ziele sind, wenn ich dort bin, auf jeden Fall neues Wissen zu erlangen, zuzuschauen bei der Arbeit und am besten noch ein paar Tipps und Tricks abschauen. 

Was interessiert Sie besonders auf der Moulding Expo?

Interessieren wird mich wahrscheinlich am meisten, die Formen, die wir reparieren oder neu aufbauen, mal in Aktion zu sehen: Wie sie zusammenfahren, wie der flüssige Kunststoff in die Form fließt und das fertige Teil rauskommt. Darauf bin ich sehr gespannt.

Mal ganz allgemein gefragt: Was könnte man bei der Ausbildung vielleicht besser machen?

Wenn sich die Betriebe untereinander und auch mit der Schule austauschen, dann könnte man es schaffen, dass die Azubis im Betrieb und in der Schule alle auf dem gleichen Stand sind. Ausbildung und Schule gefallen mir richtig gut. Und wenn man mal etwas nicht weiß, fragt man auch einfach mal seine Klassenkameraden – die wissen dann meistens Bescheid und helfen.

Warum gibt es Ihrer Meinung nach so wenig Auszubildende im Werkzeug- und Formenbau?

Ich denke, immer mehr Schüler, die mit der Schule fertig sind, wollen studieren und irgendwas in der Theorie machen. Aber in dieser Branche braucht man nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker, die sich die Hände schmutzig machen und auch mal anpacken, wenn es sein muss. Diese Branche ist noch eine von denen, in der man nicht alles mit Robotern zusammenbauen kann. Man braucht einfach Fingerspitzengefühl, weil jede Form anders ist.

Was machen Sie nach der Ausbildung, wo soll Ihr Weg hingehen?

Nach meiner Ausbildung habe ich vor, erst mal bei Pfletschinger & Gauch Formenbau zu bleiben und Erfahrungen zu sammeln. Vor allem habe ich vor, im Werkzeugbau zu arbeiten und dort Formen zu warten und neue aufzubauen. Der Weg danach ist noch offen, ich bin eher jemand, der nicht so weit in die Zukunft plant. Ich lass mal alles auf mich zukommen und dann schau ich weiter.

Thema Geld: Ist die Bezahlung allgemein passend oder eher nicht?

Die Bezahlung in der Metallbranche ist im Gegensatz zu anderen Branchen sehr gut.

Wie könnte man junge Leute (auch Frauen – oder finden Sie die in dem Beruf unpassend?) für diesen Beruf begeistern?

Mehr als Werbung können wir auch nicht machen. Wir sind auf den Berufsmessen vertreten und zeigen uns. Aber man könnte auf jeden Fall mehr Werbung in den sozialen Netzwerken machen wie Facebook und Co. Für die Mädchen haben wir auch einen Girls Day einmal im Jahr, wo Mädchen einen Tag lang Praktikum bei uns machen und wir ihnen alles zeigen. Und wir hoffen, dass wir sie damit für einen Beruf im Werkzeug- und Formenbau begeistern können.