Innonet Innovationstag 2016 Vortragsraum

Die insgesamt 120 Teilnehmer des Innovationstages verfolgten interessiert die Vorträge hochkarätiger Referenten. - Bild: werkzeug&formenbau

Der Innovationstag des Innonet Kunststoff fand im November 2016 bereits zum fünften Mal statt und hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Branchentreff in Süddeutschland entwickelt. Unter dem Motto “Innovationen in Kunststoff” erwartete die 120 Teilnehmer im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) der Messe Stuttgart ein spannendes Vortragsprogramm mit hochkarätigen Referenten. Darüber hinaus bot die begleitende Fachausstellung den Interessierten die Möglichkeit, sich genauer über die Produkte und Leistungen der insgesamt 30 Aussteller zu informieren.

Gelungene Kooperation

Jörg Buch Werner Wirth System GmbH

Jörg Buch, Projektmanager T&E bei der Werner Wirth System GmbH, erläuterte den Einsatz von Atmosphärendruckplasma zur Oberflächenbehandlung. – Bild: werkzeug&formenbau

Im vergangenen Jahr wurde der Innonet Innovationstag zum ersten Mal gemeinsam mit dem dreiköpfigen Moulding Expo-Team der Messe Stuttgart veranstaltet. Florian Niethammer, Florian Schmitz und Laura Räuchle unterstützten Innonet Kunststoff Projektleiterin Nadine Kaiser von der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald tatkräftig bei den organisatorischen Angelegenheiten und trugen somit ihren Teil zum Erfolg der Veranstaltung bei.

Florian Niethammer, Teamleiter der Moulding Expo (MEX), erklärte in seiner Rede: “Das heutige Treffen bietet die ideale Gelegenheit vor der MEX im Mai 2017, nochmals mit Experten aus dem Werkzeug-, Modell- und Formenbau, der Forschung sowie der kunststoffverarbeitenden Industrie zusammenzukommen.”

Thomas Seul VDWF

Thomas Seul, Präsident VDWF, warf einen Blick auf Produkte und Anwendungen von morgen. – Bild: werkzeug&formenbau

Nach der Begrüßungsansprache von Eberhard Lutz, Mitglied des Innonet Kunststoff Steuerkreises und Vertriebsleiter Inland bei Arburg in Loßburg, eröffnete Professor Thomas Seul, Präsident des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF), die Vortragsreihe mit seinem Referat über die wesentlichen Treiber zur Entwicklung erfolgreicher Kunststoffprodukte.

Dabei wendete er gezielt den Blick auf Produkte und Anwendungen von morgen, die noch mehr Komplexität und Präzision in den Prozessen erfordern. Überdies rief Seul zu mehr Kreativität in den Konstruktionsbüros auf: “In zehn Jahren machen Sie 80 Prozent Ihres Umsatzes mit heute noch unbekannten Produkten.” Er hält die Zeit deshalb reif für einen Perspektivenwechsel in der Kunststoffbranche: “Treiber ist das Produkt, nicht die Technik. Produziert wird also in Zukunft, was der Markt verlangt und nicht, was die Technologie hergibt”.

Mit Wissen richtig umgehen

In Sachen “Wissensmanagement” hat der Normalienspezialist Meusburger aus Wolfurt für viele Unternehmen Vorbildcharakter. Mit mehr als 4.000 Wissensdokumenten zu verschiedenen Themen sorgt das Unternehmen dafür, dass all seinen Mitarbeitern genau die Informationen zur Verfügung stehen, die sie für ihren Aufgabenbereich benötigen. Dass sich damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für den Werkzeug- und Formenbau generieren lässt, erläuterte Andreas Sutter, Bereichsleiter Marketing bei Meusburger, den Teilnehmern in seiner Präsentation.

Ritter Steffen Hochschule Reutlingen

Steffen Ritter, Hochschule Reutlingen, zeigte Chancen und Grenzen 3D-gedruckter Werkzeugeinsätze aus Kunststoff. – Bild: werkzeug&formenbau

Professor Steffen Ritter von der Hochschule Reutlingen zeigte die Möglichkeiten und Grenzen 3D-gedruckter Werkzeugeinsätze aus Kunststoff auf.

Mit besonders viel Stolz berichtete er über das Hochschulprojekt “80 h Rapid Product Development Challenge”. Hier entwickelten vier Studierende in 80 Stunden ein kleines Kunststoffbauteil von der ­Ideenfindung bis zum spritzgegossenen Kunststoffteil – und das, ohne die Aufgabenstellung im Vorfeld zu kennen.

Automobilbau der Zukunft

Karim Bahroun Robert Bosch GmbH

Karim Bahroun von der Robert Bosch GmbH, stellte das spannende Projekt ­”Arena2036″ vor. – Bild: werkzeug&formenbau

Im Forschungscampus “Arena2036”, worüber Karim Bahroun, Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung – Kunststofftechnik bei Bosch, referierte, soll der Weg für den Automobilbau der Zukunft bereitet werden.

Bis zum Jahr 2036, dem 150-jährigen Jubiläum des Automobils, arbeiten zahlreiche Beteiligte daran, eine Brücke zwischen Forschung und Entwicklung im Bereich des Leichtbaus und innovativer Produktionstechnologien zu schlagen.

Wie künftig das Zusammenspiel zwischen Kunststoff und Elektronik funktionieren soll, erläuterte Markus Koppe, Director Smart Plastics Upper Austria, den Interessierten des Innonet Innovationstages. Die Unternehmens- und Technologieplattform in Oberösterreich “Smart Plastics” treibt die Entwicklung hochkomplexer elektronischer Bauteile sowie Folientechnik beispielsweise für Bedienelemente im Fahrzeuginnenraum oder in Haushaltselektronik voran.

Abrundend beschäftigten sich Lienhard J. Paterok, Geschäftsführer vom F&E-Zentrum für Oberflächen und Höchstleistungswerkzeugbau, Christian Theel, Geschäftsführer der neoplas GmbH, und Jörg Buch, Projektmanager T&E bei der Werner Wirth System GmbH, mit Themen rund um die Oberflächenveredelung von Kunststoffen und Werkzeugen.

Profil

Innonet Kunststoff

Das Unternehmernetzwerk Innonet Kunststoff ist eine gemeinschaftliche Initiative des Technologiezentrums Horb GmbH & Co. KG (TZ Horb) als Träger sowie der regionalen Wirtschaftsförderung Zukunftsregion Nordschwarzwald GmbH (WFG). Zweck des branchenübergreifenden Netzwerks ist, die Unternehmen, die im Bereich Kunststoff tätig sind, sowie deren Zulieferer – schwerpunktmäßig in der Region Nordschwarzwald, aber auch außerhalb – ideell und informativ zu fördern und diesen eine Plattform zum Informationsaustausch und zur Zusammenarbeit zu geben. Der Innonet Innovationstag ist die einzige besucheroffene Veranstaltung des Innonet Kunststoff und wird von Partnern wie dem Verband der Deutschen Werkzeug- und Formenbauer ­(VDWF) und Baden-Württemberg International (bw-i) unterstützt.

Andreas Sutter Meusburger

Andreas Sutter, Bereichsleiter Marketing bei Meusburger, in seinem Vortrag zum Thema ­Wissensmanagement. – Bild: werkzeug&formenbau

Wichtiges Netzwerken

Mit einem “Get-together” in angenehmer Atmosphäre klang der wirklich gelungene Innovationstag des Innonet Kunststoff Steuerkreises, der von Richard Pergler, dem Chefredakteur der Fachzeitschrift werkzeug&formenbau, moderiert wurde, aus. Insgesamt bekamen die Teilnehmer einen wertvollen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Kunststofftechnik. Neben vielen neuen Geschäftskontakten nahmen die Besucher auch einige Anregungen und Ideen für eigene Projekte mit nach Hause.

Nächster Branchentreff 2017

Der nächste Innonet Innovationstag ist für 2017 im Plastics InnoCentre in Horb am Neckar geplant. Ein genauer Termin steht derzeit jedoch noch nicht fest. Wir informieren Sie rechtzeitig.

Melanie Fritsch

Kontakt:
Innonet Kunststoff TZ, Horb GmbH & Co. KG, D-72160 Horb a. N., Tel.: 07451/6233-24
Landesmesse Stuttgart GmbH, D-70629 Stuttgart, Tel.: 0711/18560-0

Weitere interessante Videos finden Sie auf dem Youtube-Kanal der werkzeug&formenbau.