Achim Schnitzler, IWP Team GmbH & Co. KG, über den Wandel vom Werkzeugmacher zum Dienstleister. - Bild: werkzeug & formenbau

Achim Schnitzler, IWP Team GmbH & Co. KG, über den Wandel vom Werkzeugmacher zum Dienstleister. - Bild: werkzeug & formenbau

SWF, rund 50 Gäste begrüßen

Achim Schnitzler von der IWP Team GmbH & Co. KG skizzierte in seinem Referat, dass ein Wandel wie der vom Werkzeugmacher zum Dienstleister in erster Linie mit den Menschen im Unternehmen zu tun hat und damit in erster Linie auch eine Führungsaufgabe ist. Er zeigte Wege auf, den Mitarbeitern auch das notwendige Rüstzeug mitzugeben.

Mit seiner These “Unternehmensführung gibt es nicht” sorgte Gastgeber Dietrich Turck, Geschäftsführer bei der Escha GmbH & Co. KG, für die eine

WI.SWF Symposium Dietrich Turck

“Unternehmensführung gibt es nicht” diese These stellte Gastgeber Dietrich Turck, Geschäftsführer bei der Escha GmbH & Co. KG auf. – Bild: werkzeug & formenbau

oder andere hochgezogene Augenbraue. Die Auflösung ließ nicht lange auf sich warten: Schließlich ist es nicht das Unternehmen an sich, das geführt wird, sondern die Menschen, die dort arbeiten und die das Unternehmen ausmachen. Turck zeigte anhand von Praxisbeispielen aus dem eigenen Unternehmen, wie sich die Menschen dort teilweise spielerisch auf den Weg zu Veränderungen und Verbesserungen mitnehmen lassen.

Automatisierung beginnt im Kopf

Michael Hoberg von der DFP Dreh- und Frästechnik GmbH skizzierte den Weg zu einer gelungenen Automatisierung für die Einzelfertigung. Wichtiges Fazit: Nicht erst den Roboter oder den Palettenwechsler kaufen – Automatisierung beginnt im Kopf. Zuerst muss die Struktur des Unternehmens mit ihren Abläufen passen, dann erst macht es Sinn, sie physisch in automatisierte Prozesse umzusetzen. Sonst besteht die Gefahr, dass auch nicht durchdachte, wenig rationelle Prozessketten automatisiert werden und dabei viel Potenzial verschenkt wird.

WI.SWF Symposium Michael Hoberg

Michael Hoberg von der DFP Dreh- und Frästechnik GmbH über den Weg zu einer gelungenen Automatisierung für die Einzelfertigung. – Bild: werkzeug & formenbau

Werkzeugbau ist schon längst keine Sache mehr von Einzelkämpfern – Kooperation und Arbeitsteilung sind gefordert. Sowohl im eigenen Betrieb als auch darüber hinaus. Jenny Gleitsmann von der evomecs GmbH skizzierte in ihrem mit großem Interesse aufgenommenen Beitrag, wie eine “Kapselung” der Verantwortungsbereiche Motivation und damit ein Erreichen unternehmerischer Visionen ermöglicht. Die Veränderung der Strukturen im Zeichen des nicht nur technischen Wandels in der Werkzeug- und Formenbaubranche eröffnen neue Möglichkeiten und auch neue Geschäftsmodelle, die einerseits eine hohe Flexibilität und Kreativität erfordern, andererseits aber auch ein organisatorisches (informationstechnisches) Rückgrat, das es ermöglicht, die Komplexität solcher Veränderungsprozesse zu überblicken und sie entsprechend zu steuern.

Chance für neue Geschäftsmodelle

Manfred Fege vom Spritzgießmaschinenhersteller Arburg GmbH & Co. KG zeigte die Anforderungen an einen mittelständischen Werkzeugbau aus der Perspektive des Maschinenherstellers auf. Er sieht in den Anforderungen der Kunden, die am liebsten ein “Rundum-Sorglos-Paket” geliefert bekommen, eine Chance für neue Geschäftsmodelle der Werkzeug- und Formenbauer, die sich über ihr Angebot an Service in vielen Fällen vom Wettbewerb absetzen und so auch aus der Preisspirale ausbrechen können.

In der abschließenden Podiumsdiskussion stellte werkzeug&formenbau-Chefredakteur Richard Pergler, der auch als Moderator durchs Programm des Nachmittags geführt hatte, noch einmal die

WI.SWF Symposium

Richard Pergler moderierte das Symposium und die Podiumsveranstaltung beim Werkzeugbau-Institut Südwestfalen GmbH. – Bild: werkzeug&formenbau

Bedeutung der Mitarbeiter für den Wandel heraus und wie wichtig es ist, sie auf die “Reise” zu neuen Zielen und Geschäftsmodellen mit einzubinden. Auch die Möglichkeit, mit Zulieferern nd Partnern, aber auch mit Wettbewerbern zu kooperieren, sieht er als interessante Wege für die Werkzeug- und Formenbaubranche hierzulande, sich zukunftsfähig aufzustellen. Eine wichtiger Rolle kommt hier den Branchenverbänden (VDWF, VDMA) zu, die helfen, die Netzwerke zu knüpfen, aber auch Instituten wie dem WI.SWF, das die Unternehmen der Region an einen Tisch bringt.

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