Die Presse mit einer Gesamthöhe von 14 Metern. - Bild: Schuler

Die Presse ist mit einer Gesamthöhe von 14 Metern deutlich kleiner als herkömmliche Maschinen. - Bild: Schuler

| von Redaktion werkzeug&formenbau

Schuler und seine Tochtergesellschaft Farina haben einer internationalen Gruppe von 60 Schmiedeexperten die größte mechanische Schmiedepresse der Welt vorgeführt. Eine Live-Videoübertragung aus der Produktionsstätte in Suello bei Mailand zeigte die beeindruckenden Eigenschaften der 16.000-Tonnen-Presse mit einem Hub von 600 Millimeter in Aktion. Sie wird an das deutsche Unternehmen Thyssenkrupp Gerlach geliefert.

„Weder Farina noch Schuler allein wären in der Lage gewesen, eine Maschine in so kurzer Zeit aufzustellen“, betonte Schuler-Vertriebsleiter Klaus Berglar-Bartsch. „Wir haben alle unsere Engineering-Ressourcen zusammengelegt, um das zu schaffen.“ Dank der Kulissen-Konstruktion ist die Presse mit einer Gesamthöhe von 14 Metern deutlich kleiner als herkömmliche Maschinen. Dies ermöglicht auch hohe außermittige Belastungen, eine hohe Hubzahl und eine außergewöhnlich hohe Präzision.

Von außen sieht die Maschine vom Typ GLF aus wie eine konventionelle Presse inklusive Schwungrad, Kupplung und Vorgelege. In ihrem Herzen arbeitet jedoch die Kulisse direkt im Stößel, was der Grund für die kompakte Bauweise ist. Die massive Presse mit einem Gesamtgewicht von rund 1.850 Tonnen besteht weiterhin aus einem Tisch in Stahlgussausführung sowie geschweißten Ständern.

Das Großprojekt wurde in nur 26 Monaten abgeschlossen. „Wir haben den Auftrag im April 2019 erhalten“, sagte Farina-Geschäftsführer Marco Gritti den Teilnehmern der Videokonferenz. „Im Dezember 2019 wurde das Design erstellt, und wir begannen, Bestellungen bei unseren Zulieferern aufzugeben.“

Die wichtigsten Teile trafen im Frühjahr 2020 ein, also genau zu Beginn der Corona-Pandemie. Trotzdem begann Farina im September vergangenen Jahres mit der Montage und schaffte es, sie im Januar zu beenden: „Es war eine harte Zeit“, erinnert sich Gritti. Mitte April kamen alle Teile einbaufertig vor Ort in Deutschland an. Insgesamt wurde das Projekt in nur 26 Monaten abgeschlossen.

Farina-Geschäftsführer Marco Gritti. - Bild: Schuler
Farina-Geschäftsführer Marco Gritti zeigte die 16.000-Tonnen-Presse einer internationalen Gruppe von 60 Schmiedeexperten. - Bild: Schuler

Bei der anschließenden Live-Demonstration lief die Maschine mit ihrer halben Geschwindigkeit von 16 Hüben pro Minute. Das Online-Publikum konnte sehen, dass das Schwungrad genau in der Mitte des Kopfstücks installiert ist: „Dadurch kann die Presse beim Schmiedeprozess präziser arbeiten“, erklärte Gritti. „Die Genauigkeit der Teile ist daher höher als bei einer traditionellen Presse.“

Aufgrund der Kulissen-Konstruktion steht die Presskraft von 16.000 Tonnen, die von einem 800-kW-Antrieb bereitgestellt wird, auch 500 Millimeter nach rechts und links zur Verfügung. „Die Verbindung mit Schuler im Jahr 2018 hat es Farina ermöglicht, zu wachsen und neue Märkte in anderen Teilen der Welt zu erschließen“, machte Gritti deutlich. „Dieses Projekt ist eine direkte Folge davon.“ Seiner Meinung nach könnte der nächste Schritt auch der Bau einer mechanischen Schmiedepresse mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen sein.

Quelle: Schuler AG

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