Per Wasser zum Muster

So schnell kann es gehen: „Auf einer Messe habe ich die Anlage von Daetwyler das erste Mal gesehen und war sofort begeistert von dem hochpräzisen Verfahren und der großen Werkstoffvielfalt.“, berichtet Jochen Vogt, Geschäftsführer und Gründer der Vogt Stanzteile GmbH. „Bereits auf der Rückfahrt von der Messe hatte ich die Maschine in Gedanken gekauft und kurze Zeit später stand sie tatsächlich in unserem Gebäude.“

Mit der neuen Wasserstrahltechnik beschäftigt sich hauptsächlich der Martin Vogt, Sohn des Geschäftsführers, der ebenfalls im Familienunternehmen tätig ist. Nach einer ersten Schulung in der Schweiz begannen Vater und Sohn direkt mit ersten Versuchsreihen. „Wir wollen uns ausreichend Zeit lassen, um die Möglichkeiten der Maschine ausführlich zu testen und neue Produkte mit unseren Kunden und Partnern zu entwickeln.“ betont Jochen Vogt. Bisher werden mit der Wasserstrahlschneidmaschine präzise Muster- und Prototypen gefertigt, für die es noch kein Stanzwerkzeug gibt oder die Herstellung eines Werkzeugs zu zeitintensiv wäre. Die Möglichkeit, komplette Stanzstreifen zu fertigen, bevor die Fertigung der Stanzwerkzeuge beginnt, bietet dem Unternehmen Vogt die Möglichkeit, notwendigen Änderungsbedarf frühzeitig zu erkennen.

Zusätzlich zu den Ausschnitten kann mittels Anpassen der Schneidtechnologie an den Biegekanten Material abgetragen werden, um ein Biegen zu erleichtern. Auf diese Weise können schnell und kostengünstig Prototypen hergestellt und mit den Auftraggebern diskutiert werden, bevor es nach Herstellung der Stanzwerkzeuge zu kostenintensiven Änderungen und Nacharbeitungen kommt.

Trends µ-genau

Reduzierte Nacharbeit
Die großen Vorteile des Wasserstrahlschneidens liegen in der geringen Gratbildung und der damit sehr geringen Nacharbeit, der kurzen Realisierungszeit sowie der filigranen Schnittmöglichkeiten ohne thermische Belastungen und Spannungen im Material. Mit einer Strahldicke von 0,3 mm und einer Positioniergenauigkeit im Mikrometerbereich lassen sich aus den dünnen Blechen präzise Bauteile fertigen, und sogar größere Mengen für die Serienproduktion sind kostengünstig möglich. Für die Programmierung der Anlage wird bei Vogt das CAD/CAM-System PEPS genutzt, das mit seiner intuitiven und schnellen Bedienung überzeugen konnte.

Da viele Stanzstreifen den Bearbeitungsbereich der Wasserstrahlanlage mit 1000 mm x 600 mm überschreiten, wurde die Maschine speziell für die Belange der Werkzeugbauer umgerüstet. „Die Notwendigkeit einer Blechbanddurchführung war mir von Anfang an klar.“, erklärt Jochen Vogt. „Bei Daetwyler und dem Lizenzgeber Walter Maurer hat man unsere Idee von einer automatischen Bandführung sehr positiv aufgenommen.“

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Per Mikrowasserstrahlschneiden hergestellter Prototyp eines Stanzbauteils, mit dem zeit- und kostenintensive Nacharbeiten an den Stanzwerkzeugen minimiert werden konnten.

Dialog auf Augenhöhe
Die Experten von Daetwyler nahmen sich Vogts Wunsch direkt an. An den Schweizer Maschinenbauern schätzen Jochen Vogt und sein Sohn besonders den Dialog auf Augenhöhe: „Man ist stets an neuen Ideen interessiert, da sie sich und ihre Maschinen immer weiterentwickeln wollen“, erklärt Jochen Vogt. „Mit solch einem Lieferanten arbeitet man gerne zusammen, vor allem, wenn man selbst an Neuerungen beteiligt wird.“ Auch das Schulungsangebot ist seiner Aussage nach sehr gut, man wird nicht alleine gelassen.

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Martin Vogt, Vogt Stanztechnik, fertigt mit der Microwaterjet-F4-Anlage seit einem Jahr hochpräzise Bauteile in optimaler Ergänzung zu den vorhandenen Drahterodieranlagen.

Schon nach kurzer Zeit konnte in Vogts Maschine daraufhin eine automatische Bandführung eingebaut werden, die die Herstellung von zahlreichen Serienteilen oder sehr großen Bauteilen enorm erleichtert. Die neue Bandführung ermöglicht eine Streifenbreite von 300 mm und macht die Anlage noch flexibler. Zusätzlich zu den Stanzstreifen werden viele unterschiedliche Materialien getestet wie beispielsweise Kunststoffe, Keramik oder Spiegelglas, mit denen Vogt seine Produktpalette ausbauen und neue Kunden ansprechen möchte. Dank Erfahrung und Fachwissen können sie Kunden optimal beraten, mit der Wasserstrahlmaschine noch flexibler auf die Kundenwünsche eingehen und darüber hinaus sehr zeitnah Prototypen fertigen oder Versuchsreihen fahren.

Sinnvolle Ergänzung
Von Anfang an ist bei Vogt die Drahterosion das eigentliche Steckenpferd des Unternehmens. Trotzdem sieht Jochen Vogt das Wasserstrahlschneiden nicht als Konkurrenz zum Drahterodieren, sondern vielmehr als die optimale Ergänzung. Denn beim Drahterodieren können nur elektrisch leitende Werkstoffe bearbeitet werden, wohingegen bei der Mikro-Wasserstrahltechnologie die Werkstoffvielfalt enorm groß ist.

Die Möglichkeit, mit der Drahterosion hohe Kantenlängen und konische Formen zu schneiden, wird von der Wasserstrahltechnologie ergänzt, weil damit eher dünne Materialien präzise bearbeitet werden können. „Einen Vorteil gegenüber dem Drahterodieren biete die Wasserstrahlanlage mit den relativ kurzen Programmier- und Bearbeitungszeiten. Zudem ist es nicht notwendig, vor dem Schneiden ein Startloch in das Bauteil einzubringen“, fügt Jochen Vogt noch hinzu. „Mit der Mikro-Wasserstrahlanlage haben wir eine ideale Ergänzung zu unserem Maschinenpark gefunden. Wir nutzen die Maschine zur Erschließung neuer Märkte und Kunden.