Schneller zum Blechteil

Die große Stärke ihres Unternehmens sehen die Verantwortlichen bei Pauli Umformtechnik darin, den Kunden vom Projektbeginn bis zur Serie zu begleiten. Dazu gehört auch die Prototypenentwicklung und das Know-how im Werkzeugbau.

„Deshalb ist es für uns wichtig, dass vom Konstruktions- bis hin zum Fertigungsbereich eine durchgängige Softwarelösung zur Verfügung steht, mit der wir schnell auf Kundenanfragen reagieren können und mit der sich auch ein sehr spezielles Projekt anschließend flexibel sowie reibungslos realisieren lässt – bis hin zum produktionsfertigen Werkzeug“, erklärt Geschäftsführer Franz-Bernd Pauli. „Wir arbeiten in diesem Bereich seit zwei Jahren fast ausschließlich mit Visi-Software und sind von dieser speziell für den Werkzeugbau ausgelegten durchgängigen CAD- und CAM-Lösung komplett überzeugt.“

Verschiedene Module im Einsatz
Von Visi sind bei Pauli Umformtechnik die Module Bauteilbibliothek, Progress Abwicklung, Progress Streifenlayout, Progress Werkzeugaufbau, Blank Professional sowie Blank Flange im Einsatz, mit denen die drei Arbeitsplätze Visi Modelling in der Konstruktion komplett oder zum Teil aufgerüstet sind. Eine weitere Lizenz von Visi Modelling dient bei Pauli in der Fertigung als Basis für die NC-Programmierung, bei der die Module 2,5D Base Machining, 2,5D Pro mit Featureerkennung, 3D Machining sowie AKS zum adaptiven Kernschruppen im Einsatz sind. Hinzu kommt Visi-Peps Wire als Stand-Alone-Lösung mit 3D-Feature­erkennung, das für die NC-Programme zum Drahterodieren zuständig ist.

Die Vorteile von Visi kommen bei Franz Pauli bereits in der Angebotsphase voll zum Tragen. Denn zu diesem Zeitpunkt liegt fast immer schon das 3D-CAD-Modell des Kundenteils vor – meistens im Iges-Format oder als Step-Datei. Erteilt der Kunde den Auftrag, wird das Modell mit Visi Modelling entsprechend aufgearbeitet und mit der Blechapplikation Visi Progress das Streifenlayout erzeugt, die Biegestationen abgeleitet und auf Grundlage des Streifenbildes das Werkzeug aufgebaut.

Trends µ-genau

Selbständige Erkennung
Eine große Zeitersparnis soll mittels der automatischen Feature-Erkennung und der Compass-Technologie erreicht werden: Dabei erkennt Visi Machining beim 2,5D-Fräsen Regelgeometrien wie Kanten, Bohrungen oder Frästaschen selbständig und erzeugt die dafür notwendigen NC-Daten automatisch. Dies funktioniert laut Hersteller übrigens auch beim Drahterodieren mit Visi-Peps Wire, mit dem die Programmierung in den gleichen Schritten abläuft wie beim Fräsen.

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Ein Ausschnitt des breiten Teilespektrums bei Pauli Stanz- und Umformtechnik – es reicht vom Prototypen und der Kleinstserie bis hin zu mittleren und großen Losgrößen.

In diesem Zug bietet Visi die Möglichkeit, unterschiedliche Wege zur optimalen Abwicklung auszuprobieren. Um nach der Entwicklung des Streifenbildes schnell zu seriennahen Teilen zu gelangen, werden nach der Konstruktion des Werkzeugs mit Visi Progress zunächst nur die Biege- und Ziehvorgänge umgesetzt – mit zuvor per Laser zugeschnittenen und gelochten Blechstreifen. Über den Laserstreifen werden die endgültigen Abmaße der Platine festgelegt und mit Visi Progress die Loch- und Schneidevorgänge im Werkzeug optimiert.

Ein Modell für alles
Die NC-Programme erstellt jeder Maschinenbediener im Werkzeugbau selbst und legt dabei mit Visi Machining auch fest, welche Komponenten sich in einem Arbeitsgang zusammenfassen lassen. Da bei Visi beim Konstruieren und bei der NC-Programmierung mit dem selben CAD-Modell gearbeitet wird, ist sowohl die Durchgängigkeit als auch die Interoperabilität der Daten gewährleistet. Hieraus ergeben sich nicht nur Vorteile bei der eigentlichen Programmierung und dem damit verbundenen Zeitaufwand, sondern auch beim Umgang mit Änderungen – zwei im Werkzeugbau nicht unwichtige Themen.

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Mit Visi schnell erarbeitet: Bei kleinen und mittleren Losgrößen sind Einlegewerkzeuge wirtschaftlicher.

Die Visi-Philosophie „Alles aus einem Guss“, die einfache Bedienbarkeit und die exakt auf den Blechbereich abgestimmten Funktionen, die Visi mit seinen Modulen für die Werkzeugkonstruktion bietet, tragen bei Pauli Umformtechnik dazu bei, dass noch schneller und flexibler auf Kundenforderungen reagiert werden kann. Ebenso die sehr enge Verzahnung mit dem CAM-Bereich, mit der direkt vom Solid eine schnelle Ableitung der NC-Programme für den Fräs- und Drahterodierbereich möglich ist.

„Bei Visi überzeugt das Gesamtpaket: Beginnend bei der sehr plausiblen Benutzerführung über die einfach gehaltene Menüstruktur bis hin zu den exakt auf den Werkzeugbau abgestimmten Modulen, die wirklich alle Funktionen bieten, die man im Blechbereich benötigt“, fasst Pauli zusammen. „Wir können jetzt im CAD wieder alles machen, ohne dauernd auf irgendeine Beziehung Rücksicht zu nehmen. Das ist für unsere Leute ein Riesenvorteil, weil sie gedanklich nur beim Werkzeug sein müssen.“