Walter Eggerstorfer
Walter Eggerstorfer, Leitung Formenbau bei Silhouette International in Linz

Die Feinzentrierungen werden dabei als Normteile in die Einsätze eingebracht, ein Kegel greift beim Zusammenfahren in eine konische Aussparung und rückt beim Schließen der Form die schwimmenden Einsätze in ihre korrekte Position. "Solche Zentrierelemente kannten wir schon seit Langem", ergänzt Eggerstorfer. "Sie sind eine preiswerte und intelligente Alternative zu den Führungen, bei denen der Formenbauer die Formnester bei der Montage exakt zueinander positioniert und dann fest und ohne Spiel verschraubt. Allerdings gab es sie bis vor Kurzem nur in größeren Durchmessern, so dass wir sie für unsere relativ kleinen Formen nicht verwenden konnten."

Zitat

"Die kleine Bauform der Meusburger-Zentriereinheit ist sehr praktisch – und so bei keinem anderen Anbieter zu finden. Damit finden die Elemente nahezu überall Platz. Das zahlt sich insbesondere auch dann aus, wenn wir nachträglich eine Form aufwerten müssen." Walter Eggerstorfer

Daher kamen standardgemäß Führungsstifte zum Einsatz, was bei Verschleiß am Werkzeug auf der Spritzgießmaschine schnell zu Ungenauigkeiten führte. „Das ging dann beim Versatz der Einsätze schnell in den Bereich von einigen Hundertstelmillimetern“, erinnert sich Eggerstorfer. "Das ist speziell bei Brillengestellen, bei denen der Kunststoff sichtbar bleibt, nicht akzeptabel."

Hundertstelmillimeter genau
Auf einen Hundertstelmillimeter genau – das ist der Anspruch der Fräser im Formenbau bei Silhouette. - Bild: werkzeug&formenbau

Im Dialog mit dem für sie zuständigen Anwendungstechniker des Normalienspezialisten Meusburger war diese Lücke im Angebot des Öfteren ein Thema. So lange, bis der Meusburger-Techniker vor einigen Jahren erstmals die Erweiterung des Feinzentrierungsprogramms bis hinunter auf Durchmesser 10 mm präsentieren konnte. "Damit können wir nun auch bei unseren relativ kleinen Formeinsätzen auf diese Zentriermethode zurückgreifen", erklärt Eggerstorfer. "Wir fräsen die Aufnahmebohrungen für die Zentrierelemente im ungehärteten Werkzeugstahl 1.2631 auf 9,5 mm Durchmesser vor und bringen auf dem Grund ein M3-Gewinde ein", erklärt der Formenbauleiter. "Dann werden die Einsätze auf 57 HRC gehärtet, und das Sackloch wird auf seinen Nenndurchmesser von 10 mm gefräst."

Formplatten von Meusburger
Auch die Formplatten kommen im Formenbau bei Silhouette International in der Regel von Meusburger. Bild: werkzeug&formenbau

Die Elemente der Feinzentrierung werden von der Trennebene aus mit Inbusschrauben befestigt – das ist einerseits sehr wartungs- und montagefreundlich und verhindert andererseits, dass die gehärteten Elemente die weichen Platten der Stammform beschädigen. Die Fixierung ist allerdings auch von der anderen Seite aus möglich.
Kleine Bauform der Feinzentrierungen ist einzigartig.

Das sagt die Redaktion

Wettbewerbsfähige Formen bauen

Gerade Werkzeugbauer haben einen Sinn für Perfektion. Kleinste Toleranzen sind eine Selbstverständlichkeit. Oft indes sind die Anforderungen, gemessen am Einsatzzweck, schlicht zu hoch: "Angsttoleranzen" ist der Begriff für übertriebene Genauigkeitsforderungen, die dem Konstrukteur oder der Arbeitsvorbereitung ein beruhigendes Gefühl geben, dabei aber eine große Gefahr in sich bergen: Die Kosten für Genauigkeit steigen nämlich nicht linear an, sondern exponentiell. Und dann ist man sehr schnell bei einer Form, die zwar alle Anforderungen – die gegenwärtigen ebenso wie alle eventuellen zukünftigen – im Übermaß erfüllt, aber schlicht nicht mehr bezahlbar ist. Deshalb: Werkzeuge nicht so genau wie möglich auslegen, sondern so genau wie nötig. So nämlich, dass sie im Pflichtenheft den Anforderungen aus dem Lastenheft exakt entspricht. Und lieber erst dann, wenn die Anforderungen im Nachhinein steigen und es wirtschaftlich umsetzbar ist, die Form technisch aufwerten. Richard Pergler

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