Filigrane Kunststoffteile: Diese Lefo-Form dient der Herstellung eines Automatik-Schalt-
knaufs von BMW.

Filigrane Kunststoffteile: Diese Lefo-Form dient der Herstellung eines Automatik-Schalt- knaufs von BMW.

Bei der Lefo Formenbau GmbH verrichten zwei brandneue Senkerosionsmaschinen von GF Machining Solutions – eine AgieCharmilles Form 3000 HP und eine AgieCharmilles Form 2000 VHP – zuverlässig ihren Dienst, ebenso wie eine Drahterodiermaschine AgieCharmilles CUT 300 und eine Koordinatenmessmaschine von Zeiss. Ausschlaggebend für die Beschaffung der AgieCharmilles CUT 300 waren die Funktionen ICP (Integrated Collision Protection) und Taper Expert. Taper Expert ermöglicht eine hochgenaue Konikbearbeitung bis ± 30° auf voller Höhe bis 400 mm und erreicht feinste Oberflächengüten im Konikbereich mit einer Rauheit Ra von bis zu 0,2 µm. Die ICP verhindert Kollisionen und reduziert so Ausfallzeiten und Kosten.

„Lefo stellt einen sehr hohen Anspruch an Genauigkeit“, erklärt Geschäftsführer Holger Kieninger. „Die Baureihen AgieCharmilles Form 2000 VHP und AgieCharmilles Form 3000 HP werden

AgieCharmilles Form 2000 VHP

Kompakt, leistungsfähig, automatisiert: AgieCharmilles Form 2000 VHP, Form 3000 HP, System 3R WorkPartner 1+ hat man sich bei Rothweiler spezialisiert.

diesen Ansprüchen gerecht, sie sind darauf ausgelegt, quasi auf Knopfdruck perfekte Ergebnisse zu erodieren, und das bei minimaler Nachbearbeitung.“

Doch nicht nur die Qualität der Senkerosionsmaschinen konnte Lefo überzeugen. Als Lösungsanbieter lieferte GF Machining Solutions zudem mit dem Palettenwechsler WPT 1+ von System 3R die passende Automation, die die beiden Senkerodiermaschinen mit Elektroden belädt. „Das System ermöglicht uns eine deutliche Steigerung der mannlosen Laufzeiten, was vor allem am Wochenende sehr wichtig ist. Wir erreichen jetzt Nutzungsgrade, von denen wir früher nicht zu träumen gewagt hätten“, erläutert Kieninger. „Alles kommt aus einer Hand: die hochpräzisen Senk- und Drahterosionsmaschinen wie auch die Automation, die Software und die Vermessungstechnik. GF Machining Solutions deckt alles ab.“ Für ihn ist es sehr angenehm, einen zentralen und kompetenten Ansprechpartner zu haben.

Holger Kieninger, Lefo

„Wir erreichen jetzt Nutzungsgrade, von denen wir früher nicht zu träumen gewagt hätten.“
Holger Kieninger, Lefo-Geschäftsführer

„Im Grunde fehlt jetzt nur noch eine Fräs- und eine Lasertexturierungsmaschine, dann hätte Lefo das gesamte Technologie-Portfolio von GF Machining Solutions im Maschinenpark“, meint Holger Kieninger. „Aber eins nach dem anderen. Die jüngsten Investitionen waren bereits ein Kraftakt. Ich setze auf ein gesundes Wachstum.“

 

 
 

Trends µ-genau

Lefo Formenbau Technologie GmbH

Bei der Auswahl der neuen Maschinen ließ Lefo größte Sorgfalt walten. Betriebsleiter Markus Oexle, seit 1982 im Betrieb tätig, entwickelte eigens ein Erodier-Testverfahren, um sicherzustellen, dass die Hersteller den Anforderungen entsprechen: Alle EDM-Hersteller haben von Oexle ein identisches Werkstück aus Stahl erhalten, mit identischer Elektrode und gleicher Bearbeitungsvorgabe. Die Ergebnisse haben die Experten bei Lefor dann mit einem selbst programmierten Messprogramm geprüft. Die Auswertung machte nach Aussage der Verantwortlichen deutlich: An GF Machining Solutions führt für Lefo kein Weg vorbei.

 

Tatsächlich hat Lefo Formenbau seit der Übernahme durch die Meku-Unternehmensgruppe im Jahr 2013 rund 1,5 Mio. Euro in die Modernisierung des Unternehmens gesteckt – für den Ankauf neuer Maschinen, neuer Fenster und Lichtquellen, einer neuen Programmiersoftware, eines Serverbereichs und eines ERP-Systems zur Materialbewirtschaftung. Gemessen am Jahresumsatz von rund 5 Mio. Euro ein bemerkenswertes Investitionsverhalten.

Doch warum waren Investitionen dieser Größenordnung überhaupt notwendig? Das Unternehmen – 1972 vom Stockacher Hugo Lehmann gegründet – wuchs kontinuierlich, bis der Weltkonzern Mitsubishi auf den Formenbauspezialisten

Lefo Test

Aufwendige Tests: Lefo schickte solche Prüfwerkstücke an diverse Maschinenhersteller. GF Machining Solutions erzielte das beste Ergebnis.

aufmerksam wurde und ihn schließlich 1992 übernahm. Die Japaner suchten einen Formenbauer für das damals boomende Audio- und Videokassetten-Geschäft. Mit der Verbreitung von DVDs und MP3-Playern trübten sich Ende der Neunzigerjahre die Aussichten für den mittelständischen Betrieb ein. Auf diesen disruptiven Innovationsschub hatte Mitsubishi keine Antwort. Der Unternehmensgründer schied aus, Lefo musste sich neu erfinden. Es folgte der Verkauf an die Roos & Kübler-Gruppe, der das Unternehmen in der Folge bis 2013 angehörte. „Lefo stellte in jener Zeit weiterhin hochqualitatives Werkzeug her und genoss in der Branche hohes Ansehen, aber es hatte sich ein Investitionsstau gebildet. Der Produktionsaufwand war nicht mehr marktgerecht,“ blickt Holger Kieninger zurück. „Deshalb haben sich die neuen Eigentümer der Lefo für die Anschaffung des neuen Maschinenparks entschieden.“

Lefo Produkte

Von Massenprodukten bis Kleinserien: Lefo deckt ein breites Spektrum ab, von Gardena-Stecksystemen bis zu Rotoren von diversen Elektroantrieben.

Qualität ist für Lefo überlebenswichtig

Bei Betrachtung des stolzen Kundenstamms von Lefo – unter anderem Bosch, B-Braun, Gardena, Hilti, Schäfler, Siemens, Fein – erscheint diese Entscheidung folgerichtig. Denn Qualität ist für Lefo überlebenswichtig. „Wir konkurrieren nicht mit chinesischen Billiganbietern“, betont Kieninger. „Unsere Formen weisen eine mittlere bis sehr hohe Komplexität auf.“ Als Beispiel präsentiert er einen kleinen Elektromotor-Rotor, der im Auftrag von Brose gefertigt wird. Die Metallteile werden mit einer Lefo-Form umspritzt. Zum Einsatz kommt dieses kleine, aber sehr komplexe Spritzgussteil im BMW i3. Doch Formen der Stockacher kommen auch in der industriellen Massenfertigung zum Einsatz: „Die Mehrkomponententechnik ist eines unserer Spezialgebiete“, ergänzt Kieninger. „So beliefern wir etwa Gardena. Deren technischer und optischer Anspruch ist sehr hoch. Auf einer unserer Formen werden allein bis zu 20 Mio. Teile für Gartengeräte hergestellt.“

Profil

Lefo Formenbau Technologie GmbH

Die Lefo Formenbau aus Stockach am Bodensee entwickelt und produziert komplexe Spritzgießformen für Steckverbinder, Elektrowerkzeuge, Automobil-Innenausstattung, Leuchtensysteme, 3D-Designteile, sowie Werkzeuge für die Pharma- und Kosmetikindustrie. Das Unternehmen beschäftigt rund 60 hoch qualifizierte Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2014 einen Umsatz von rund 5 Mio. Euro. Lefo Formenbau ist seit 2013 Teil der Unternehmensgruppe Meku. Der Verbund, mit Hauptsitz im baden-württembergischen Dauchingen ist aktiv in den Bereichen Mechatronik, Kunststofftechnik, Elektronik und Energiesysteme und deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette vom Projektmanagement bis zur Serienreife, von der Entwicklung und Konstruktion bis zur Produktion ab.

 

Für die Zukunft gut gerüstet

Der Lefo Formenbau sieht sich mit seinen neuen Maschinen, Automations- und Messsystemen von GF Machining Solutions gut gerüstet für die Zukunft. Die Zeichen stehen auf Wachstum, eine neue, 1200 Quadratmeter große Halle ist bereits

Lefo  Elektroden-Prüfung

Elektroden-Prüfung: Als Lösungsanbieter lieferte GF Machining Solutions auch eine Messmaschine mit Zeiss-Technik.
Bilder: GF Machining Solutions

in Planung – sie soll weiteren Maschinen Platz bieten. Holger Kieninger blickt nach vorne: „Wir wollen Lefo so zum Komplettanbieter entwickeln, der von der Idee bis zur Serie alles abdecken kann.“

Kontakt:

  • Lefo Formenbau Technologie GmbH, www.lefo-formenbau.de
  • GF Machining Solutions GmbH, www.gfms.com