Elektroden „Made by Jonscher“: Bereits 1994 hat man auf Graphit umgestellt, die Erodierleistung der GantryEagle 500 ist ein Quantensprung.

Elektroden „Made by Jonscher“: Bereits 1994 hat man auf Graphit umgestellt, die Erodierleistung der GantryEagle 500 ist ein Quantensprung.

Eine Begegnung, die zu kürzeren Durchlaufzeiten, höherer Qualität und einer drastischen Reduzierung der manuellen Nacharbeit führt

Es gab Nachholbedarf, Lücken mussten geschlossen werden, und die Maschinen sollten besser ausgelastet werden. Das größte Potenzial sah man beim Werkzeugbau Alfred Jonscher in Velbert in der Automatisierung des Senkerodierens. Das sollte die Basis sein, um das Unternehmen mit Automatisierung in ein neues Technologiezeitalter zu führen und gleichzeitig dem Marktdruck mit immer kürzeren Durchlaufzeiten und dem Anspruch an immer höhere Präzision gerecht zu werden.

Erste Erfahrungen in Sachen Automation, mit Dateistrukturen, Programmieren, Chipidentifikation hatte man bereits 2007 mit einem Job Management System (JMS) gesammelt, Elektroden

Gantry Eagle 500

Die Gantry Eagle 500 ersetzt zwei alte Maschinen. Die bessere Qualität der bearbeiteten Werkstücke reduziert die manuelle Nacharbeit deutlich.

schon vollautomatisch gefertigt. Für Geschäftsführerin Natalie Pickshaus-Jonscher war das automatisierte Senkerodieren allerdings nur ein weiterer notwendiger Schritt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit: „Wir haben uns schon vor Jahren zum Standort Deutschland bekannt. Um dieses Ziel mittel- und langfristig zu festigen, mussten wir etwas tun, um uns zum industriellen Formenbau weiterzuentwickeln. Deshalb standen auf unserer Agenda zahlreiche Punkte, die sich natürlich auch auf das Automatisieren der Maschinen konzentrierten, denn da waren wir organisatorisch bereits gut aufgestellt. Allerdings wollten wir uns in kleinen Schritten prozesstechnisch verändern, denn es zählt zu unserer Unternehmensphilosophie, dass wir nur investieren, was auch erwirtschaftet wurde. So war beabsichtigt, zunächst das Senkerodieren anzugehen, denn da gab es ja zu unseren Maschinen aus dem Jahr 2001 Quantensprünge. Beim Senkerodieren kommt man allerdings an einem Palettenwechsler nicht mehr vorbei, und deshalb waren wir auf der Suche nach einer auf unsere Anforderungen zugeschnittene Lösung.“

Zufallsbegegnung mit Folgen

Die Tests auf der Gantry Eagle 500 mit dem PalettenwechselsystemMultiChangePerformance von OPS-Ingersoll liefen sehr zufriedenstellend, das Angebot dafür war bereits vorhanden. Der Weg im Technologie-Center in Burbach führte allerdings direkt an einer Demons­trationslinienautomation mit einer 5-Achs-HSC-Fräsmaschine SpeedHawk 550, einer Senkerodiermaschine GantryEagle 500, einer Erowa-Messmaschine sowie einem Linearroboter Eagle Multichange Linear vorbei. Eine Begegnung, die schnell dazu führte, das Projekt automatisiertes ­Senkerodieren als Stand-Alone-Maschine zu vergessen.

Trends µ-genau

Klare Priorität
Konservativ betrachtet rechnet man beim Werkzeugbau Alfred Jonscher mit 7000 Maschinenstunden im Jahr. Eine Kapazitätserweiterung aufgrund der automatisierten Anlage sieht man allerdings nicht als oberstes Gebot, denn sowohl Prozesssicherheit wie Präzision genießen in Velbert einen weitaus höheren Stellenwert. Gerade wenn es um die Einzelfertigung hochwertiger Werkzeuge geht, stehen solche Faktoren in der Regel im Vordergrund.

Seit Ende 2013 steht diese Vorführ-Linienautomation nun 1:1 in Velbert. Die Anlage hat in allen Punkten, auch in Größe und Ausstattungsmerkmalen, exakt den Anforderungen der Verantwortlichen entsprochen. Besonders erfreulich für die Formenbauer war, dass das System in kürzester Zeit äußerst produktiv betrieben werden konnte. Die versprochenen 80 Prozent Reifegrad hatte man sehr schnell erreicht, und nach dem Beheben der „Tücken im Detail“ ist man mittlerweile bereits bei einem Reifegrad von 95 Prozent. Das lässt enorme Kapazitätssteigerungen zu. Für Natalie Pickshaus-Jonscher ist das aber nicht das Maß der Dinge: „Wir konnten mit dieser Automation unsere Baustellen schließen. Dazu zählte

Linienautomation mit Fräsmaschine SpeedHawk 550

Die Linienautomation mit 5-Achs-HSC-Fräsmaschine SpeedHawk 550, Senkerodiermaschine GantryEagle 500, Erowa-Messmaschine. Ein Ziel war, das Fräsen von Graphit und Stahl auf einer Maschine zu vereinen.

unter anderem das 5-Achs-Fräsen von Graphitelektroden und Stahl auf einer Maschine, die komplette Umstellung der Spannsysteme auf Erowa sowie das integrierte Messen, denn das führt zu deutlich besseren Ergebnissen. Zudem konnten wir durch die verlässlichere Technologie die Korrekturschleifen für unsere Kunden messbar verringern.“

Deutliche Reduzierung der manuellen Nacharbeit

Nicht allein die Präzision begeistert, es sind auch die hochwertigeren Oberflächen sowie die enorme Reduzierung der manuellen Nacharbeit, die einen deutlich geringeren Zeit- und Kostenaufwand umfasst. Beim Werkzeugbau Alfred Jonscher hat man mit der GantryEagle 500 zwei alte Maschinen ersetzt, und auch im Fräsen wurden die alten Maschinen sofort veräußert.

In Velbert hat man nichts dem Zufall überlassen. Zunächst informierte man sich bei OPS-Ingersoll-Anwendern vor Ort über derartige Anlagen. Dann veränderte man baulich die

Alfred Jonscher , Natalie Pickshaus-Jonscher, Felix Meyer

Alfred Jonscher (links), Natalie Pickshaus-Jonscher (Mitte) und Felix Meyer (rechts):
„Die Lösung von OPS-Ingersoll enthält einfach alles, was wir an Baustellen angehen
wollten. Die Ergebnisse zeigen klar, dass wir hier den richtigen Weg gegangen sind.“
Bilder: OPS-Ingersoll

Fertigungshallen, um die Produktion auf eine Ebene zu verlagern, und installierte eine Klimatisierung. Dem industriellen Werkzeugbau ist man damit ein großes Stück näher. Zumal das Projekt noch einen erfreulichen Nebeneffekt bewirkt: Es gibt kein Konkurrenzdenken zwischen den einzelnen Abteilungen mehr. Das Team ist enger zusammengerückt, das Prozessdenken steht im Vordergrund.

Kontakt: Alfred Jonscher GmbH Formenbau für Spritz- und Druckgießwerkzeuge, www.jonscher.com
OPS-Ingersoll GmbH, www.ops-ingersoll.de