Gut geplant ist schnell gefertigt

Der Werkzeugbau Gebrüder Ficker ist ein familiengeführtes Unternehmen mit langer Tradition – auch während der DDR-Zeit, in der der Betrieb verstaatlicht war, war immer jemand aus der Gründerfamilie im Unternehmen aktiv. Eine der Stärken der Marienberger Formenbauer sind Werkzeuge für Kunststoffspritzgießen mit Metall­einlegeteilen. Heute ist das Unternehmen mit seinen 40 hoch qualifizierten Mitarbeitern bekannt als verlässlicher Zulieferer insbesondere der Automotive- und Medizinindustrie.

Die Betriebsgröße ist für Geschäftsführer Martin Dietze genau richtig: „Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis“, betont er. „Aber wir arbeiten sehr stark an unserer Effizienz. Und dazu müssen wir exakt wissen, wo die Stellschrauben für optimale Betriebsabläufe, aber beispielsweise auch für eine fundierte Angebotserstellung liegen.“

Deshalb ist man im Unternehmen sehr früh daran gegangen, die Maschinenlaufzeiten zu erfassen – ein eigens erstelltes BDE-Programm ermöglichte den Verantwortlichen unter anderem eine saubere Nachkalkulation aller Projekte. „Das war ein guter Anfang – wir kamen aber sehr schnell zu dem Schluss, dass wir, um wirklich optimal arbeiten zu können, mehr Details benötigten, als wir in unserer BDE abbilden konnten“, erklärt Dietze. „Deshalb fingen wir an, beispielsweise für die Auftragsverwaltung und andere Bereiche diverse Excel-Listen zu erstellen.“ Damit waren die Daten zwar verfügbar, aber die verschiedenen Systeme und Listen waren nicht zueinander kompatibel. „Wir wollten letztlich ein System, in dem wir alle Daten zusammenfassen können und das uns so eine Komplettlösung inklusive Fertigungssteuerung bieten kann.“

Das sagt die Redaktion

Frontloading statt Troubleshooting
Wer am Anfang mehr Aufwand betreibt und Zeit und Energie in eine saubere Planung steckt, kommt in der Regel schneller, besser und mit weniger Mühe ans Ziel als jemand, der hier weniger akribisch ist und gleich in die Vollen geht. Ja, im Werkzeugbau ist Zeit kostbar. Aber gerade deshalb ist es wichtig, Prozesse von vornherein so einzusteuern, dass sie fehlerfrei ablaufen. Mit der richtigen Software im Hintergrund und einer kleinen Umstellung in der eigenen Arbeitsweise lassen sich so in vielen Fällen verblüffend große Optimierungspotenziale erschließen.
Richard Pergler

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Jedes Teil hat seine Arbeitskarte – sie enthält alle relevanten Informationen und ist per Barcode die Schnittstelle zur digitalen Welt von Segoni.PPMS.

Auf den Werkzeugbau zugeschnitten
Nach intensiven Vergleichen entschied sich Dietze für das PPMS-Komplettsystem Segoni.PPMS. „Diese Lösung bietet uns eine Organisationsstruktur, in der wir uns als Werkzeugbau wiederfinden“, erklärt Dietze. „Wir hatten sehr konkrete Vorstellungen, was wir von einem derartigen System erwarten. Segoni.PPMS ist auf die Bedürfnisse von uns Werkzeugbauern und Einzelfertigern maßgeschneidert, dazu ist es sehr flexibel, ist einfach zu bedienen und bietet trotzdem für versierte Nutzer zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Und vor allem: Es passt zu unseren Abläufen.“

Die Umstellung auf das neue System verlief absolut reibungslos. „Unsere Mitarbeiter waren bereits vorher gewohnt, ihre Aufträge an- und abzumelden, das machte den Wechsel zu Segoni.PPMS sehr einfach“, erklärt Dietze. „Und es bringt, speziell für die Werkzeugmacher, sehr große Vorteile: Sie sehen jetzt auf Knopfdruck, wo genau ihr Projekt steht – detailliert bis zu den einzelnen Komponenten.“

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Ordnung leicht gemacht: Dank der Segoni-Magnettaschen sind die Teile leicht zuzuordnen.

Deutliche Entlastung
Jede Position ist aktuell im System erfasst. Und gerade die projektverantwortlichen Werkzeugmacher konnten deutlich entlastet werden: „Die waren früher sehr viel mit organisatorischen Angelegenheiten beschäftigt, brachten ihre Teile zu den einzelnen Gewerken und mussten die Informationen den Maschinenbedienern vermitteln. Das hat sich jetzt deutlich geändert, die Werkzeugmacher sind von vielen organisatorischen Pflichten entlastet worden und haben jetzt wieder mehr Zeit, ihre Kompetenz in ihre Werkzeugprojekte einzubringen.“

Trends µ-genau

Daten schnell und aktuell
Wer seine Produktionsdaten durchgängig, effizient und systematisch nutzen will, benötigt eine leistungsfähige ERP/PPS-Software – ein System, in dem alle relevanten Daten aus dem Betrieb zusammengeführt werden. Der detaillierte Einblick in den Projektstatus aller Aufträge ermöglicht ein gezieltes Steuern der Fertigungsressourcen. Und so lässt sich mit einem Blick erkennen, wie weit ein Projekt gediehen ist, wieviel Stunden es bereits benötigt hat, was noch aussteht und was noch zu tun ist. Diese Übersicht ist ein wertvolles Tool für Unternehmens-, Projekt- oder Produktionsleiter, aber auch für die Bediener an der Maschine.

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Die Ordnung in der Software manifestiert sich im Betrieb heute in übersichtlichen Regalen – die
Arbeitskarten an den Aufträgen weisen den Weg.

Mit Segoni.PPMS laufen die Einzelteile mit einer Arbeitskarte durch die Fertigung, die alle relevanten Informationen enthält und per Barcodescan den Arbeitsfortschritt aktuell im System hinterlegt. „Die Arbeitsvorbereitung ist jetzt anspruchsvoller geworden – die Arbeitsreihenfolge muss festgelegt und die Arbeitskarte geschrieben werden“, erläutert Dietze. „Dafür ist die Notwendigkeit zum ,Troubleshooting‘ deutlich gesunken. Und vor allem: Wir können unseren Kunden jetzt mit einem Blick zuverlässig sagen, wie der Stand seines Werkzeugs ist. Das heißt im Klartext: Wir stecken jetzt zwar mehr Zeit in die Vorbereitung, aber die Zeitersparnis im Arbeitsprozess selbst ist dafür überproportional hoch.“

In der Fertigung stehen vier Terminals, die den Maschinenbedienern per Segoni.PPMS einen detaillierten Überblick über die gesamten Projekte und ihre eigenen Aufgaben geben. „Der Blick aufs Ganze ist uns wichtig – unsere Mitarbeiter denken mit und können so ihr Know-how gezielt für Optimierungen einbringen“, erläutert Dietze. „Weil jetzt alle relevanten Informationen verfügbar sind, entfallen die früher sehr häufig notwendigen Rückfragen. Das bedeutet für AV und Werkzeugmacher ein ruhigeres Arbeiten – sie können sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.“

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Bei Gebrüder Ficker entstehen komplexe Werkzeuge
unter anderem für Spritzgießteile mit Metalleinlegern.

Schnell zum detaillierten Überblick
Die Leitstandfunktion des Softwarepakets gibt sehr schnell einen detaillierten Überblick, zeigt sehr schnell auf, wo eventuell Verzögerungen zu erwarten sind und hilft dabei, Engpässe im Ablauf zuverlässig zu identifizieren. „Inzwischen laufen alle projektbezogenen Daten über Segoni.PPMS“, erläutert Dietze. „Die Datev-Schnittstelle sorgt für eine verlässliche und bequeme Anbindung an die Buchhaltung. Aber auch für unsere Preisfindung ist die Software ein sehr interessantes Tool – die Nachkalkulation ist bei Segoni sehr, sehr gut gelöst. Und so sind wir nicht auf ein vages Bauchgefühl oder auf Schätzungen angewiesen, wenn es um ein Angebot geht. Wir können auf validierte Daten aus früheren Angeboten zurückgreifen und so für unsere Kunden beste Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen liefern.“