Ins Volle mit Extraleistung

Ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl einer TFZ 3-1500 war die besonders ausgeprägte Fräsleistung

Bei Misslbeck gab es Investitionsbedarf beim Tieflochbohren. Verantwortlich für Missltools und Misslbucks in Ingolstadt ist Werkleiter Helmut Lehmeyer. Er leitet den Modell-, Formen- und Werkzeugbau, in dem 160 Mitarbeiter inklusive Auszubildende beschäftigt sind. Für eine 20 Jahre alte Tieflochbohrmaschine suchten er und seine Kollegen Ersatz.

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Im TFZ-Bearbeitungszentrum werden unter anderem auch Rundtische
für Spritzgießmaschinen gefertigt.

Das vorhandene Gerät entsprach hinsichtlich Kapazität und Fähigkeiten nicht mehr den heutigen Ansprüchen, so dass die Recherche und Kontaktaufnahme mit mehreren Herstellern auf den einschlägigen Fachmessen begann. In die engere Wahl kamen zwei Anbieter, darunter die Samag Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH mit ihrem TFZ-Konzept. Die kombinierte Bearbeitung mit Tiefbohren und Fräsen in einem Bearbeitungszentrum überzeugte die Misslbeck-Ingenieure. „Die Fräsbearbeitungsmöglichkeiten des Samag-Tiefbohr-Fräszentrums haben uns wirklich beeindruckt und gaben schließlich den Ausschlag, eine TFZ 3-1500 zu bestellen“, erklärt Helmut Lehmeyer. „Insbesondere die Vierseitenkomplettbearbeitung und die Möglichkeit, über die Tischkante hinaus zu fräsen, kamen unseren Bedürfnissen genau entgegen.“

Eine Nummer größer
Der Bereich Missltools baut Werkzeuge bis zu 30 t Gesamtgewicht. Diese Größenordnung führte zur Auswahl des Samag Bearbeitungszentrums TFZ 3-1500 mit der Zusatzoption für eine höhere Tischbelastung. So können Werkstücke mit bis zu 20 t Gewicht bearbeitet werden. Zusätzlich wählte Lehmeyer das optionale 2-Gang-Schaltgetriebe mit den Stufen 648 und 952 Nm. Das Vorschaltgetriebe ermöglicht maximale Bohrdurchmesser von 65 mm.

Trends µ-genau

Samag TFZ 3-1500 im Überblick
Die X-Achse bietet 2000, die Y-Achse 1250 mm Verfahrweg. Der Werkstückstörkreis liegt bei 2560 mm. Die maximale Bohrtiefe in einem Zug beträgt 1800 mm, der maximale Bohrdurchmesser liegt bei 65 mm. Die Maschine verspricht eine Fräsleistung im Material 1.2312 von 700 cm3/min.

Weitere Vorteile:

  • Quick Check Kinematics, QCK
  • Kollisionserkennung durch Maschinenairbag
  • dynamische Kollisionsüberwachung-DCM
  • Sicherheitsabfrage Spänepatrone und Lünetten
  • wirkungsgradstarke Antriebe nach IE2
  • energie- und funktionsoptimiertes Hydraulikaggregat
  • Netzrückspeisung der Bremsenergie
  • verbessertes Kühl- und Klimatisierungskonzept
  • große Pneumatikantriebe durch Servomotoren ersetzt
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Die Option auf höhere Tischbelastung erlaubt die Beladung des
Bearbeitungszentrums mit bis zu 20 t Gewicht.

Da das Fräsen mit einem 60 mm Fräser in volles Material zu den erforderlichen Bearbeitungsschritten gehört, war diese Option ein Hauptkriterium für die Modellauswahl. Einen wichtigen Pluspunkt sieht Lehmeyer in der um ± 30° schwenkbaren A-Achse, mit der die Bohr-Fräseinheit maximale Flexibilität in der Bearbeitung bietet. Hinzu kommt die 4-Seiten-Komplettbearbeitung. Damit können zum Beipiel Führungen oder Ausfräsungen in einer Aufspannung rundum angebracht werden, bis hin zum Konturfräsen.

In allen Punkten dazugewonnen
Auch Frank Scheerer, Leiter der Mechanischen Abteilung Formenbau, ist sehr zufrieden mit dem Tiefbohr-Fräszentrum aus Saalfeld, das seit Oktober 2013 in Betrieb ist. Auf der alten Tiefbohrmaschine konnten seine Mitarbeiter nur Bohren, und dafür musste teilweise noch vorgearbeitet werden. Zum Fräsen war der Umzug auf eine andere Maschine notwendig, mit entsprechenden Rüstzeiten.

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Der Formen- und Werkzeugbau der Misslbeck-Gruppe ersetzte eine 20 Jahre alte Tieflochbohrmaschine in Ingolstadt durch ein SAMAG-Bearbeitungszentrum.

„Wir haben eigentlich in allen Punkten dazugewonnen: sei es bei der Kapazität, der Effizienz, der Qualität, den Bearbeitungsmöglichkeiten, der Leistung oder der Flexibilität“, sagt Scheerer. „Das ist aber alles nichts ohne den richtigen Service, wenn man ihn mal braucht. Und da kann man sich auf Samag absolut verlassen – vom Einfahren bis zum Produktionsbetrieb.“

Das Bearbeitungszentrum Samag TFZ 3-1500 zeichnet sich wie alle Modelle der Baureihe mit seiner extrem steifen Maschinenstruktur aus, die das Fräsen mit großen Durchmessern erst ermöglicht. Alle im Kraftfluss befindlichen Teile der Reihe wurden unter statischen und dynamischen Gesichtspunkten mittels FEM (Finite-Elemente-Methode) optimiert. Die Fräsleistung beträgt im S1-Betrieb 475 cm3/min. Der konstruktive Aufbau und die hohe Steifigkeit des Bearbeitungszentrums erlauben Fräsoperationen, deren Leistung und Genauigkeit mit denen reiner Fräsbearbeitungszentren vergleichbar sind. Durch die Kombination zweier Bearbeitungsschritte werden Schnittstellen und Rüstvorgänge eliminiert. Die Verfahrwege der Maschine sind X = 2000 sowie Y und Z = 1250 mm. Der NC-Rundtisch misst 1800 x 1800 mm. Die Maschine kann Bohrungen mit einer maximalen Länge von 1.800 mm erzeugen.

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„Die Zusammenarbeit mit Samag läuft von der Planung bis zum Service sehr gut:
Telefonisch wird man sofort beraten, und bei Bedarf ist um-
gehend ein Techniker vor Ort.“
Frank Scheerer,
Leiter Mechanische
Abteilung Formenbau,
MT Technologies

Durchgehende Datenanbindung
Das Tiefbohr-Fräszentrum Samag TFZ 3-1500 überzeugt Frank Scheerer und Helmut Lehmeyer auch mit der durchgehenden Datenanbindung: „Bisher mussten wir die Produktionsparameter manuell an der Tieflochbohrmaschine eingeben, mit entsprechendem Aufwand und der Gefahr von Eingabefehlern. Die neue Maschine übernimmt die 3D-Daten direkt aus der Tiefloch-Bohrsoftware Gibcam Drill, ohne dass manuell etwas nachgetragen werden muss“.

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Die Einbringung des Werkstückes erfolgt durch die große Schiebetür des Tiefbohrfräszentrums TFZ 3-1500.

Die Formen- und Werkzeugbauer von MT Technologies fertigen auf der Maschine hauptsächlich Temperier- und Hydraulikbohrungen an Werkzeugen, aber auch die Lohnfertigung gehört zum Spektrum, zum Beispiel werden Rundtische für Spritzgießmaschinen bearbeitet. Dafür werden zwei gegenläufige Einzelbohrungen von 1.500 mm in das Werkstück gebracht, die sich natürlich in der Mitte genau treffen müssen – ein weiterer Grund für die 4-Seiten-Komplettbearbeitung in einer Aufspannung.

Die größten Formplatten, die Misslbeck in Ingolstadt fertigt, erreichen einen Gesamtbohrweg von weit über 100 m, die sich auf 100 bis 150 Einzelbohrungen am Werkstück verteilen. Jede Bohrung muss natürlich auch im selben Arbeitsgang angefräst werden und ein Gewinde für die Anschlussleitung erhalten. Der automatische 24-fach-Werkzeugwechsler hält dafür alle erforderlichen Werkzeuge bereit. Verarbeitet werden die Stahlsorten 1.2738 HH, 1.2311, 1.2343, 1.1730 und auch Aluminium.