Strukturteile
Auch Strukturteile gehören zum Portfolio von Schaufler Tooling. - Bild: werkzeug&formenbau

"Hier sind die Ansprüche an die Form so sehr gewachsen, dass es ohne Tuschieren nicht geht", verdeutlicht Heinrich. Dass Formen am Kran tuschiert werden, ist für Heinrich keine Lösung. "Da sind die Ergebnisse ja jedes Mal anders", ist er überzeugt. "Dazu kommt, dass die Werkzeughälften so niemals hundertprozentig planparallel aufeinandertreffen. Und vor allem: Der Anpressdruck, den die Schließeinheit der Druckgussmaschine auf die Form ausübt, fehlt bei dieser Variante komplett. Damit lassen sich keine validen Aussagen treffen. Gutes und sorgfältiges Tuschieren mit der dafür geeigneten Presse ist in der Branche nicht überall üblich." Zudem ist das Thema Sicherheit bei der Kran-Methode und ähnlichen abenteuerlichen Ansätzen zumindest sehr fragwürdig.

Millutensil MIL 306
Die Millutensil ist in den Boden eingelassen. So ist der untere Pressentisch in einer Ebene mit dem Hallenboden. - Bild: werkzeug&formenbau

Lange haben die Verantwortlichen bei Schaufler nach einer geeigneten Nachfolgerin für ihre zu klein gewordene Tuschierpresse gesucht. "Der Hersteller unserer alten Presse baut nicht in dieser Größenordnung, auch andere hersteller aus Deutschland haben mit ihren Lösungen nicht überzeugt", erinnert sich Heinrich. "Unsere neue Presse kommt aus Italien – eine Säulenpresse MIL 306 aus der Blue Line des Herstellers Millutensil. Die Tischmaße liegen bei 3500 x 2400 mm. Und um die um 180° gedrehte Obertischplatte so weit wie möglich herunterzufahren, wurden die Faltenbälge weggelassen", erklärt Heinrich. "Das bringt den oberen Tisch beim Ausschwenken um 350 mm weiter nach unten".

Druckgusswerkstücke für die Automotive-Industrie
Druckgusswerkstücke in erster Linie für die Automotive-Industrie sind die Domäne von Schaufler Tooling in Laichingen. - Bild: werkzeug&formenbau

Der Untertisch der Presse sollte mit dem Boden abschließen, so dass optimal gearbeitet werden kann und keine Stolperfallen entstehen. Das erforderte eine Grube im Hallenboden. "Der Aufwand hat sich gelohnt, das Handling ist jetzt optimal", verdeutlicht Heinrich. "Darüber hinaus lässt sich der Untertisch seitlich aus der Presse hinausfahren. Und auch der obere Pressentisch lässt sich ergonomisch positionieren."

In einem ersten Schritt schwenkt der obere Pressentisch bis auf 100°. Bei der nachfolgenden Abstiegsbewegung wird der Pressentisch auf zwei profilierten Konsolen aufgelegt und bis zur als Option gewählten Endposition auf 180° (standardgemäß lässt sich der obere Tisch auf 100° schwenken) vor die Presse gerollt. Er kann in jeder Zwischenposition angehalten werden. Nach dem vollständigen Schließen wird der Pressentisch automatisch mit hoher Präzision mittels eines Systems zentriert und verriegelt, das über hydraulische Zylinder angetrieben wird. Sicherheit wird groß geschrieben. So verhindern beispielsweise zwei hydromechanische Fallsicherungen bei einem eventuellen Abfall des Hydraulikdrucks zuverlässig ein Absacken des oberen Maschinentischs.

Das sagt die Redaktion

Ohne Tuschierpresse bald keine Aufträge mehr?

"Wer tuschiert, fräst nur nicht genau genug" – dieser Spruch geht inzwischen an der Wahrheit weit vorbei. Ja, für einfache Auf-zu-Formen mag es ja zutreffen, dass man die auf null gefrästen Teile einfach zusammensteckt – fertig. Wenn aber die Werkzeuge komplexer werden, führt für die meisten Experten kein Weg an einer leistungsfähigen Tuschierpresse vorbei. Manche OEM machen sogar inzwischen die Tuschierpresse zur Pflicht, ohne dass das explizit im Lastenheft steht. Aber für diese Auftraggeber ist die Tuschierpresse quasi ein „Quality Gate“, ein Garant dafür, dass die Zahl der Korrekturschleifen in der eigenen Produktion überschaubar bleibt und damit das Risiko von Verzögerungen minimiert wird. Wenn also Ihr Angebot nicht zum Zug kommt und Sie keine Tuschierpresse haben – fragen Sie doch einfach den Einkäufer einmal ganz direkt, ob es vielleicht daran liegt... Richard Pergler

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