Preiswerte Alternative

Gerade am Anfang, bei der Gründung eines Unternehmens, ist es in der Regel nicht einfach, die Maschinen zu finanzieren. „Klar – man wünscht sich immer die beste, die präziseste, die leistungsfähigste Maschine“, erklärt Alexander Schächtel, Geschäftsführer der XS-3D GmbH im oberpfälzischen Postbauer-Heng. „So hatte auch ich eine ganz bestimmte Maschine eines japanischen Herstellers im Auge – aber der Preis meiner Wunschmaschine überstieg meine Möglichkeiten bei Weitem.“ Trotzdem, Kompromisse wollte Schächtel bei der Maschinenbeschaffung nicht eingehen. „Bei allem Zwang zur Sparsamkeit – ich muss prozesssicher auf einen Hundertstelmillimeter genau arbeiten und das auch meinen Kunden garantieren können“, erklärt er. „Da wird bei kleinem Budget die Zahl der möglichen Hersteller sehr schnell überschaubar.“

Nach ausführlichen Vergleichen kam Schächtel schließlich auf den amerikanischen Werkzeugmaschinenhersteller Haas Automation. „Wir waren anfangs sehr skeptisch – wir hatten keinerlei Erfahrungen mit Werkzeugmaschinen aus Amerika“, erläutert er. „Unsere Vorbehalte waren aber sehr schnell widerlegt, die Haas-Maschinen, die wir uns ansahen, waren alle qualitativ sehr hochwertig verarbeitet.“

Das sagt die Redaktion

Bewusste Entscheidung
Wer einen Ford Focus kauft, muss sich nicht wundern, dass er weniger Motor, weniger Speed und auch weniger Sozialprestige bekommt als beim Kauf eines 7er-BMW. Aber er hat ein zuverlässiges Auto für viele Einsatzfälle. Gleiches gilt für Bearbeitungszentren: Wer eine Haas VM-3 kauft, kommt vielleicht nicht in jenen High-End-Bereich, in dem Toleranzen im einstelligen µm-Bereich gefordert sind. Aber er kann ein breites Teilespektrum in einer ordentlichen Qualität zu einem vernünftigen Stundensatz anbieten. Die Kalkulation macht‘s – Anwender, die sich dieser Einschränkungen bewusst sind, können mit einer hochwertigen Low-Budget-Maschine oft zu besseren Preisen liefern als viele Hightech-Wettbewerber.
Richard Pergler

Haas 2

Wenn es auf den Hundertstelmillimeter ankommt, kann Alexander Schächtel sich auf seine Haas-Maschinen absolut verlassen.

Seine Wahl fiel daher auf eine Haas VM-3: „Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis – und vor allem die Bearbeitungsqualität“, ist er überzeugt. „Das, was wir unseren Kunden in Sachen Qualität versprechen, können wir mit dieser Maschine auch zuverlässig liefern.“ Und das zu Anschaffungskosten, die bezahlbar waren: „Für meine Traummaschine aus Fernost hätte ich bei vergleichbarer Achszahl und entsprechender möglicher Werkstückgröße zweieinhalbmal mehr Geld in die Hand nehmen müssen als für das Haas-Zentrum“, hat Schächtel nachgerechnet. „Und mit der VM-3 bin ich auch heute noch sehr zufrieden.“

Deshalb dauerte es nicht lang, bis die zweite VM-3 den Weg in den Betrieb fand. „Das war im Jahr 2009, als die Krise gerade richtig zugeschlagen hatte“, erklärt Schächtel. „Wir haben investiert und die Maschine zu unschlagbaren Konditionen bekommen – so konnten wir sehr schnell produktiv werden, als die Aufträge nach der Krise wieder kamen.“

Haas 3

Einfacher und cleverer Maschinenaufbau: Inzwischen steht bei XS-3D neben den beiden Werkzeugbaumaschinen Haas VM-3 auch eine Haas VF-4ss in der Halle.

Einfach und clever
Den Aufbau der Haas-Maschinen, die vor zwei Jahren noch um eine Haas VF-4ss ergänzt wurden, bezeichnet der Unternehmer als einfach und clever: „Das fängt beim Schaltschrank an, der mit sehr wenigen standardisierten Platinen auskommt“, erklärt er. „Die lassen sich bei einer Störung auch sehr leicht austauschen.“

Bei den Haas-Maschinen sind Spindeln im Einsatz, die bis 12 000 min-1 drehen. „Wir nutzen die Inline-Spindeln gleichermaßen fürs Schruppen und Schlichten, Gewinde bohren wir bis M24 – was darüber hinausgeht, haben wir bislang schlicht noch nicht ausgetestet“, betont Schächtel. „Das Spektrum der eingesetzten Materialien reicht dabei von verschiedenen Modellbaukunststoffen über Kaltarbeitsstähle wie beispielsweise 1.2379 bis zu gehärteten Werkstoffen. Beim Fräsen hatten wir auch schon des öfteren Werkstoffe bis HRC 63 zur Hartbearbeitung auf den Haas-Bearbeitungszentren.“ Die Maschinen schaffen das problemlos, sie sind sehr steif gebaut und dabei auch leistungsfähig genug für derartige Aufgaben. Auch in der Hartbearbeitung waren die Maschinen noch weit von ihren Grenzen entfernt.

Prozesssicher zum optimalen Teil
„Für gute Ergebnisse ist es aber auch wichtig, die richtigen Werkzeuge einzusetzen“, betont der Zerspanungsspezialist. „Hier ist das billigste Fräswerkzeug nicht unbedingt immer auch das preiswerteste – wir verwenden meist hochwertige Fräser in Verbindung mit gewuchteten Haimer-Schrumpffuttern, um prozesssicher hohe Standzeiten und optimale Bearbeitungsqualitäten zu erzielen.“

Trends µ-genau

Haas VM-3
Die VM-3 ist ein vertikales Bearbeitungszentrum für den Formenbau mit einem Bearbeitungsvolumen bis 1016 x 660 x 635 mm, SK-40-Spindel, 22,4-kW-Vektorantrieb bis 12 000 min-1 und Inline-Direktantrieb und ist laut Hersteller auch für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung und für synchronisiertes Gewindebohren ausgelegt. Der seitlich angeordnete Werkzeugwechsler bietet 24+1 Magazinplätze. Die Maschine arbeitet mit Eilgängen bis zu 18 m/min und verfügt über ein automatisches Spänefördersystem (Spirale) und eine programmierbare Kühlmitteldüse.

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Alexander Schächtel, XS-3D: „Das Bedienkonzept der Steuerung ist durchdacht, ein versierter Bediener kommt nach weniger als einem Tag mit der Maschine klar. In die Feinheiten der Steuerung haben wir uns sehr schnell eingearbeitet.“

Programmiert werden die Haas-Zentren extern am PC, die Haas-eigene Steuerung erlaubt eine einfache Bedienung der Maschine. „Da wir an allen Maschinen die gleiche Steuerung haben, ist es für unsere Mitarbeiter sehr einfach, zwischen den Maschinen zu wechseln“, erläutert Schächtel. „Das Bedienkonzept der Steuerung ist sehr durchdacht, ein versierter Bediener kommt nach weniger als einem Tag mit der Maschine klar. Und in die Feinheiten der Steuerung mit all ihren Möglichkeiten haben wir uns sehr schnell eingearbeitet.“

Mit dem Haas-Service ist Schächtel sehr zufrieden. „Ganz in unserer Nähe ist ein Haas Factory Outlet, ein HFO“, erklärt er. „Die räumliche Nähe und die schnelle Verfügbarkeit waren für mich wichtige Kriterien beim Maschinenkauf – schließlich werden heute die Lieferfristen immer kürzer, einen längeren Ausfall können wir uns nicht leisten. Bisher haben wir nur gute Erfahrungen mit dem Haas-Service.“

Die Qualität stimmt
Schächtel ist sich durchaus bewusst, dass er mit der Entscheidung für eine preiswerte Maschine und damit einen relativ niedrigen, wettbewerbsfähigen Maschinenstundensatz auch die Weichen für ein ganz bestimmtes Teilespektrum gestellt hat. „Das bedeutet unter anderem auch, dass wir bei geforderten Toleranzen im einstelligen µm-Bereich einen Auftrag nicht guten Gewissens annehmen können – das gibt die Maschine nicht absolut sicher her“, räumt er ein. „Ich kann für den Preis einer Haas VM-3 auch nicht erwarten, dass sich damit das µ so spalten lässt wie mit einem um ein Mehrfaches teureren Höchstpräzisionsbearbeitungszentrum. Toleranzen im Hundertstelbereich jedoch können wir mit den Haas-Bearbeitungszentren absolut zuverlässig und prozessicher erzielen – danach haben wir unser Bearbeitungsspektrum ausgerichtet. Und hier stimmt die Qualität unserer Arbeit – das bestätigen uns unsere Kunden immer wieder.“