Bei Weisser konzentrieren sich die Werkzeugmacher auf ihre Kernkompetenz. Aufbauten und andere Standards werden zugekauft.

Bei Weisser konzentrieren sich die Werkzeugmacher auf ihre Kernkompetenz. Aufbauten und andere Standards werden zugekauft.

Bei Formaufbauten, Normalien und anderen Komponenten verlassen sie sich auf ihren Partner Meusburger – seit mehr als 30 Jahren

Spulenkörper und Gehäuse für Sensoren, Magnete, Transformatoren, Relais und Motoren aus Neresheim sind inzwischen seit mehr als 60 Jahren am Markt etabliert. Bei Weisser Spulenkörper entstehen neben einer Vielzahl an aktuellen Katalogprodukten auch individuell maßgeschneiderte Präzisionskunststoffteile. Zum Spektrum gehören auch technische Kunststoffteile mit optischer und sensorischer Prozessüberwachung. Die Hybridteile sind hoch komplex – sie verlangen hochpräzise, ausgefeilte Werkzeuge.

 

Hohe Anforderungen an die Werkzeuge

Die Anforderungen an die 25 Werkzeugmacher sind dementsprechend hoch – Werkzeuge mit bis zu 30 Kavitäten für Kunststoffteile mit Metalleinlegern gehören ebenso zum Aufgabenspektrum wie das

Weisser Produkte

Eine Spezialität der Werkzeugmacher in Neresheim sind Werkzeuge für Spritzgießteile mit Metalleinlegern oder mit bis zu 80 Drähten, die in einem einstufigen Prozess umspritzt und abgelängt werden.

Umspritzen und Ablängen von bis zu 80 Metalldrähten in einem Werkzeug. „Metall-Kunststoff-Verbindungen als einstufiger Prozess sind eine unserer Spezialitäten“, berichtet Karl Minder, Leitung Werkzeugbau. „Wir müssen dabei eine breite Teilevielfalt abdecken: Die Spritzgewichte unserer Artikel liegen zwischen 0,1 und 450 g. Dabei kommen je nach gewünschter Eigenschaft höchst unterschiedliche Kunststoffe zum Einsatz – oft haben wir auch glasfaserverstärkte Materialien zu berücksichtigen.“ Die Werkzeuggewichte bewegen sich zwischen 40 kg und 1,5 t – bis 500 x 500 x 800 mm reichen die typischen Dimensionen.

Das sagt die Redaktion

Nicht am falschen Ende sparen

Klar kann es sein, dass man die eine oder andere Schraube, das eine oder andere Stück Werkzeugstahl beim Großhändler um die Ecke ein paar Cent billiger bekommt. Trotzdem verlassen sich immer mehr Werkzeugmacher auf Komplettsets, in denen ihnen der Normalienlieferant das gesamte für ein Werkzeug benötigte Material vordimensioniert und teilweise bereits angearbeitet zur Verfügung stellt. Denn der Aufwand, die einzelnen Posten zusammenzutragen und womöglich aus einem Dutzend verschiedener Quellen zu bestellen, kostet Zeit. Und die steckt ein hochqualifizierter Werkzeugbauexperte doch weit sinnvoller in jene Tätigkeiten, die seine Kernkompetenz ausmachen. Sonst sind ein paar Cent Ersparnis teuer erkauft.
Richard Pergler

In den Werkzeugen kommen bei Weisser zwar auch Heißkanäle zum Einsatz. „Aber zu 80 Prozent – insbesondere für das letzte Wegstück unmittelbar vor der Anspritzung – arbeiten wir mit Kaltkanal“, erläutert Minder. „Gerade bei Metalleinlegern und Drähten müssen wir sehr exakt arbeiten, damit es keine Spalte gibt, durch die Kunststoff entweichen kann. Hier liegen wir am Werkzeug durchaus im Bereich von wenigen µm.“

Für die mechanische Bearbeitung der Werkzeugkomponenten sind die Werkzeugbauer bestens gerüstet, ihnen stehen unter anderem leistungsfähige Bearbeitungszentren von Hermle und Fehlmann sowie

Weisser Werkstatt

Die Werkzeugmacher sind mit allen relevanten Technologien ausgestattet. Künftig sollen die Abläufe noch weiter automatisiert werden.

eine Erodieranlage von Zimmer+Kreim an einem Chameleon zur Verfügung, das auch eine Zeiss-Messmaschine mit einbindet. „Hier wollen wir mittelfristig auch das Elektrodenfräsen integrieren – Ziel ist die Automatisierung von Routineprozessen und das Eliminieren von Fehlerquellen“, erklärt Minder. Konstruiert wird bei Weisser auf Visi, alle relevanten CNC-Maschinen sind vernetzt, die Fertigung läuft weitgehend papierlos. So sind Übertragungsfehler nahezu ausgeschlossen, und beim Aufruf von Daten oder Zeichnungen ist sichergestellt, dass stets der aktuelle Stand der Daten vorliegt.

Durchlaufzeiten der Werkzeuge verkürzen

Eine weitere Maxime ist, die Durchlaufzeiten der Werkzeuge möglichst kurz zu halten. „Wir spüren den Zeitdruck unserer Kunden“, erklärt der Werkzeugbauleiter. „Und wir unternehmen alles, um unseren Auftraggebern gerade bei neuen Produkten zu helfen, die time to market so kurz wie möglich zu halten.“ Nur rund 12 bis 16 Wochen dauert es trotz der Komplexität der

Weisser Konstruktion

Konstruiert wird auf Visi. Ins Programm lassen sich Normalien direkt aus dem Meusburger-Katalog übernehmen.

Werkzeuge im Regelfall, bis der Kunde die ersten Teile in der Hand hält.

Die kurzen Durchlaufzeiten bedeuten indes auch, dass die Werkzeugbauer mit ihren Kapazitäten haushalten müssen und sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren – die formgebenden Komponenten eines Werkzeugs, an denen auch die signifikanteste Wertschöpfung generiert wird. „Hierfür sind unsere fertigungstechnischen Anlagen ausgelegt“, betont Minder. „Eine rationelle Werkzeugproduktion beruht auf einer sinnvollen Standardisierung. Das fängt in der Konstruktion an und geht bis zur Verwendung von vorgefertigten Qualitätskomponenten im Werkzeug.“

Trends µ-genau

Rationell mit Standards

Wer bei jedem Werkzeug das Rad neu erfindet, tut sich schwer – besser ist, den optimalen Lösungsweg zu ermitteln und gleiche Herausforderungen dann auf die immer gleiche Art zu lösen. „Best Practice“ und Standardisierung sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Wer beispielsweise immer wieder Standardkomponenten verwendet, kann diese unabhängig vom Auftragsaufkommen vorab produzieren. Und wer keine Lagerhaltung haben möchte und sich mit seinen hochwertigen Maschinen lieber auf die Kernkompetenz der Werkzeugbauer – die formgebenden Komponenten eines Werkzeugs und ihr perfektes Zusammenspiel – konzentrieren möchte, sucht sich einen Partner. Meusburger hat sich als Zulieferer für Formaufbauten und andere Normalien einen sehr guten Namen erarbeitet. Nicht umsonst pflegt Weisser mit dem österreichischen Normalienspezialisten eine Partnerschaft, die inzwischen schon 30 Jahre hält.

Gerade standardisierte Komponenten bieten sich hier als Zukaufteile an: „Alles, was es bereits als Standardprodukt in einer entsprechend guten Qualität am Markt gibt, fertigen wir in der Regel nicht selbst, sondern kaufen es von ausgesuchten, meist langjährigen Partnern zu“, erläutert Minder die Strategie. „So ist sichergestellt, dass die Qualität stimmt.“

Weisser Normalien

Alles in einem Set: Auch wenn einzelne Teile vielleicht beim Händler um die Ecke ein paar Cent billiger wären – alles aus einer Hand zu beziehen hat deutliche Vorteile.
Bilder: Weisser, werkzeug&formenbau

Formaufbauten, Platten, Säulen und andere Normalien kommen von Meusburger aus Wolfurt im österreichischen Vorarlberg. „Diese Partnerschaft währt inzwischen seit mehr als 30 Jahren, und wir sind noch nie enttäuscht worden“, berichtet Minder. „Der Stahl bei Meusburger hat eine hohe und gleichmäßige Qualität. Insbesondere das Plattenmaterial wird in einem der drei hauseigenen Glühöfen spannungsarm geglüht. Und zwar nicht nur für ein bis zwei Stunden wie bei anderen Normalienherstellern, sondern gründlich – der Stahl hat bei Meusburger offensichtlich die Zeit, Spannungen abzubauen.“ Und das ist bei der Bearbeitung spürbar: Verzug spielt beim Zerspanen der Meusburger-Komponenten so gut wie keine Rolle.

 

Auch Sonderwünsche werden ernstgenommen

Die Werkzeugbauer bei Weisser schätzen an Meusburger die hohe Liefertreue und die kurzen Lieferzeiten – ein wichtiges Plus in Zeiten eines hohen Termindrucks. Und Meusburger baut seine Kapazitäten ständig mit Hochdruck aus, damit das auch so bleibt.

Auch wenn die Stärken von Meusburger naturgemäß im Standard liegen – der Normalienlieferant erfüllt auch Sonderwünsche: „So bekamen wir eine maßgefertigte Spannplatte für den Rundtisch auf einer unserer Hermles“, erinnert sich Minder. „Und weil diese Platte sich auch für andere Anwender als vorteilhaft erwiesen hat, gibt es sie heute ab Katalog. Hier wird deutlich, dass die Verantwortlichen bei Meusburger auf die Branche hören und Wünsche und Anregungen schnell aufgreifen und umsetzen. Eine Flexibilität, die wir sehr schätzen.“

Profil

Weisser Spulenkörper GmbH & Co. KG


Weisser ist seit mehr als 60 Jahren ein renommierter Hersteller von technischen Kunststoffteilen. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1922. Heute arbeiten rund 200 Mitarbeiter mit ausgefeilter und aktueller Technik in Fertigung, Werkzeugbau und Qualitätssicherung. Dabei setzt das Unternehmen zunehmend auf effiziente Automatisierungstechnik. Das Leistungsspektrum umfasst insgesamt über 4500 Artikel aus mehr als 100 Materialien. Die große Auswahl an Katalogprodukten wird dabei ergänzt um maßgefertigte Produkte, die nach individuellen Kundenspezifikationen hergestellt werden.

 

Alles aus einer Hand

Inzwischen bezieht Weisser nicht nur Formaufbauten und andere Stahlnormalien von Meusburger, sondern auch Komponenten wie Hydraulikzylinder, Schieber oder Stufenauswerfer. Selbst die für die Montage notwendigen Schrauben

Karl Minder, Weisser

„Wir spüren den Zeitdruck unserer Kunden. Und wir unternehmen alles, um unseren Auftraggebern gerade bei neuen Produkten zu helfen, die time to market so kurz wie möglich zu halten.“
Karl Minder,
Leitung Werkzeugbau

kommen aus Wolfurt – vorkonfigurierte Komplettsets, die alle Rohteile und das gesamte Zubehör umfassen, die für das jeweilige Werkzeug benötigt werden.

Für die Konstrukteure besonders vorteilhaft: „Die Meusburger-Kataloge sind direkt von Visi aus zugänglich“, erklärt Minder. So lassen sich direkt aus der Konstruktion heraus die Bestelllisten erstellen, und die Materialien sind schnell und fristgerecht im Haus. „Und zwar genau dann, wenn wir sie benötigen. Die Verlässlichkeit, die Schnelligkeit und die Flexibilität unseres Partners und die hohe Qualität der Produkte bestärken uns immer wieder darin, die Partnerschaft mit Meusburger auch in Zukunft fortzuschreiben.“

Kontakt:

Weitere interessante Videos finden Sie auf dem Youtube-Kanal der werkzeug&formenbau.