Flachschleifmaschine, Okamoto, Rundschleifen, Formstift

Um auf einer Flachschleifmaschine rundschleifen zu können, wird eine zusätzliche Einrichtung benötigt, die das Werkstück – in diesem Fall den Formstift – rotiert. - Bild: werkzeug&formenbau

Die Werkzeug- und Formenbaubranche ist hart umkämpft, und die Prioritäten beim Kunden sind klar: Der Unternehmer, der am schnellsten auf Anfragen reagiert und höchst flexible Fertigungsabläufe bieten kann, macht das Rennen und darf sich über den Auftrag freuen. Deshalb ist es gerade bei Kernprodukten ratsam, sich auf die eigene Expertise zu verlassen.

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Know-how im eigenem Haus

Schleifscheibe, Profil, Okamoto
Das Profil der Schleifscheibe entspricht dem Negativprofil der Werkstückkontur. - Bild: werkzeug&formenbau

Diese Erfahrung haben auch die Spritzgussexperten bei Riel in Oberderdingen gemacht. Bei der Herstellung ihrer Werkzeugstifte zur Produktion von medizinischen Kanülen setzen sie deshalb auf Eigenfertigung. Marcus Härter, technischer Betriebsleiter, erklärt: "Wir spritzen in unserer eigenen Kunststoffgießerei etwa 150 000 Kunststoffkanülen pro Tag. Die Formstifte sind Verschleißteile, die wir jedesmal präzise rundschleifen müssen."

Jeder Werkzeugstift steckt in einer Kanüle und sorgt beim Spritzgussprozess für die entsprechende Innenkontur des Plastikteils. Je Ausführung und Durchmesser des Formstifts variiert die mögliche Durchlaufmenge der Infusionslösung im späteren Gebrauch genauso wie der Verschleiß: Je größer der Durchmesser, desto stabiler und länger hält ein Stift.

Zitat

"Wir haben uns bewusst für eine Flachschleifmaschine entschieden. Nur so war es möglich, den Rundlauf und die Genauigkeit zu gewährleisten." Marcus Härter

Marcus Härter, Riel GmbH & Co. KG
Marcus Härter, technischer Betriebsleiter bei der Riel GmbH & Co. KG. - Bild: werkzeug&formenbau

Um das Profil in die extern zugekauften Normteile einzubringen, nutzten die Formenbauer bis vor einem Jahr noch eine konventionelle Flachschleifmaschine. Härter berichtet: "Die alte Anlage entsprach einfach nicht mehr dem Stand der Technik. Unser Ziel war, die Durchlaufzeiten zu reduzieren, noch engere Toleranzen zu gewährleisten und insgesamt wirtschaftlicher zu fertigen. Abgesehen davon wollten wir auf eine CNC-gesteuerte Anlage umsteigen, um die Automatisierung in diesem Bereich voranzutreiben." Maschinenpartner Okamoto modifizierte mit den Experten von Riel das Modell ACC 42 SA-iQ über Jahre, bis die CNC-Präzisions-Profilschleifmaschine dem Anforderungsprofil der Formenbauer entsprach.

Erfolgreich modifiziert

Korundschleifscheibe, Okamoto
Um die Schleifscheibe vor dem eigentlichen Schleifvorgang zu profilieren, werden Diamanten an der Korundschleifscheibe entlanggeführt. - Bild: werkzeug&formenbau

Die Anlage ist nun auf die Bearbeitung rotationssymmetrischer Teile ausgerichtet und mit der neuen Okamoto-iQ-Touchscreen-Steuerung ausgestattet, die mit einer einfach bedienbaren Software und komfortabler Bedienoberfläche überzeugt. Der technische Betriebsleiter verrät: "Natürlich zogen wir auch andere Maschinenhersteller in Betracht. Jedoch hatten wir bereits mehrere Schleifmaschinen von Okamoto im Betrieb und konnten in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen sammeln. Da auch die anderen Anbieter ihre Maschinen hätten anpassen müssen, brachte letztlich das Preis-Leistungs-Verhältnis die Entscheidung. Darüber hinaus hat uns Okamoto über den gesamten Zeitraum hervorragend betreut."

Profil

Riel GmbH & Co. KG

Seit mehr als 50 Jahren fertigt der inhabergeführte Familienbetrieb Riel am Standort Oberderdingen Werkzeuge zur Fertigung technischer Kunststoffspritzgussteile aus hochwertigen thermoplastischen Kunststoffen für Branchen wie die Elektro- und Medizintechnik sowie den Automotive-Bereich. Das Produktportfolio der Formenbauer erstreckt sich von der Konstruktion und Entwicklung über den Werkzeug- und Formenbau bis zur Auslieferung der fertigen, veredelten Teile. Darüber hinaus bietet das Unternehmen CNC-Universalfräsen, HSC-Hartfräsen, Flach-, Rund- und Koordinatenschleifen, CNC-Drehen, Draht- und Senkerodieren und Polieren in Lohnarbeit an. Für die Realisierung individueller Kundenwünsche stehen auf einer Produktionsfläche von rund 9000 m² 50 Spritzgießmaschinen mit einer Zuhaltekraft von 15 bis 550 t und einem Spritzgewicht von 0,05 bis 1300 g zur Verfügung. Derzeit werden 134 Mitarbeiter und sechs Auszubildende beschäftigt.