RSB Formenbauer

RSB bietet für Formenbauer sämtliche Arbeitsschritte vor dem Härten an. - Bild: RSB

Aktuell kümmern sich bei RSB 185 Mitarbeiter in fünf Abteilungen um die Belange der Anwender. Zum Angebotsspektrum gehören neben Serviceleistungen wie Brennschneiden, Sägen, Flachschleifen, drei-, vier- und fünfachsige CNC-Bearbeitung, Lohnbearbeitung, Spannungsarmglühen, Schweißen, Sandstrahlen und Lackieren die gezielte Fertigung von Form- und Stanznormalien, von Formaufbauten sowie von Säulenführungsgestellen und Präzisionsflachstählen.

Bauteil Tebis

2,5D- und 3D-Programme werden komplett mit Tebis erzeugt. – Bild: RSB

Seit 2014 hat sich RSB auch zusammen mit seinem Schwesterunternehmen Vario-Metall beim Vorschruppen von Formplatten und Einsätzen einen Namen gemacht. Insgesamt kann das Unternehmen mit monatlichen Maschinenlaufzeiten von rund 15.000 h kalkulieren. 25 Bearbeitungszentren aller Bauarten und Größen verteilen sich auf einer Produktionsfläche von mehr als 10.000 Quadratmeter. Besonders beachtlich: Nur 20 Prozent des Umsatzes entfallen auf die Herstellung von Normalien.

Profil

RSB Rationelle Stahlbearbeitung GmbH & Co. KG

RSB bietet für Formenbauer sämtliche Arbeitsschritte vor dem Härten – also von Einwinkeln über Tiefbohren bis Vorschruppen – an. Von großem Nutzen ist hier die enge Verzahnung von RSB mit dem fast zehn Jahre jüngeren Schwesterunternehmen Vario-Metall. Vario-Metall übernimmt das Einwinkeln und Tiefbohren der Werkzeugeinsätze, RSB schruppt die Bauteile anschließend vor. Da sich beide Unternehmen ein Werksgelände teilen und unter einer Geschäftsführung agieren, sind kurze Transport- und Kommunikationswege gewährleistet. Der wirtschaftliche Benefit ist deutlich spürbar.

Hoher Anteil an Sonderteilen

Viel mehr, nämlich zirka 80 Prozent, macht der Anteil von Sonder- und Einzelteilen aus – die Fertigung solcher Bauteile, die jedes Mal anders aussehen können, stellt an Planung und Produktion besonders hohe Anforderungen.

RSB Bauteil Qualitätsprüfung

Geschlichtetes Bauteil bei der Qualitätsprüfung. – Bild: RSB

Die Arbeitsabläufe sind straff organisiert. Der Vertrieb prüft die Anfrage, erstellt die Auftragszeichnung und legt die einzelnen Fertigungsschritte fest. Die Mitarbeiter in der Datenverwaltung bereiten die Modelle für die NC-Programmierer vor, die NC-Programmierer übergeben die fertigen Programme schließlich mit der genauen Anforderungszeichnung an die Fertigung. Auch in der Maschinenhalle ist alles auf Effizienz ausgerichtet, die Maschinen sind im 3-Schichtbetrieb rund um die Uhr besetzt. Dabei legt RSB höchsten Wert auf eine umfassende Qualitätskontrolle: Für jede Maschine ist jeweils nur ein Maschinenbediener pro Schicht verantwortlich.

Dank eines leistungsfähigen ERP-Systems behalten alle am Prozess Beteiligten stets den Überblick. Die kalkulierten und die tatsächlichen Bearbeitungszeiten werden nach Abschluss des Auftrags miteinander abgeglichen. Liefertermine lassen sich so schon im Vorfeld genau planen, jeder Auftraggeber kann bereits lange vor dem eigentlichen Dateneingang Kapazitäten reservieren. Ein leistungsfähiger Webshop mit integriertem Konfigurator für L-Platten und Säulenführungsgestelle macht die Bestellvorgänge für Anwender und Händler sehr komfortabel. Und wer eine schnelle Antwort braucht, muss nicht lange warten: 90 Prozent der Anfragen werden noch am selben Tag beantwortet.

Kompletter Umstieg

RSB Stahlbauteil

Auch große schwere Stahlbauteile wie dieses Spritzgießwerkzeug mit den Maßen 2000 x 1800 x 300 mm gehören zum Angebotsportfolio von RSB. – Bild: RSB

Mit der Erweiterung des Produktspektrums stiegen auch die Anforderungen an die Softwarelösungen. Das Thema “3D-Fräsen” rückte stärker in den Vordergrund. “Irgendwann stießen wir mit unserer alten CAD/CAM-Software an unsere Grenzen”, erklärt NC-Programmierer Ralf Wünsch. “Spätestens 2011 mussten wir uns nach einer anderen Lösung umsehen. Für einen größeren Formenbauer frästen wir damals Formaufbauten und Formplatten. Die Datenmengen waren einfach zu groß, die Daten ließen sich teilweise nicht einmal mehr öffnen. Und wenn es dann doch geklappt hat, konnten wir vielleicht mit Mühe und Not schruppen, aber spätestens beim Schlichten war Schicht im Schacht.”

Der Kunde empfahl, es mit Tebis zu probieren. RSB orderte eine Teststellung – und Tebis überzeugte nicht nur beim 3D-Fräsen. Auch mit der Lösung zur automatisierten 2,5D-Bearbeitung konnte Tebis punkten. 2012 stieg RSB schließlich mit sechs Arbeitsplätzen komplett auf Tebis um.

Im Zuge der Einführung der neuen Softwarelösung hat RSB gemeinsam mit Tebis die bestehenden Prozesse genau abgeklopft und – wo notwendig – neu strukturiert. Beteiligt waren Tebis Consulting mit einer detaillierten Potenzialanalyse und Tebis-Implementierer, die geholfen haben, die Ergebnisse der Analyse in einfache und überschaubare Arbeitsabläufe zu übertragen. “Allein die Umstrukturierung hat schon sehr viel gebracht”, erläutert Wünsch. “Der gesamte Werkzeugbestand beispielsweise wurde erheblich reduziert und ist nun in einer virtuellen Bibliothek abgebildet. Die Werkzeuge lassen sich so wesentlich effizienter einsetzen – Standardwerkzeuge und wenige Sonderwerkzeuge haben eine Vielzahl an Einzelwerkzeugen ersetzt. Außerdem haben wir die Postprozessoren überarbeitet und vereinfacht. Und bei der NC-Programmierung müssen wir dank der integrierten Schablonentechnik nicht mehr lange ausprobieren, sondern wissen sofort, welche Schablone wir für welche Bearbeitung auswählen müssen.”

Hohe Prozesssicherheit

RSB Vorschruppen

Beim Vorschruppen profitieren die Kunden vom Zusammenspiel zwischen RSB und dem Schwesterunternehmen Vario-Metall. – Bild: RSB

Ein weiterer Pluspunkt der Tebis-Software ist nach Meinung der Normteilspezialisten die hohe Prozesssicherheit: “Bei der Kollisionsprüfung wird das gesamte Werkzeug geprüft und bei Kollisionen automatisch ausgetauscht”, ergänzt Wünsch. “Deshalb können wir immer die kürzestmöglichen Werkzeuge einsetzen, was extrem wirtschaftlich ist.”

Auch in puncto Performance, Oberflächengüte und Schnittstellen hat die Tebis-Software einiges zu bieten. “Dateien mit 200 Megabyte sind binnen 15 s geöffnet”, verdeutlicht Wünsch. “Die hohe Oberflächenqualität ist bemerkenswert, es gibt quasi keine fehlerhaften Flächen mehr. Und die Direktschnittstellen, zum Beispiel zu Catia und NX, sind sehr individuell konfigurierbar und lassen sich jeweils an die speziellen Anforderungen der Anwender anpassen.”

An Tebis schätzt Wünsch insbesondere die Variablentechnik: “Die meisten Bearbeitungsparameter und die Werkzeuge lassen sich variabel beschreiben”, erläutert er. “Maschinen und Materialien können in Gruppen zusammengefasst werden. Beispiel Werkzeugbeschreibung: Innerhalb vorgegebener Grenzwerte kann man verschiedene Werkzeuge für eine Bearbeitung verwenden. Weder Programmierer noch Maschinenbediener müssen sich im Vorfeld einen Kopf darüber machen, ob ein bestimmtes Werkzeug zum Fertigungszeitpunkt auch tatsächlich da ist.”

Trends µ-genau

Optimale Vorbearbeitung

Auch die Qualität der Bauteile lässt keine Wünsche offen: “Wir fräsen mit festem Aufmaß und sorgen damit für ein gleichmäßiges Restmaterial”, erklärt NC-Programmierer Ralf Wünsch. “Die letzte Bearbeitung erfolgt mit einem kleinen Werkzeug und möglichst großen Verrundungsradien; auf diese Weise vermeiden wir scharfe Ecken. Die Werkstücke sind danach optimal für nachfolgende Fräsprozesse vorbereitet.” Ein weiteres Plus ist die schnelle Bearbeitung: “Wir nutzen Hochvorschubfräser und fahren mit wenig Zustellung und hohem Vorschub – wir holen quasi alles raus, was die Maschine hergibt.”

Experten unterstützten tatkräftig

Beim Erstellen der Bibliotheken und Schablonen unterstützten Experten von Tebis Implementierung. Die Bibliotheken und Schablonen wurden in rund 20 Tagen erstellt, Wünsch und ein weiterer Kollege waren intensiv in diesen Prozess eingebunden. Dazu kamen acht Projektleitungstage. Fünf NC-Programmierer und zwei Mitarbeiter von der Datenverarbeitung haben eine spezielle Schulung besucht.

Kontakt:

RSB Rationelle Stahlbearbeitung GmbH & Co. KG, D-36460 Merkers, Tel.: 036969/536-0

Tebis Technische Informationssysteme AG, D-82152 Martinsried/Planegg, Tel.: 089/81803-0