Hochkarätig

Hochkarätig ist der Wettbewerb "Excellence in Production", bei dem die besten Unternehmen mit ihren Werkzeugbauten brillieren. - Bild: Tiero/Fotolia

Die hohe Kunst ist, Äpfel mit Birnen vergleichbar zu machen: Wie kann man den internen Werkzeugbau eines Automobilkonzerns mit seinen personellen und materiellen Ressourcen mit einem kleinen externen Werkzeugbauer vergleichen, der vielleicht gerade einmal zehn Mitarbeiter beschäftigt? Kann man sicherstellen, dass der "Kleine" eine reelle Chance hat, wenn er sich mit einem Branchenriesen benchmarken muss? Kann man solch einen Wettbewerb fair gestalten?

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Prestigeträchtige Trophäe
Der Gesamtsieger bekommt den Preis - eine prestigeträchtige Trophäe in der Welt des Werkzeug- und Formenbaus. - Bild: werkzeug&formenbau

Man kann. In einem ausgeklügelten System haben die Verantwortlichen aus Fraunhofer IPT und WZL der RWTH Aachen Kategorien geschaffen, um Werkzeugbauten zunächst in ihrer eigenen Liga zu vergleichen. Also die kleineren externen Werkzeugbauten mit anderen kleineren Externen, die großen internen Werkzeugbauten mit anderen großen Internen und so weiter. In mehreren Auswahlrunden, die auf der Auswertung von Fragebögen sowie bei den vielversprechendsten Kandidaten auf dem Besuch eines Auditing-Teams im Werkzeugbauunternehmen beruhen, selektieren die Experten zunächst in den getrennten Kategorien eine Anzahl an möglichen Finalisten: In den vier Kategorien "Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter", "Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter" sowie "Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter" und "Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter" werden die Unternehmen besucht, die im Fragebogen die höchste Punktzahl erreicht haben, in jeder Kategorie wird aus dem Kreis dieser Finalisten ein Kategoriesieger ermittelt. Aus diesen Kategoriesiegern bestimmt eine unabhängige Jury den Gesamtsieger, den "Werkzeugbau des Jahres".

Sieger und Finalisten
Sieger und Finalisten beim Festabend im Krönungssaal des Aachener Rathauses. - Bild: werkzeug&formenbau

Voraussetzung für die Teilnahme sind eine Online-Befragung nach einem recht umfangreichen Fragenkatalog und die Bereitschaft zu einem intensiven Audit. In diesem Jahr haben die Experten neben vielen anderen Kandidaten in Lüdenscheid im Rahmen von zwei zusätzlichen Vor-Ort-Besuchen außer der Reihe die Klaucke & Meigies Formenbau GmbH gründlicher unter die Lupe genommen. Die Formenbauer sind spezialisiert auf anspruchsvolle 1K- und 2K-Werkzeuge auch mit Einlegeteilen für unterschiedlichste Branchen. Das Unternehmen beschäftigt heute zwölf Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Im Jahr 2006 hatte sich das Formenbauunternehmen beim Benchmark-Wettbewerb "Excellence in Production" in der Kategorie "Externer Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter" als Finalist behauptet.

Die Antworten auf die Fragen
Die Antworten auf die Fragen füllen viele Seiten. Sie ermöglichen zum einen das Ranking im Wettbewerb, zum anderen sind sie in Form eines ausführlichen Feedbacks Entscheidungsgrundlage für Verbesserungsprozesse. - Bild: werkzeug&formenbau

"Gerade für ein kleines Werkzeugbauunternehmen wie uns ist der Wettbewerb eine gute Chance, sich positiv ins Gespräch zu bringen", erklärt Robert Meigies, der zusammen mit seinem Partner Bernd Klaucke den Klaucke & Meigies Formenbau leitet. "Gerade was wir an Innovationen bringen, wie wir Prozesse gestalten, was bei uns rund ums Werkzeug geboten wird – das sind Punkte, die bei den Aachener Experten auf Interesse stoßen und wohl in die Bewertung einfließen."

Profil

Excellence in Production

Der vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT veranstaltete Wettbewerb will den besten Werkzeugbau im deutschsprachigen Raum ermitteln. Der Wettbewerb, der seit 2004 jährlich ausgerichtet wird, ist in der Werkzeug- und Formenbaubranche fest etabliert: In diesem Jahr suchen die Veranstalter zum 14. Mal den "Werkzeugbau des Jahres". Der neue zweigeteilte Wettbewerbsmodus mit einem ersten reduzierten Fragebogen bringen den Aufwand für teilnehmende Unternehmen auf ein machbares Niveau. Zur Bewertung der Leistungsfähigkeit der Unternehmen wurden in einer ersten Wettbewerbsphase eine Auswahl zentraler Fragen beantwortet. Im direkten Anschluss erhielten die teilnehmenden Unternehmen eine Kennzahlenauswertung – eine erste Einordnung im Vergleich zum Wettbewerb. Eine weitere Neuheit im Wettbewerb sind zwei zusätzliche Vor-Ort-Besuche: Neben den bisherigen Auditings bei den jeweils besten Unternehmen in allen Kategorien besuchte das Expertenteam zwei weitere Unternehmen "außer der Reihe". Die zusätzlichen Vor-Ort-Besuche wurden unter allen Teilnehmern ausgelost. Auch diese Unternehmen erhielten ein detailliertes Profil aus unternehmensindividuellen Stärken und Potenzialen, das aus den Fragebogenergebnissen und den Eindrücken des Expertenteams vor Ort abgeleitet wird.