Misserfolge sind schmerzhaft, und allzu gern würden wir sie für immer aus unserem Leben verbannen. Doch können wir ihnen wirklich nichts Positives abgewinnen? Jenny Gleitsmann, Visionärin und Mitgesellschafterin der Evomecs GmbH, fand auf dem 5. Vordenkerkreis in Langenburg dazu eine klare Antwort: "Tatsächlich sind es die Verluste und Niederlagen, aus denen wir lernen können. Nicht nur die Siege. Deshalb sollten wir lernen, unsere Niederlagen genauso zu würdigen wie unsere Siege."

So wollte Gleitsmann die insgesamt 19 Vordenker auf dieser Veranstaltung ganz bewusst zum Umdenken bewegen. Denn Fehlern etwas Positives abzugewinnen ist eine Eigenschaft, die einen nicht nur im Geschäftsalltag voranbringt, sondern auch im privaten Leben sehr bereichern kann.

Der Vordenkerkreis wird durch Evomecs in Kooperation mit dem VDWF initiiert und veranstaltet und richtet sich an alle Innovatoren und die, die es werden wollen.

Ziel: Globale Zukunftsfähigkeit der deutschen Branche

Ziel des Vordenkerkreises ist, im Team an der globalen Zukunftsfähigkeit der deutschen Branche zu arbeiten. Jedes Vordenkertreffen behandelt ein spezielles Thema, wobei die Agenda stets Spielraum für Abweichungen und Raum für individuelle Gedanken lässt.

Unter dem Motto "Umformen – vom Negativ ins Positiv – Wie können wir in unseren Werkzeug- und Formenbaubetrieben aus Schwächen Stärken entstehen lassen?" stellte Initiator Stefan Becker (Evomecs) am 19. April 2018 in der Mosesmühle in Bächlingen / Langenburg für die Teilnehmer wieder ein gelungenes Programm auf die Beine.

Kreis für die Innovatoren in der Branche

Stefan Becker, Evomecs, Vordenkerkreis
Stefan Becker (Evomecs) stellte für den "5. Vordenkerkreis" wieder ein gelungenes Programm auf die Beine. - Bild: werkzeug&formenbau

"Als wir vor nun rund zwei Jahren mit dem ersten Vordenkerkreis starteten, hatten wir eine klare Intention. Wir wollten einen Kreis für die Innovatoren in der Branche schaffen, die sich in einer gemütlichen Atmosphäre auf Augenhöhe austauschen können", erklärt Becker. "Deshalb ist es uns auch wichtig, dass dieses Branchentreffen im kleinen Kreis stattfindet. Unsere Zielgruppe sind Unternehmer, die anderen in ihrem Entwicklungsdenken weit voraus sind. Nichtsdestotrotz heißen wir aber jeden willkommen, der offen und interessiert ist und die Bereitschaft hat, Gedanken für die Zukunft zu schaffen – Gedanken, die oft noch fernab der Gegenwart sind."

Noch vor wenigen Monaten war zum Beispiel das Bewusstsein, dass die zukünftige Stärke des Werkzeug- und Formenbaus in der Zusammenarbeit und Vernetzung der einzelnen Betriebe liegt Zukunftsmusik. Darum ist am Ende des 3. Vordenkerkreises eine Vordenkerkooperation (kurz: VoKoo) entstanden, die sich die Aufgabe gesetzt hat, die ersten wegweisenden Maßnahmen für diese Entwicklung einzuleiten.

Erster Schritt von VoKoo: Gemeinsame Ausbildung für Nachwuchskräfte

Bis heute tüfteln Steffen Hachtel (F. & G. Hachtel), Franz Tschacha (Deckerform Produktionssysteme), Martin Becker (Dast), Michael Klink (µ-Teck) und Christian Seng (Stolz & Seng Kunststoffspritzguss und Formenbau) in regelmäßigen Meetings nun an einem Geschäftsmodell zur Durchsetzung gemeinsamer Größenvorteile am Markt, dem Nutzen von Wissen und Teilen von Investitionen. Ein erster konkreter Schritt ist der Start einer gemeinsamen Ausbildung für Nachwuchskräfte.

Als erfahrener Geschäftsführer, Mitglied im VDWF und Teil der Vordenkerkooperation erklärte Steffen Hachtel in Langenburg: "Im Juli letzten Jahres hatten wir unser erstes Treffen, und ich muss sagen, dass ich diese Tage seither als echte Highlighttage in meinen Berufsalltag verbuche. Für mich ist der VoKoo-Kreis eine sehr erfüllende Sache." Und auch Becker bestätigte: "Ich freue mich immer auf die VoKoo-Treffen und bin sehr gespannt, was sich daraus entwickelt."

Trends µ-genau

Vordenkerkreis

Der Vordenkerkreis wird seit 2016 von der Evomecs GmbH in Kooperation mit dem VDWF initiiert und veranstaltet. Über die bislang fünf Veranstaltungen hinweg kamen rund 100 Vordenker aus 60 Unternehmen zusammen, um sich mit zukunftsrelevanten Themen auseinanderzusetzen. Die Teilnehmerzahl begrenzt sich pro Treffen auf etwa 30 Teilnehmer. Im Fokus der Vordenkerkreise steht eine Kommunikation auf Augenhöhe von Innovatoren, die gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für die Branche erarbeiten. Für jeden Vordenkerkreis besteht eine Agenda, die sich nach Bedarf aber umformen kann. Die Veranstaltungen bauen nicht speziell aufeinander auf, sodass jederzeit Platz für Neueinsteiger ist.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an: benjamin.neubauer@evomecs.com

Unternehmens(miss)erfolge analysieren

Noch bleibt für die wagemutigen Geschäftsmänner unsicher, in welche Richtung sich dieser Unternehmer-Zusammenschluss bewegt. Doch können sich die Teilnehmer über eins sicher sein: An Erkenntnis werden alle fünf gewinnen. Denn das Wichtigste an Unternehmens(miss)erfolgen ist, sie zu analysieren. Nur derjenige, der versteht, warum etwas gescheitert ist oder von Erfolg gekrönt war, kann es vermeiden beziehungsweise wiederholen. Eine Weisheit, die Gleitsmann den Teilnehmern beim fünften Treffen in Langenburg ans Herz legte.

Aufgabe: Wie lässt sich ein Unternehmen schnellstmöglich ruinieren?

Als mindestens genauso lehrreich wie diesen Impuls empfanden die Teilnehmer im April eine Aufgabenstellung der etwas anderen Art. In vier Gruppen ließ Gleitsmann die Innovatoren der Frage nachgehen, wie sich ein Unternehmen schnellstmöglich ruinieren lässt.

Eine recht einfache Fragestellung, die jedoch auf eine gewisse Erkenntnis abzielte: Um ein Unternehmen zu ruinieren, braucht es nicht viel – manchmal reicht schon das Zutun eines Einzigen. Jedoch muss an unendlich vielen Stellschrauben gedreht werden, um überhaupt und dann auch noch dauerhaft erfolgreich zu sein. Rückgrat bildet hier immer ein funktionierendes Team – und genau das ist die Herausforderung.

"Eine Unternehmensentwicklung hat immer etwas mit Unternehmerentwicklung zu tun", resümiert Hachtel. Und genau hier setzt der Vordenkerkreis an: Die Initiatoren wollen ein Umdenken derjenigen schaffen, die Menschen leiten und lenken und damit dazu beitragen, den Werkzeug- und Formenbau in Deutschland als Marke langfristig zu sichern. em