Weltpremiere in Thun: Die Studer S131 ist die kleinere Schwester der CNC-Universal-Innenrundschleifmaschine Studer S141. Sie ist gleichermaßen für die Großserie wie auch für kleinere Stückzahlen bis hinunter zu Losgröße 1 konzipiert.

Weltpremiere in Thun: Die Studer S131 ist die kleinere Schwester der CNC-Universal-Innenrundschleifmaschine Studer S141. Sie ist gleichermaßen für die Großserie wie auch für kleinere Stückzahlen bis hinunter zu Losgröße 1 konzipiert.

Unter dem Motto „The Cylindrical Grinding Universe“ hatten die Unternehmen unter anderem rund 150 Vertriebspartner aus aller Welt eingeladen, sich über die neuesten Trends und Entwicklungen im Bereich Rundschleifen zu informieren. Mit einem guten Schuss trockenem Schweizer Humor gewürzt wurden Wirtschaftsdaten, technische Werte und organisatorische Ansätze zu mehr Effizienz serviert.

Für 2015 planen Studer, Schaudt und Mikrosa mit einer anspruchsvoll-moderaten Zuwachsrate. „Zuwachsraten sind nur über eine Marktanteilsgewinnung möglich“, erklärt Studer-Geschäftsführer Fred Gaegauf. „Die Märkte sind weitgehend gesättigt. Es gilt, die Fähigkeiten, Kapazitäten und Produkte bereitzustellen, um unserer Vertriebsorganisation den Marktzugang für eine weitere Marktanteilsgewinnung zu ermöglichen.“

Gut erkennbar ist, dass Studer, Schaudt und Mikrosa innerhalb der United Grinding Group zusammenwachsen. Die drei Schleifmaschinenhersteller arbeiten innerhalb der Gruppe als

Studer S131 Innenraum

Gleich der größeren S141 ist auch die neue Studer S131 dank der weit öffnenden Türen und des aufgeräumten Bearbeitungsraumes sehr rüstfreundlich.

Technologiegruppe Rundschleifen inzwischen intensiv zusammen. Dabei agieren die Standorte Studer Steffisburg bei Thun, Studer Biel als Technologiezentrum Innenschleifen und Schaudt Mikrosa Leipzig als Systemhäuser, die auf ihre Anwender abgestimmte Applikationen ausarbeiten und bereitstellen. Eine Weltpremiere konnte auf dem Motion Meeting die CNC-Universal-Innenrundschleifmaschine Studer S131 feiern: Diese Maschine ist die kompakte Schwester der im vergangenen Jahr neu vorgestellten Studer S141. Die Neue bietet sich mit einem Schwingdurchmesser über dem Tisch von 250 mm und einer maximalen Schleiflänge von innen 175 und außen 125 mm für ein Teilespektrum an, das deutlich kleiner ist als das der S141 (Schwingdurchmesser über dem Tisch 400 mm, maximale Schleiflänge innen 250 und außen 150 mm). Die S131 baut deutlich kleiner als ihre große Schwester und ist in einer Ausführungslänge für Werkstücke mit Maximallänge 300 mm erhältlich.

Das sagt die Redaktion

Innovation als Grundlage

Studer ist zweifelsohne einer der erfolgreichsten Schleifmaschinenhersteller. Gut, dass der Rundschleifspezialist bei aller Größe doch von einem familiären Klima geprägt ist. Und noch besser, dass die Verantwortlichen nicht nur an heute denken, sondern sich mit großen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten fit machen für zukünftige Herausforderungen. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Instituten schafft dabei einen fruchtbaren Nährboden, in dem auch einmal vermeintlich sicheres Terrain zugunsten überraschender Ideen verlassen werden kann. Wer hatte beim Thema Abrichten denn schon groß die gute alte Funkenerosion auf dem Radar? Die Schweizer haben sich an dieses Thema gewagt und eine leistungsfähige marktreife Lösung daraus entwickelt. Chapeau!
Richard Pergler

Ansonsten verspricht sie die selben Tugenden wie die S141: Das Maschinenbett aus Granitan soll für ein ausgezeichnetes Dämpfungsverhalten sorgen. Das Führungsbahnsystem StuderGuide mit Linearmotoren verspricht höchste geometrische Verfahr- und Führungsgenauigkeit. Der Schleifspindelrevolver mit integrierter Schwenkachse ermöglicht den Einsatz von bis zu vier Schleifspindeln und einem universell verwendbaren Messtaster.

Vereinfachtes Einrichten dank robuster Lünette

Studer Abrichten

Mit dem funkenerosiven Abrichten von metallgebundenen Schleifscheiben eröffnen sich gerade im Bereich der Hartmetallbearbeitung neue Möglichkeiten für effizienteres Schleifen.

Der Werkstückspindelstock ist verschiebbar auf einem Schwenktisch montiert. Die automatische Schwenkachse lässt sich in einem Bereich von – 10 bis + 10° schwenken. Eine speziell für das Innenschleifen konzipierte sehr robuste Lünette soll das Einrichten vereinfachen und einen universellen Einsatz ermöglichen. Bis zu zwei Abrichtvorrichtungen mit stehenden oder rotierenden Abrichtwerkzeugen lassen sich einschwenken.

Wie ihre große Schwester gewährt auch die S131 mit zwei großzügig öffnenden Schiebetüren einen bequemen Zugang zum Arbeitsraum und ermöglicht so einen schnellen und einfachen Werkstück- und Schleifscheibenwechsel. Zusammen mit der Fanuc-Steuerung Serie 31i-B, den intuitiven Betriebssystemen StuderWin und StuderSim, der einfachen Rüstbarkeit und dem ergonomischen Bedienkonzept soll die S131 neben dem Einsatz in der Großserie dank kurzer Nebenzeiten gerade auch für die Fertigung von Kleinserien und Einzelstücken interessant werden. Insbesondere für das Schleifen von Spindelwellen und -gehäusen, für Rotorwellen und Achsen, aber auch für Flanschteile soll die S131 zum Einsatz kommen. Für die EMO 2015 in Mailand ist mit der Studer S151 die Abrundung dieser Maschinenfamilie in größere Dimensionen hinein geplant.

Trends µ-genau

Elektroerosives Abrichten

WireDress, eine neue Art des Abrichtens, soll es den Anwendern ermöglichen, in neue Anwendungsgebiete vorzustoßen: Dabei wird eine Drahtelektrode genutzt, um in einem funkenerosiven Prozess sehr definiert Teile des Metallbinders abzutragen. So werden die Schleifkörner sehr schonend freigelegt und behalten ihre scharfen Schneidkanten. Die Technologie ist vollständig in die Systemumgebung StuderWin eingebunden und verspricht ein sehr effizientes Abrichten metallgebundener Schleifscheiben. Von besonderem Interesse ist die neue Technologie insbesondere für Anwender, die Hartmetall bearbeiten.

Eine weitere interessante Neuerung basiert auf einer Forschungsarbeit, die in diesem Jahr mit dem renommierten Fritz-Studer-Award ausgezeichnet wurde: Mit dem Thema „On-Machine Wire Electrical Discharge Dressing of Metal Bonded

Eduardo Weingaertner ETH Zuerich

„WireDress ermöglicht es, ohne Nebenzeiten parallel zum Produktivprozess metallgebundene Schleifscheiben abzurichten.“
Eduardo Weingärtner, Institut für Werkzeug-maschinen und Fertigung an der ETH Zürich, Preisträger Fritz-Studer-Award 2014

Grinding Wheels“ hat Eduardo Weingärtner vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigung an der ETH Zürich die Grundlage für die Studer-Technologie WireDress gelegt. „Diese auf einem Drahterosionsprozess aufgebaute innovative Art des Abrichtens von metallgebundenen Schleifscheiben ermöglicht es den Anwendern, ohne Nebenzeiten parallel zum Produktivprozess die Schleifscheiben abzurichten“, erklärt Weingärtner. „Und das bei voller Schleifgeschwindigkeit.“

Sehr profiltreue Konditionierung

Der Prozess ermöglicht eine sehr profiltreue Konditionierung der Schleifscheiben. Zudem wird gezielt der Metallbinder erodiert – die darin eingebetteten Schleifdiamanten werden so gut wie gar nicht vom Abrichtprozess beeinträchtigt und behalten daher ihre scharfen Schneidkanten. Damit verspricht Studer ein sehr effizientes Abrichten bei einer gleichzeitig um rund 30 Prozent erhöhten Schleifleistung.

Der Fritz-Studer-Award 2014 ging an Eduardo Weingärtner für die Arbeit „On-Machine Wire Electrical Discharge Dressing of Metal Bonded Grinding Wheels“. Bilder: werkzeug&formenbau

Der Fritz-Studer-Award 2014 ging an Eduardo Weingärtner für die Arbeit „On-Machine Wire Electrical Discharge Dressing of Metal Bonded Grinding Wheels“.
Bilder: werkzeug&formenbau

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Abrichtwerkzeug nicht verschleißt – je nach Scheibe muss sonst, um von einer metallgebundenen Diamantschleifscheibe ein bestimmtes Volumen abzutragen, das bis zu 250-fache Volumen an Abrichtwerkzeugen eingesetzt werden. Hier ist WireDress eine effiziente Alternative.

Energieeffizienz rückt zunehmend in den Fokus

Immer mehr in den Fokus rückt auch bei Studer die Energieeffizienz der Maschinen. Mit dem Programm BluePlus bietet der Schweizer Schleifmaschinenhersteller seinen Anwendern einen systematischen Ansatz, Ressourcen effizient einzusetzen. Dabei ist die Verwendung energieeffizienter Komponenten oder die konstruktive Auslegung der Maschinen nur ein erster Aspekt. Weitere Schritte etwa sind ein auf die Bedürfnisse des Anwenders hin optimiertes Stand-by-Management, das auf energieeffizientes Arbeiten ausgelegte Softwarepaket StuderTechnology sowie ein Konzept, das zusammen mit Inspire, einem Spin-off der ETH Zürich, entwickelt wurde, um die optimale Auslegung der Maschinenkonfiguration im Hinblick auf den Energieverbrauch pro produziertem Werkstück zu optimieren.

Nicht nur, um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern, ist eine fundierte Aus- und Weiterbildung essenziell. Die Serviceorganisation von Studer, Schaudt und Mikrosa hat zu diesem Zweck in

Fred Gaegauf,  Fritz Studer AG

„Zuwachsraten sind nur über eine Marktanteilsgewinnung möglich. Die Märkte sind weitgehend gesättigt.“
Fred Gaegauf,
Geschäftsführer der Fritz Studer AG

Thun eine „Service Academy“ gegründet, deren umfassendes Programm inzwischen nicht mehr nur den eigenen Technikern, sondern auch Anwendern und deren Wartungsmannschaften offen steht.

Kontakt: Fritz Studer AG, www.studer.com

Weitere interessante Videos finden Sie auf dem Youtube-Kanal der werkzeug&formenbau.