Franz Tschacha, Geschäftsführer von 
Deckerform, präsentiert die „Traumfirma“.
Bild: VDWF

Franz Tschacha, Geschäftsführer von Deckerform, präsentiert die „Traumfirma“. Bild: VDWF

Im November 2015 ging die erste “Voll wild”-Gruppe gemeinsam auf Reise. Heute hat sich die Seminarreihe als festes Event im Veranstaltungskalender des Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V. (VDWF) etabliert und findet zweimal jährlich statt. Ziel des Seminars: Die Teilnehmer sollen vom Austausch untereinander profitieren und möglichst viel nützliches Wissen und gute Kontakte mit nach Hause nehmen.

Viele der Teilnehmer waren bereits bei den Vorveranstaltungen dabei, wie auch Mario Kiefer. Der Geschäftsführer der Kiefer GmbH in Pfullingen erklärt: “Der Austausch mit den anderen Teilnehmern in einer gelasseneren Umgebung macht einfach Spaß. Außerdem will ich mir das Rahmenprogramm mit den Fachvorträgen nicht entgehen lassen.”

Den Auftrakt machte Meissner in Biedenkopf-Wallau, Werkzeugbauer des Jahres 2015 in der Kategorie externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter. Das Unternehmen produziert neben Gießereiwerkzeugen und Blasformen auch Teppichwerkzeuge für die Herstellung von Fahrzeugauskleidungsteilen. Allein mit den Gießereiwerkzeugen werden rund 50 Prozent des Umsatzes generiert.

Seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft befindet sich der Werkzeugspezialist mehrheitlich im Eigentum der Mitarbeiter. Das ist dem 340-Mann-Betrieb auch anzumerken: In der Kantine hängen Diagramme verschiedener Kennzahlen und Entwicklungen, um den Mitarbeitern Transparenz zu gewährleisten.

Zweite Anlaufstelle der “Voll wild”-Truppe war Bad Berleburg bei der Bikar-Metalle GmbH – einem der führenden Unternehmen im Handel mit Aluminium, Kupfer, Messing, Bronze und Kunststoffen.
Bei einer Betriebsbesichtigung wurde den Teilnehmern ein Blick in die Produktionshallen gewährt: Riesige Stangen und Platten verschiedener Materialien wurden von beeindruckenden Maschinen bearbeitet und durch das computergesteuerte Hochregallager navigiert, während Konstantin Bikar, Geschäftsführer Bikar-Metalle, durch die Produktionsstätten führt und von der Geschichte des Unternehmens erzählt.

Trends µ-genau
“Voll wild”-Veranstaltung des VDWF
Seit der Auftaktveranstaltung der neuen Seminarreihe “Voll wild – der Jung-Geschäftsführertreff im VDWF” im November 2015, wurden die Mitglieder des Verbands Deutscher Werkzeug- und Formenbauer nun bereits zum dritten Mal zu dieser Art von Veranstaltung eingeladen. Ziel der Initiative ist, die junge Unternehmergeneration im Werkzeug- und Formenbau mit ihren ganz eigenen Themen und Fragestellungen punktgenau abzuholen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Der nächste “Voll wild”-Termin ist am Dienstag, den 9. Mai 2017 beim Hydraulikzylinderbauer AHP-Merkle in Gottenheim.

Im Jahr 1962 als Metallhandel gegründet, hat sich aus dem Zwei-Mann-Betrieb bis heute ein mittelständischer Betrieb mit Niederlassungen in der ganzen Welt entwickelt. Von Aluminiumplatten im Größenbereich einer “Telefonzelle” mit 15.000 kg Stückgewicht, bis hin zur kleinen Messingstange mit 1 mm Durchmesser wird dem Kunden auf Wunsch alles geliefert.

Der Formenbauspezialist Formotion

in Wilnsdorf stellt seine Produkte mit modernsten Bearbeitungszentren her. Als Kontrast zu den großen Mittelständlern Meissner und Bikar-Metalle erklärte Thilo Krumm, Geschäftsführer bei Formo­tion, wie der Alltag des neunköpfigen Teams aussieht. Um die interne Logistik und Lagerhaltung zu verbessern, entwickelte das Unternehmen beispielsweise eine eigene Softwarelösung.

Jürgen Reinhard, betrieblicher Datenschutzbeauftragter bei Bikar-Metalle, präsentierte in seinem Fachvortrag über Datensicherheit die nüchternen Fakten zum Thema Cyberkriminalität und

VDWF Gruppenfoto

Ein “voll wild”es Gruppenfoto dient als Erinnerung an einen Tag voller Erlebnisse und netter Bekanntschaften.
Bild: VDWF

zeigte auf, worauf Arbeitgeber hier achten sollten.

Laut der Studie “e-Crime 2015” waren in den letzten zwei Jahren rund 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland von Computer-Kriminalität betroffen. Vor allem die Verletzung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen sowie die Verletzung von Urheberrechten und Datendiebstahl verursachen den Betrieben Kosten in Millionenhöhe. Unternehmer sollten deshalb, so Reinhard, großen Wert auf Authentifizierung, Datenverschlüsselung, Kommunikationsschutz und Malware-Schutz legen.

Die Unternehmensberater Georg Paulus und Franz Tschacha, Geschäftsführer bei Deckerform, erläuterten in ihrer Präsentation den Weg zur “Traumfirma”. Dabei erfuhren die Teilnehmer, wie aus Chefs “Traumchefs” und aus Mitarbeiter “Traummitarbeiter” werden können. Das Konzept, welches von Paulus ins Leben gerufen wurde und bei Deckerform voll einschlug – und mit dem Traumfirma-Award 2015 ausgezeichnet wurde – bietet konkrete Lösungen an, für ein gemeinsames, effektives und effizientes Arbeiten.

Konstantin Bikar, der die “Voll wild”-Gruppe begleitete, erzählte den Teilnehmern von einem Hilfsprojekt, das ihm besonders am Herzen liegt: die Erdbebenhilfe für Ecuador. Privat dem Land schon lange verbunden, war der Unternehmer geschockt von der Katastrophe, die sich dort Mitte April ereignete. Damals verloren Hunderte von Menschen ihr Leben, Zigtausende ihr Zuhause.

VDWF Meissner

Ein Blick durch die Produktionsstätte
der Meissner AG.
Bild: VDWF

Bei einer spontanen Sammelaktion spendeten die “Voll wild”-Mitglieder 1205 Euro. Begeistert von diesem spontanen Engagement, stockte Konstantin Bikar den Betrag auf 5000 Euro auf und überwies das Geld bereits an die ihm bekannte Hilfsorganisation viSozial.

Insgesamt konnten die “Voll wild”-Teilnehmer viele Eindrücke zu den Strategien und Arbeitsweisen der Unternehmen sammeln.

Mario Kiefer, Geschäftsführer der Kiefer GmbH, ist zufrieden: “Meine Erwartungen wurden wieder voll erfüllt. Die Offenheit der Gastgeber und die Einblicke in die jeweiligen Unternehmen waren abwechslungsreich und interessant.”

Auch Ralf Dürrwächter, VDWF-Geschäftsführer und “Voll wild”-Organisator, freute sich über “drei jede auf seine Art sehr beeindruckende Unternehmensführungen, zwei hochspannende Fachvorträge und vor allem sehr offene Teilnehmer, die aktiv den Austausch mit den Kollegen suchten. Ein guter Tag, für den deutschen Werkzeugbau.”
Yannick Schwab

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