Gesteuerte Evolution

Die Universalbearbeitungsmaschinen DMU eVo von DMG/Mori Seiki sind für die 5-Achs- und 5-Seiten-Bearbeitung konzipiert. Sie beruhen auf einer hochproduktiven, patentierten Schwenktischkinematik. Diese ermöglicht besonders schnelle 5-Achs-Bearbeitungen, weil der Achskreuzpunkt der B- und C-Achse hoch oberhalb der Tischoberfläche liegt: Die Spindel muss nur kleine Ausgleichsbewegungen machen, um dem schwenkenden Werkstück zu folgen. Eine Gantry-Bauweise und die standardgemäße Ausrüstung mit Sinumerik Operate als Bedienoberfläche sollen Produktivität und Vielseitigkeit der Maschinen weiter erhöhen.

Die optimierte Gantry-Bauweise der DMU eVo sorgt für einen kurzen Abstand der Führungen und so für konstante Stabilität über den gesamten Arbeitsbereich. Darüber hinaus reduziert die trapezförmige Auslegung des Bettschlittens den Platzbedarf und verbessert die Zugänglichkeit zum Arbeitsraum.

Zudem macht die optimierte Gantry-Bauweise die Maschine sehr steif. Die maximale dynamische Nachgiebigkeit aller Achsen ist stark verbessert, es können wesentlich höhere Ruckwerte gefahren werden. Mit den Resonanzen ist auch die Gefahr von Rattereffekten minimiert. Das ermöglicht laut Hersteller straffere Einstellungen der Antriebsregler und eine schnellere Bearbeitung.

Alle Maschinen der Baureihe DMU eVo sind seriengemäß mit einem neuartigen Kühlkonzept und einer positionsabhängigen Thermokompensation ausgerüstet. Die große Steifigkeit der DMU eVo bietet sich auch als Grundlage für anspruchsvolle 5-Achs-Anwendungen an. Das Maschinenbett der Gantry-Bauweise verspricht beste Voraussetzungen für den Einbau der beim Fräs-Drehen benötigten Torque-Motoren. So gibt es die DMU eVo für Standardanwendungen mit optimiertem Kugelrollspindelpaket – mit Servomotoren von Siemens. Bei erhöhten Anforderungen an den 5-Achs-Betrieb verhilft ein Dynamikpaket mit 1FN3-Linearmotoren von Siemens in den X- und Y-Achsen zu deutlich erhöhten Geschwindigkeits- und Ruckwerten.

Trends µ-genau

Einfach zu programmieren
Kernmerkmal der fünfachsigen DMU-eVo-Maschinen ist der Schwenkrundtisch. Der Kreuzpunkt seiner Drehachsen liegt hoch über der Tischmitte. Das schränkt die Bewegungen der Y-Achse bei hochgeschwenktem Tisch weit weniger ein als andere Schwenktisch- oder Schwenkbrückenkonstruktionen. So können bei gleicher Tischgröße größere Werkstücke bearbeitet werden. Die Bedienung und Programmierung werden vom CNC-System unterstützt, bei der DMU eVo ist dies eine Sinumerik 840D sl. Ihre Transformationsfunktionen – etwa Schwenkzyklus Cycle 800 und Traori – bewirken, dass das manuelle und das programmierte Verfahren des Werkzeugs oder Werkstücks genau so einfach ist, wie bei Maschinen mit rein kartesischen Achsen.

Skalierbares Maschinenkonzept
Das neue Maschinenkonzept präsentiert sich insgesamt sehr gut skalierbar. Die Basismaschine gibt es nun in den Größen 40, 60, 80 und 100 – das entspricht jeweils der Länge der X-Achse in Zentimetern. Wichtigste Optionen sind neben dem Dynamik-Paket, vielen Spindel- und Werkzeugmagazinoptionen ein Fräs-Drehpaket und ein 2-fach-Palettenwechsler.

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DMU eVo linear: Für höhere Anforderungen an die 5-Achs-Fertigung steht ein Dynamikpaket mit Linearantrieben von Siemens zur Verfügung.

Zur hohen Akzeptanz trägt die CNC bei: Standardgemäß kommt die DMU eVo mit einer Sinumerik-CNC 840D sl und HMI-Software Sinumerik Operate. Sie ermöglicht das denkbar einfachste Programmieren der komplexen Kinematik: Die Werkzeugbewegungen werden wie gewohnt im vertrauten kartesischen System definiert. Der Sinumerik-Schwenkzyklus (Cycle 800) transformiert diese Eingaben selbsttätig in die entsprechenden Bewegungen der Dreh- und Schwenkachsen. Dabei wirkt der Cycle 800 sowohl beim Abarbeiten von Teileprogrammen im Automatikmode als auch bei der Bedienung im Jog. Bedienung und Programmierung sind damit ebenso einfach, wie bei Maschinen mit einer simpleren, aber weniger produktiven Kinematik.

Mit der von DMG/Mori Seiki favorisierten HMI-Software bekommt der Anwender umfassende technologische Unterstützung. So werden die Maschinen mit dem Sinumerik-Technologiepaket MDynamics und der Bewegungsführung „Advanced Surface“ ausgeliefert. Bei deren Entwicklung war DMG/Mori Seiki von Anfang an Pilotpartner.

Fortgeschrittene Technologien wie die 5-Achs- und Fräs-Dreh-Bearbeitung unterstützt die HMI-Software in der Bedienung, der Werkzeugverwaltung, bei der graphischen Programmierung mit programGuide, bei der Zyklenausstattung, Bewegungsführung und Simulation. Alle Komponenten spielen dabei so gut zusammen, wie es nach Stand der Technik möglich ist. Das spürt man besonders beim Fräs-Drehen: Die HMI-Software macht es Programmierern und Bedienern leicht, diese sehr anspruchsvolle Technologie zu nutzen.

Was die Ausrüstung der Maschine mit Sinumerik Operate besonders attraktiv macht: Die Teileprogramme können beliebig zusammengestellt werden aus ShopMill-Programmen (einschließlich Variablen), aus G-Code-DIN/ISO-Befehlen und mit Zyklenunterstützung im programGuide.