Bilder: werkzeug&formenbau

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Als Betriebsärztin kommt Rita Kusnezowa in viele sehr unterschiedliche Unternehmen. Und leider ist das, was sie dort oft vorfindet, nicht immer optimal für die Mitarbeiter. „Es gibt sie durchaus noch immer, die Handarbeitsplätze fürs Entgraten, Feilen und Polieren, die aus einem ungeeigneten Tisch, einem wackeligen Bürostuhl und technischem Equipent bestehen, das seine besten Tage wohl vor 30 Jahren hatte“, berichtet die Arbeits- und Sportmedizinerin. „Dazu herschen an den Arbeitsplätzen oft Lichtverhältnisse, die ein optimales, ergonomisches Arbeiten unmöglich machen.“

Trotzdem werden auch an solchen ungeeigneten Arbeitsplätzen in der Regel technisch einwandfreie Ergebnisse erzielt. Aber oft zu einem hohen Preis – nämlich buchstäblich auf dem Rücken

joke alter Arbeitsplatz

Solche Arbeitsplätze gibt es leider immer noch in viel zu vielen Unternehmen: alte Stühle, nicht höhenverstellbare Arbeitstische, falsche Beleuchtung, überholte Technik.

der betroffenen Mitarbeiter. Und das ist das Fatale: Denn wenn Technik falsch angewendet wird, bekommt man die Konsequenzen in der Regel sehr zeitnah zu spüren – sei es in Form von nicht optimalen Ergebnissen, von übermäßigem Verschleiß oder gar totalem Versagen. Wenn indes der menschliche Körper falsch behandelt wird, kann es sehr lange dauern, bis Veränderungen wahrgenommen werden. Aus Sicht der Betroffenen und ihrer Vorgesetzten ist alles in Ordnung. Erste Warnzeichen werden nicht wahrgenommen oder männlich-lässig überspielt – so lange, bis Symptome nicht mehr zu übersehen sind. Und dann ist es oft zu spät. Berufskrankheiten wie das berüchtigte Weißfingersyndrom oder Bandscheibenvorfälle aufgrund falscher Sitzposition führen nicht selten zu längeren Ausfällen wertvoller Mitarbeiter oder gar zur kompletten Berufsunfähigkeit.

Das sagt die Redaktion

Viel erreicht zum kleinen Preis

Es gibt viele Unternehmen, die dem Wohlergehen ihrer Mitarbeiter höchste Priorität einräumen. Leider aber eben auch noch schwarze Schafe, in denen der Stellenwert der Gesundheit der Mitarbeiter offensichtlich nicht erkannt wird. Ein voll ausgestatteter ergonomischer Arbeitsplatz mit allen Finessen inklusive der Geräte kostet einen Eurobetrag im vierstelligen Bereich. Der Ausfall eines Mitarbeiters aufgrund eines nicht optimalen Arbeitsplatzes ist deutlich teurer. Speziell, wenn ein wichtiger Auftrag ansteht. Deshalb: Investieren Sie in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter an den Handarbeitsplätzen. Sie zeigen damit auch Ihre Wertschätzung – das motiviert. Und, wie gesagt, es kostet nicht die Welt.
Richard Pergler

Seit langem bekannte Problematik

joke Hohlhand

Ermüdungsfrei: Der Bediener greift das Handstück nicht am Schaft, sondern mit einem speziellen Hohlhandstück. Das strengt weniger an. Das Hohlhandstück lässt sich bei vielen Geräten auch montieren.

Die Problematik ist bekannt. So ist etwa der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) zu entnehmen, dass Krankheitsbilder wie das bei Polierern häufig auftretende Weißfingersyndrom bei Arbeiten mit bestimmten Werkzeugen und Maschinen vorkommen, die Schwingungsenergie über die Handgriffe aufs Hand-Arm-Schulter-System des Bedieners übertragen. Hier sind insbesondere die niederfrequenten Frequenzanteile im Bereich von 8 bis 50 Hz wirksam – sie können bei längerer Einwirkung pathologische Veränderungen an den Gelenken und Knochen des Hand-Arm-Schulter-Systems verursachen.

„Solche Vibrationsschäden können sich am Handgelenk, am Ellenbogengelenk, aber auch am Schultergelenk ausbilden“, erklärt Betriebsärztin Rita Kusnezowa. „Dabei entwickeln sich

joke Vibrationen

Geräte auf dem aktuellen Stand der Technik ermöglichen ein vibrationsarmes und dabei ermüdungsfreies Arbeiten über lange Zeit.

degenerative Veränderungen an den Gelenken – Schmerzen im Bereich der Handgelenke und Einschränkungen in der Beweglichkeit sind hier oft die Folge.“ Das Tückische an diesen Veränderungen ist, dass sie sich schleichend entwickeln – wenn sie dann nicht mehr zu übersehen sind, ist die Behandlung in der Regel langwierig.

Dabei müsste es nicht so weit kommen: „Die Gefahr solcher Erkrankungen, die nicht nur für den Betroffenen schmerzhaft sind, sondern auch ein hohes Ausfallrisiko für den Arbeitgeber in sich tragen, lässt sich mit einigen wenigen Maßnahmen sehr wirkungsvoll reduzieren“, erläutert Kusnezowa. „Der Schlüssel ist eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes.“

Trends µ-genau

Überwachungspflichtig?

Die „Vibrationsexposition“ eines Mitarbeiters – der Vibrationsgesamtwert in m/s2, der die gesamte Hand-Arm-Vibrationsexposition auf einen 8-h-Arbeitstag normiert – darf 2,5 m/s2 nicht übersteigen, sonst wird die Tätigkeit im Sinn der arbeitsmedizinischen Vorsorge überwachungspflichtig. Gerade an Arbeitsplätzen, an denen ältere Technik genutzt wird,wird dieser Grenzwert häufig überschritten – offensichtlich ohne dass dies den Verantwortlichen bewusst ist. Hier lohnt die Investition in neue Technik. Schließlich hat auch die arbeitsmedizinische Überwachung ihren Preis.

Das beginnt bei der Auswahl des richtigen Stuhls. Er muss sich in der Sitzhöhe dem Bearbeiter und der jeweiligen Sitzposition anpassen können. Eine möglichst stufenlos verstellbare

joke neuer Arbeitsplatz

Ein sehr gut ausgestatteter ergonomischer Arbeitsplatz kostet nicht viel. Weniger auf jeden Fall als ein Ausfall des Mitarbeiters infolge einer möglicherweise langwierigen Berufskrankheit.

Rückenlehne soll die Wirbelsäule in jeder Arbeitsposition wirkungsvoll unterstützen. Dazu muss der Stuhl sicher und fest stehen, ohne die natürlichen Bewegungen des Bedieners einzuschänken.

Der Arbeitsplatz muss sich an den Mitarbeitern ausrichten

„Von Vorteil ist, wenn sich auch die Arbeitsfläche auf die Anforderungen des Mitarbeiters ausrichten lässt – die Arbeitshöhe sollte sich stufenlos justieren lassen“, fordert Kusnezowa. „Ergonomisch in Griffweite platzierte Ablagen sind ebenso sinnvoll wie die Möglichkeit, Geräteaufnahmen etwa für Schleif- und Poliersysteme und anderes Zubehör fest zu montieren.“ Für ein ermüdungsfreies Arbeiten förderlich ist, wenn der Bearbeiter seine Arbeitspositionen leicht wechseln kann – hier muss sich der Arbeitsplatz einfach umkonfigurieren lassen. Besonders leicht geht das mittels elektrischer Verstellsysteme, die Arbeitsplatte und Zubehör auf Knopfdruck in die korrekte Position bringen.

Nicht zu unterschätzen sind die Spannsysteme, die sich zum einen leicht, schnell und flexibel an die jeweiligen Werkstücke anpassen lassen sollen und dabei auf der Arbeitsfläche sicher einfach

joke alte Feile

Veraltete Technik gehört ins Museum und nicht an den Arbeitsplatz – ihr Einsatz geht oft auf Kosten der Gesundheit des Mitarbeiters.

und variabel fixiert werden können. Sie sollten es ermöglichen, das zu bearbeitende Teil so zu positionieren, dass der Bearbeiter seine Aufgabe in möglichst natürlicher Arbeitshaltung ausführen kann.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die optimale Ausleuchtung. „Der Platz am Fenster bringt Probleme“, betont Kusnezowa. „Hier entstehen Blendeffekte, zudem ist die Ausleuchtung des Werkstücks im Wechselspiel von Licht und Schatten unter direktem Tageslicht alles andere als optimal.“ Ideal ist ein frei positionierbare Leuchte, womöglich sogar mit einer Lupe kombiniert, mit der sich die Bearbeitungszone optimal ausleuchten lässt.

Schlüsselfaktor Arbeitsgerät

joke neue Feile

ine gute passive Dämpfung auch dank elastischer Ummantelung und aktive Vibrationsreduzierung über ausgleichende Massen zeichnen aktuelle Geräte aus.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ermüdungsfreies, gesundheitsschonendes Arbeiten sind die Arbeitsgeräte selbst: „Ältere Geräte übertragen ihre Vibrationen oft nahezu ungedämpft auf das Hand-Arm-Schulter-System“, weiß Kusnezowa. „Geräte, die auf dem Stand der Technik sind, verfügen neben einer passiven Dämpfung zusätzlich über Ausgleichmassen, die die Schwingungen kompensieren.“ So wird die Hand und das gesamte Hand-Arm-Schulter-System wirksam entlastet.

„Es ist unverständlich, dass die Verantwortlichen in vielen Unternehmen es nicht zu ihrer Chefsache machen, für optimale Arbeitsbedingungen

Rita Kusnezowa,  Betribsärztin

„Die Gefahr der Berufs­erkrankungen, die nicht nur für den Betroffenen schmerzhaft sind, sondern auch ein hohes Ausfallrisiko für den Arbeitgeber in sich tragen, lässt sich mit einigen wenigen Maßnahmen sehr wirkungsvoll reduzieren.“
Rita Kusnezowa, Betribsärztin und
Sportmedizinerin

zu sorgen“, betont Kusnezowa. „Hier lässt sich mit relativ geringem finanziellen Aufwand viel erreichen – ein komplett ausgestatteter Arbeitsplatz mit allem, was die Arbeit angenehm und ergonomisch gestaltet, kostet gerade einmal einen vierstelligen Betrag. Spätestens, wenn man bedenkt, was Ausfallzeiten kosten, die aufgrund eines falsch konfigurierten Arbeitsplatzes und der daraus resultierenden Krankheiten bis hin zur Berufsunfähigkeit entstehen, müsste jedem Unternehmer oder Betriebsleiter klar sein, dass es nicht lohnt, an der Gesundheit der Mitarbeiter zu sparen.“

Kontakt: joke Technology GmbH, www.joke.de

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