Neben der modularen Bauweise ist das Mineralfiltersystem hervorstechendes Merkmal.
Bild: Ona

Neben der modularen Bauweise ist das Mineralfiltersystem hervorstechendes Merkmal. Bild: Ona

Ausfallteile bedeuten in der Draht­erosion vielfach eine aufwändige und teure Prozedur: Beim Schneiden zunächst Anbindungen stehen lassen und die Kerne manuell mit Magneten, Klebstoffen oder anderen Hilfsmitteln fixieren, dann Anbindungen abschneiden und Fixierungen und Kerne manuell entfernen oder alternativ Zerstörschnitte ausführen.

Die Seibu Electric & Machinery Ltd. hat eine Funktion entwickelt, die es ermöglicht, die Ausfallteile beim Erodieren automatisch auf der Maschine zu fixieren. Beim sogenannten „Core Stitch“ (engl.

„Anheften des Kerns“) werden spezielle elektrische Parameter beim Schnitt verwendet, durch die im oberen Bereich des Werkstücks eine Art Lötvorgang erfolgt und das Ausfallteil fixiert wird. Es kann dann

später leicht herausgelöst werden.

Hohe Zeitersparnis möglich

Diese Lösung stößt bei den Anwendern auf große Resonanz, sagt Frank Michel, Geschäftsführer der Elo Erosion GmbH aus Wermelskirchen: „Core Stitch ist eine exklusive Zusatzfunktion für Seibu-Drahterodiermaschinen. Sie vereinfacht drahterodiertypisches Arbeiten mit Werkstücken erheblich und ermöglicht eine hohe Zeitersparnis. Teilweise stoßen wir bei unseren Anwendern auf echte

ELO Core Stitch

Die „Core Stitch-Funktion“ ermöglicht es, Ausfallteile beim Erodieren automatisch auf der Maschine zu fixieren.
Bild: Elo Erosion

Ungläubigkeit, da so etwas bislang in der Drahterosion als unmöglich galt. Umso begeisterter sind sie dann von den neuen Möglichkeiten.“ Elo Erosion ist Generalimporteur und -vertreter von Seibu.

Ein typisches Problem bei der Bearbeitung von Hartmetallen ist das Auswaschen des als Bindemittel fungierenden Kobalts (Hartmetall-Korrosion). Das Material wird durch die Schädigung der Oberfläche weich, die Standzeit sinkt erheblich. Abhilfe schaffen bislang nur der Einsatz von teuren Ölbad-Maschinen oder technologisch zumindest umstrittene Maßnahmen wie das Zufügen von Korrosionsschutzmitteln oder das Einstellen alkalischer pH-Werte der Arbeitsflüssigkeit.

Seibu Drahterodiermaschinen2

Leistungsfähig und trotzdem sehr genau: Präzisions-Drahterodierzentrum für breite Anwendungsbereiche.
Bilder: Elo Erosion

Seibu Electric & Machinery Ltd. hat für diese Problematik eine Funktion entwickelt, die das Hartmetall gegen jenes Auswaschen schützt. Spezielle elektrische Parameter beschichten während des Schnittes die Oberfläche mit einer hauchdünnen Messingauflage und versiegeln sie. Das Kobalt kann nicht mehr herausgelöst werden, die Materialeigenschaften des Hartmetalls bleiben erhalten. Eine Beeinträchtigung der Schnittfläche durch die Messingschicht findet nicht statt. Frank Michel: „Diese exklusive Zusatzfunktion namens ELC für Seibu Draht­erodiermaschinen bringt dem Anwender deutliche Vorteile hinsichtlich Produktqualität und Kosten.“

Anwender mit höchsten Ansprüchen

Seibu Drahterodiermaschinen

High-End-Drahterodiermaschine, deren
Präzision eine Herausforderung für die Mess-technik darstellt.

Eine weitere Innovation ist nach Unternehmensangaben die neue Ölbad-Maschine M25LP, eine High-End-Draht­erodiermaschine, deren Präzision und erreichbare Oberflächenfeinheiten „eine Herausforderung an die Messtechnik darstellen“. Die Maschine richtet sich in erster Linie an Anwender mit höchsten Ansprüchen an Genauigkeit und Oberflächengüte, erläutert Frank Michel: „Uhrenindustrie, Medizin- und Feinmesstechnik sowie Nanotechnologie sind Beispiele für die primären Zielgruppen. Die mit dieser Maschine erzielbaren Ergebnisse galten bislang in der Drahterosion als unerreichbar. Die neuen Möglichkeiten sind enorm.“

Individuell dank modularer Bauweise Generalimporteur für die Produkte des spanischen Herstellers Ona für Deutschland, Österreich und Teile der Schweiz ist die Nürnberger Och GmbH.

Hartmetallbearbeitung

Eine besondere Zusatzfunktion für Drahterodier-maschinen schützt bei der Hartmetallbearbeitung vor dem Auswaschen des Kobalts.

Dortiger Ansprech- und Gesprächspartner für die Erodiermaschinen „Made in Spain“ ist Ralph Schulze: „Das Unternehmen Ona ist beheimatet im Baskenland, im Städtchen Durango in der Nähe von Bilbao.“ Ona ist der älteste Hersteller auf dem Erodiermarkt, gegründet 1952, und der einzige Hersteller in der Europäischen Union, der sowohl Draht- als auch Senkerodiermaschinen herstellt. Die Besonderheiten, macht Ralph Schulze deutlich, „sind die modulare Bauweise. Hier kann sich der Anwender individuell seine Maschine zusammenstellen, je nach Länge, Breite und Höhe“. Ein patentiertes und ökologisches Mineralfiltersystem sei ein weiteres Highlight. Es werden bei Verwendung dieses Systems keinerlei Filterpatronen benötigt. Das heißt, Folgekosten entfallen also völlig.

Nach Schulzes Einschätzung geht der Trend „zu immer größeren und kompakteren Bauteilen“. Damit erklärt er auch die „Vielfältigkeit und Flexibilität unseres Produktportfolios“. Darüber hinaus sind „Sondermaschinen nach Kundenwünschen jederzeit möglich“.

ONA Drahterodieren

Vorteil der modularen Bauweise ist die individuelle Maschinenkonfiguration. So kann der Anwender seine Maschine individuell zusammenstellen lassen.
Bild: Ona

Walter Frick

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