Kontrolle ist besser

Bereits auf der EMO 2011 wurde mit dem TC76-Digilog das erste System mit der Digital-Analog-Technologie vorgestellt. Jetzt will Blum anhand weiterer Neuheiten zeigen, welches enorme Potenzial in dieser Technologie steckt. Waren die zuvor präsentierten Messtaster speziell für das Messen und Überprüfen von Werkstücken und Freiformflächen entwickelt worden, bietet der Messtechnikspezialist mit den Neuentwicklungen nun viele Verifizierungsmöglichkeiten aus einer Hand: Werkstücke und Bohrungen messen, Werkstücktemperaturen erfassen und kompensieren sowie Werkstückrauheiten überprüfen. Egal ob Maße, Oberflächen oder Temperaturen, jedes der vorgestellten Systeme erfasst analoge Werte und überträgt diese per BRC-Funktechnologie digital an die Maschinensteuerung.

Das Temperaturmessgerät TG81 wurde zur hauptzeitparallelen Ermittlung der Werkstücktemperatur entwickelt. Zum Einsatz kommen soll es im Bereich der Trockenbearbeitung oder bei der Zerspanung von Werkstücken mit stark schwankender Eingangstemperatur, beispielsweise verursacht von Temperaturunterschieden zwischen Lager und Fertigung. Bis zu acht in die Werkstückspannvorrichtung integrierte Sensoren ermitteln die aktuelle Temperatur des Werkstücks und übertragen diese dann via BRC-Funktechnologie an die Maschinensteuerung. NC-Steuerungen können anhand der Daten Kompensationswerte errechnen und direkt in den Zerspanungsprozess einfließen lassen. Das System kann auch mit anderen analogen Sensoren betrieben werden, etwa mit Werkstücklage- oder Spanndrucksensoren.

Trends µ-genau

Analog trifft digital
Die Digilog-Technologie von Blum bringt analoges Messen in die digitale Tasterwelt: Vorteile hat das analoge Messen immer dann, wenn es um die Beurteilung von Flächen oder Linien geht, zum Beispiel wenn eine Werkstückoberfläche auf Bearbeitungsfehler überprüft werden soll. Bei Nutzung eines schaltenden Digitaltasters müssen in einem solchen Fall sehr viele Punkte gemessen werden, um eine ausreichende Auflösung zu erreichen, während ein Analogtaster „scannend“ über die Oberfläche geführt werden kann und in einem Bruchteil der Zeit mehr Punkte aufnimmt. Dabei werden erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht, bis 2 m/min sind bei hervorragender Genauigkeit möglich. Im Test wurden Taster schon mit 5 m/min verfahren, bei immer noch sehr guter Messgenauigkeit. Solch extreme Geschwindigkeiten sind jedoch meist nicht notwendig.

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Das Blum-Temperaturmessgerät TG81 überträgt seine Daten per BRC-Funktechnologie direkt an die Maschinensteuerung.

Analoge Messung sorgt für Präzision
Ins Bearbeitungszentrum integriert, kontrolliert der kompakte Funktaster TC64-Digilog Werkstücke per analogen Scan auf Bearbeitungsfehler. Auch hier erfolgt die Datenübertragung nicht per Kabel, sondern über die bewährte BRC-Funktechnologie. Der TC64-Digilog bietet sich insbesondere als optimale Lösung für CNC-Fräs- und Drehzentren an. Im Drehmaschinenbereich etwa ist per analoger Messung eine Rundheits-, Planlauf- und Zylindrizitätsprüfung von Werkstücken angedacht, wobei außerdem der digitale Einsatz als üblicher Werkstückmesstaster möglich ist.

Neu ist auch der Bohrungsmesskopf BG60. Das innovative Messsystem wird bei eng tolerierten Bohrungen und Passungen eingesetzt. Die Messung erfolgt prozessnah in der Bearbeitungsaufspannung. Der Messkopf wird wie ein Werkzeug in der Maschine gehandhabt und zur Messung in die Spindel eingewechselt. Der BG60 verfügt über ein eigenständiges, analoges Messwerk, welches im Gegensatz zu herkömmlichen Messtastern unabhängig von der Maschinengenauigkeit arbeitet.

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Das Temperaturmessgerät TG81 wurde zur hauptzeitparallelen Ermittlung der Werkstücktemperatur entwickelt. Bis zu acht in die Werkstückspannvorrichtung integrierte Sensoren ermitteln die aktuelle Temperatur.

Einen echten Quantensprung bei der maschinenintegrierten Qualitätsüberwachung verspricht der neue Rauheitssensor TC63-RG. Während Werkstückabmessungen mit den bewährten Blum-Messkomponenten prozessnah und präzise ermittelt werden können, ist die Beurteilung der Oberflächenrauheit bisher nur als nachgelagerter Kontrollschritt oder als manueller Arbeitsgang am aufgespannten Werkstück möglich.

Der Rauheitssensor mit integrierter Digilog-Technologie soll diese Lücke schließen. Schlechte Oberflächen, beispielsweise verursacht von verschlissenen Werkzeugen, sollen damit prozessnah erkannt werden. Schließlich befindet sich das Werkstück während der Prüfung in der Originalaufspannung, womit die Möglichkeit der Nacharbeit mit einem neuen Werkzeug gegeben ist.