joke Handstücke

Die Handstücke können auch mit Werkzeugen mit langem Schaft bestückt werden. - Bild: werkzeug&formenbau

Und zwar nicht nur der eigenen Anwender

Schneller, höher, weiter – wenn eine neue Gerätegeneration auf den Markt kommt, stehen in der Regel technische Verbesserungen im Mittelpunkt des Interesses. Neue Möglichkeiten der Bearbeitung, neue Werkstoffe, die sich bearbeiten lassen, eine höhere Genauigkeit, wirtschaftlicherer Betrieb, ergonomischere Handhabung.

All das hatte joke auch im Blick, als die Verantwortlichen an die Neukonzeption der Steuergeräte der Eneska-Baureihen ging – allerdings ging man bei dem Oberflächenspezialisten in Bergisch-Gladbach weit darüber hinaus. “Wir hatten schon lange sehr genaue Vorstellungen, wie ein optimales Steuergerät für Handarbeitsplätze zum Schleifen, Polieren und Fräsen auszusehen hat”, erklärt Jürgen Meyer, Produktmanager für die Geräte der neuen Eneska-Baureihe bei joke.

Profil

joke Technology GmbH
Gegründet wurde joke 1940 von Robert Kettenbaum und Josef Joisten. Das Programm des Handelshauses entwickelte sich über die Jahre immer weiter – heute widmet man sich der Perfektionierung von Oberflächen. joke ist Europas größter Fachhandel und Ansprechpartner rund um die Oberflächen-Endbearbeitung. Neben zahlreichen relevanten Produkten für die Feinstbearbeitung von Oberflächen bietet das Unternehmen auch ein breites Servicespektrum, zu dem auch ein umfangreiches Programm an Schulungs- und Weiterbildungsveranstaltungen gehört.

Ausgereifteste Geräte

joke additive Werkstücke

Immer mehr müssen auch additiv gefertigte Werkstücke bearbeitet werden. – Bild: werkzeug&formenbau

“Und unser Partner, der die Eneska-Serie für joke produziert, fertigte diese seit Jahrzehnten immer nach unseren Wünschen.” Der japanische Hersteller baut bislang nach Überzeugung der joke-Experten die ausgereiftesten, zuverlässigsten und besten Geräte am Markt. Deshalb will das Handelshaus joke auch die Geräte im Programm behalten. Aber es sind eben schon vorhandene Geräte, deren Basis zwar sehr gut ist, die aber nicht das gesamte Spektrum der Wünsche und Verbesserungsvorschläge aufnehmen konnte. “Deshalb wollten wir unter dem Namen EneskaMicro eine eigene Gerätebaureihe entwickeln, die entsprechend sämtliche positiven Eigenschaften der bisherigen Geräte in sich vereint und darüber hinaus auch all die Wünsche und Vorschläge unserer Anwender abdecken kann”, erklärt Meyer. “Und: Die Produktion sollte zu hundert Prozent in Deutschland erfolgen – exklusiv für joke.”

Entstanden ist eine komplette Neuentwicklung, in die die Bedürfnisse und Anregungen der joke-Anwender und neueste technische Entwicklungen eingeflossen sind. “Wir haben das Lastenheft für die neue Gerätegeneration so ausgelegt, dass alle gewünschten Neuerungen umgesetzt wurden”, erklärt Meyer. “Das war ein intensiver, langer Prozess.”

joke Schalter

Ergonomisch – der Ein-Aus-Schalter sitzt jetzt leicht zu erreichen in der Mitte der Einheit aus Handstück und Mikromotor. – Bild: werkzeug&formenbau

Keine Denkverbote

Jürgen Meyer

Jürgen Meyer, Produktmanager bei joke: “Wir wollten eine eigene Gerätebaureihe entwickeln, die sämtliche positiven Eigenschaften der bisherigen Geräte in sich vereint und darüber hinaus auch all die Wünsche und Vorschläge unserer Anwender abdecken kann.”

Denkverbote gab es nicht – die Maxime war, ein Gerät zu schaffen, das alles umfassen sollte, was gut und nützlich ist. Angefangen von der bestmöglichen Funktionalität über aktuelle technische Fortschritte bis hin zum ansprechenden Design. Viele Detaillösungen wurden neu durchdacht und aus Anwendersicht umgestaltet, speziell auch mit Blick auf die Bediener der “Generation Smartphone” neue Bedienkonzepte auf den Prüfstand gestellt.

Nicht nur Touchscreen

So gab es beispielsweise die Überlegung, alle Funktionen des Geräts über einen Touchscreen zu bedienen – und das wurde auch sehr weitgehend in der finalen Fassung des Geräts umgesetzt. Mit einer Ausnahme: “Letztlich wurde aber die Regelung der Drehzahlen wieder als Drehknopf ausgeführt – auf Wunsch der Anwender”, erinnert sich Meyer. “Die Bediener wollen ein Bedienelement, das sie mit ihren Fingerspitzen auch dann finden, wenn sie nicht hinsehen – das ist für eine kontinuierliche Bearbeitung oft unerlässlich. Und da ist der Drehknopf noch immer die viel bessere, ergonomischere Lösung als ein Touch-Feld, zumal die feine spürbare Rasterung des Drehreglers auch ohne Blick auf das Display eine gute Abschätzung für die Drehzahländerung ermöglicht.”

Trends µ-genau

Geräte selbst testen
Die Erwartungen an die neuen joke-Geräte sind hoch – sie verfügen über ein ansprechendes Design und sind sehr standfest ausgeführt. Allerdings: Die Leistungsfähigkeit und die einfache Bedienbarkeit lassen sich nur in der Praxis erfahren: Ein echtes Gefühl für die neuen Geräte bekommt man wohl erst dann, wenn man sie selbst testet. Dazu bietet joke auf der Messe AMB ausreichend Gelegenheit – am Stand A36 in Halle 8 können die Geräte der EneskaMicro-Reihe auf Herz und Nieren getestet werden.

High-End-Lösung

Das Resultat der umfangreichen Entwicklungsarbeit ist das neue EneskaMicro 600: Die High-End-Lösung, die neben 30 Prozent mehr Leistung als das bisherige Spitzengerät auch höhere Drehzahlen ermöglicht, ist für unterschiedlichste Einsatzgebiete geeignet.

joke Eneska

Die neue Gerätegeneration: das EneskaMicro 600 (rechts) und das EneskaMicro 450 von joke kommen auch mit Fremdzubehör zurecht. – Bild: werkzeug&formenbau

“Mit den neuen Handstücken lassen sich bis zu 60.000 min-1 erzielen”, erklärt Meyer. “Die hohen Drehzahlen, die sonst Druckluftwerkzeugen vorbehalten sind, werden beispielsweise für die Bearbeitung von hochharten oder hartzähen Werkstoffen benötigt, da die dort verwendeten Fräser bei niedrigeren Drehzahlen nicht in ihrem optimalen Bereich arbeiten und zu heiß werden.”

Ein Pluspunkt etwa für die Bearbeitung von Titan oder Stählen mit hohem Chromanteil, wie sie unter anderem in Luft- und Raumfahrt Verwendung finden. “Wir haben die neuen Handstücke mit Schnellspannfunktionen ausgestattet”, erklärt Meyer. “Um die Fräser gerade für die Verwendung mit zähen Materialien gegen das Herausziehen zu sichern, haben unsere Spannzangen die unseres Wissens höchste Spannkraft aller vergleichbaren Systeme.”

In ausgiebigen Feldtests wurden die Geräte von Anwendern auf Herz und Nieren getestet – mit den neuen, speziell für das EnescaMicro entwickelten Mikromotoren und Handstücken, aber auch mit bestehenden joke-Systemen.

Das sagt die Redaktion

jokes intelligenter Coup
Wie erklärt man seinem Chef, dass alles, was man bisher in ein System investiert hat, verloren ist? Am Besten gar nicht! Und deshalb ist die joke-Lösung endlich einmal von der Anwenderseite her gedacht: Weil sich vorhandene Motoren und Handstücke – wohlgemerkt auch von Fremdherstellern! – weitestgehend auch an den neuen EneskaMicro betreiben lassen, können Anwender jetzt ihre Investitionen sinnvoll weiterverwenden und unter der neuen Technik das bisherige Zubehör nahezu ohne Einschränkungen wie bisher nutzen. Eine Lösung, die wohl so manchem „Fremdanwender“ den Umstieg versüßen kann. Denn technisch präsentieren sich die Geräte – übrigens wohl bis auf ein paar Exoten, die am Markt kaum auftauchen, die einzigen, die zu hundert Prozent “Made in Germany” sind – als State of the Art in ihrem Bereich, an dem man nicht so leicht vorbeikommt. Und sind damit eine klare Kampfansage an den Wettbewerb.

Richard Pergler

Auch Fremdzubehör passt

joke Enesca Handstück

Unter den neuen Handstücken fallen die massiver gebauten Modelle auf – sie liegen erstaunlich gut in der Hand und arbeiten sehr vibrationsarm. – Bild: werkzeug&formenbau

“Darüber hinaus wollten wir jedoch, dass die Anwender ihr komplettes Zubehör weiterverwenden können – und zwar nicht nur das von joke, sondern auch jenes, das sie von anderen Anbietern gekauft und im Einsatz haben”, erklärt Meyer. “Damit wollen wir sicherstellen, dass die Anwender ihre Investitionen – Handstücke, Motoren und ähnliches – nicht einfach abschreiben müssen, sondern sie auch unter unserer leistungsfähigen Steuerungstechnik im Rahmen ihrer eigenen Spezifikationen weiternutzen können – im Vergleich zu bisher in gleichem Umfang oder sogar mit mehr Möglichkeiten.”

Für das neue Steuergerät gibt es verschiedene Handstücke, die die Möglichkeiten der EneskaMicro-Reihe umfassend ausschöpfen. Dabei fällt insbesondere eine Baureihe auf, die deutlich größer ist als die bisherigen joke-Handstücke – und auch schwerer. “Unsere Testanwender waren sofort von diesen Handstücken überzeugt”, erklärt Meyer. “Die Geräte liegen sehr gut in der Hand, und ihre hervorragende Dämpfung ermöglicht ein sehr ermüdungsfreies, vibrationsarmes Arbeiten.”

joke Enesca Bearbeitung

Das EneskaMicro 600 erlaubt Bearbeitungen mit Drehzahlen bis 60.000 min-1. – Bild: werkzeug&formenbau

Auch die Handstücke und Mikromotoren sind komplette Neuentwicklungen, in die zahlreiche Anregungen aus der Praxis eingeflossen sind. “So war der Schalter für die Werkzeuge zunächst am Stecker des Kabels angebracht”, erinnert sich Meyer.

Ergonomische Bedienung

“Für eine leichtere Bedienbarkeit ist er jetzt am Motor – so muss der Bediener seine Arbeitsposition nicht mehr zum Ein- und Ausschalten verändern.” Positiver Nebeneffekt: Damit wird das Kabel kostengünstiger. Je nach Handstück und Micromotor lassen sich Werkzeuge bis Schaftdurchmesser 6 mm spannen.

Am EneskaMicro 600 lassen sich übrigens sowohl bürstenlose Motoren als auch solche mit Bürsten einsetzen. Wer übrigens weder die hohen Drehzahlen noch den Anschluss für Bürstenmotoren benötigt, findet mit dem EneskaMicro 450 ein weiteres neues Gerät dieser Baureihe, das mit Drehzahlen bis 45.000 min-1 immer noch einen weiten Anwendungsbereich abdeckt, aber nur über zwei Anschlüsse und eine leicht abgespeckte Steuerungshardware verfügt. Beide EneskaMicro-Geräte lassen sich selbstverständlich auch mit Fußregler nutzen.

Richard Pergler

Kontakt:
joke Technology GmbH, D-51429 Bergisch-Gladbach, Tel.: 02204/839-0