Flugzeug DUX, Metallwarenfabrik Markes & Co.

Flugzeug DUX der Metallwarenfabrik Markes & Co. aus dem Jahr 1938. - Bild: Hans Bleh/Technoseum

Ob Eisenbahnen, Flugzeuge oder eine fast zwei Meter hohe Replik des Pariser Eiffelturms - alles kann mit Modellbaukästen nachgebaut werden. Und mit diesem neuen, pädagogisch wertvollen Spielzeug versuchte man vor allem Jungs zu Beginn des 20. Jahrhunderts für Technik zu begeistern: Früh übt sich, was später mal ein Ingenieur oder ein großer Modellbauer werden will.

Modell des Eiffelturm, Märklin
Modell des Eiffelturms aus dem Jahr 1989 - der Großbaukasten von Märklin bestand aus über 4000 Teilen. - Bild: Hans Bleh/Technoseum

Jetzt hat das Technoseum in Mannheim eine der größten Modellbaukästen-Sammlungen in Deutschland übernommen. Sie reicht von Objekten aus der Zeit um die Jahrhundertwende bis in die 1990er Jahre und umfasst Bauklötze für Kleinkinder ebenso wie anspruchsvolle Konstruktionen aus mehreren Tausend Teilen, die sich an Jugendliche richten.
Lego- und Fischertechnik sind den meisten ein Begriff. In der Sammlung, die das Technoseum übernommen hat, befinden sich jedoch auch Modellbaukästen von Herstellern wie Anker, Meccano, Trix, Walther’s Stabil oder Märklin. Über 1.000 Einzelobjekte gehören dazu, darunter allein 245 Metallbaukästen, 77 bereits montierte Modelle sowie mehrere Hundert Kataloge, Prospekte und Bauanleitungen.

Bandgenerator Baukasten, Physica
Bandgenerator Baukasten, ein Lehrspielgerät für künftige Atomphysiker, Physica, 1955-1960. - Bild: Hans Bleh/Technoseum

Auch Geschlechterrollen wurden mit dieser Art von Spielzeug gefestigt, denn die Modellbaukästen richteten sich in erster Linie an Jungen. Mädchen treten bis weit in die 1970er Jahre auf den Deckelbildern als Baumeisterinnen nur höchst selten in Erscheinung. Darüber hinaus bereiteten die Modellbaukästen ihr junges Publikum spielerisch auf eine mögliche Karriere als Architekt oder Modellbauer vor, waren also pädagogisch wertvolles Spielzeug – und aufgrund des Preises lange Zeit dem Bürgertum vorbehalten.

Großes Engagement der Förderer

Die Sammlung gehörte ursprünglich dem Rheinländer Jürgen Griebel (1934 – 1997), der als 10-Jähriger seinen ersten Modellbaukasten geschenkt bekam und als Erwachsener anfing, diese Tüftler-Sets im großen Stil zu sammeln. Seine Familie hat diesen Bestand dem Technoseum angeboten und mit großzügiger Unterstützung des Freundeskreises und der Stiftung Technoseum konnte die Sammlung übernommen werden. Vorgestellt wurde die Neuerwerbung Anfang Juni von Vertretern der Förderer zusammen mit Sammlungsleiter Thomas Kosche.

Es wird allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis die historischen Baukästen im Technoseum zu bewundern sind. Sie werden erst mal gesichtet und sortiert und dann im Museumsdepot aufbewahrt. Dennoch: Das Technoseum ist auch jetzt schon einen Besuch wert. nh