Erfolgsfaktor Service

Insbesondere die Automotive-Industrie setzt auf hochwertige Werkzeuge von Siebenwurst. „Zusammen mit unseren Kollegen aus Zwickau können wir die gesamte Bandbreite vom Spritzgießen auch in Sonderverfahren bis hin zum Umformen nahtlos abdecken“, erklärt Christian Walter, Director Sales & Marketing bei Siebenwurst. „Mit unserem Produktportfolio können wir inzwischen ein breites Spektrum abdecken – von der Begleitung unserer Kunden beim Produktdesign über Prototypen bis zu Reparaturen und Änderungen der Werkzeuge während des gesamten Produktlebenszyklus. Das ist für uns ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil.“

Längst sind Werkzeuge von Siebenwurst nicht nur in Deutschland im Einsatz: „Wenn wir etwa ein Projekt in Mexiko haben, fahren unsere Leute die Werkzeuge dort für den Kunden ein“, erklärt Walter. „Auch Reparaturen erledigen wir inzwischen weltweit.“

Spezielle „Tooldoctors“ kümmern sich um optimalen Service
Für diese Dienstleistungen haben die Werkzeugbauer eine eigene Abteilung gegründet, die „Tooldoctors“: „Das sind Spezialisten, die im Service-Bereich sehr viel Erfahrung sammeln konnten“, erläutert Walter. „In Deutschland stehen den Teams inzwischen zwei voll ausgerüstete Servicefahrzeuge zur Verfügung mit allem, was beispielsweise für eine Reparatur vor Ort notwendig ist.“ Längst sind es nicht mehr nur Werkzeuge von Siebenwurst, die kompetent betreut werden: Rund 80 Prozent aller Wartungs-, Instandhaltungs- und Reparaturaufträge betreffen Werkzeuge, die nicht bei Siebenwurst gebaut wurden.

Ab Januar 2011 haben die „Tooldoctors“ in Shanghai auch einen chinesischen Standort mit je drei Werkzeugbauern aus TooldoctorsZwickau und drei aus Dietfurt. „Für uns ist das der erste Schritt in diesen Wachstumsmarkt“, erklärt Walter. „ In China setzen viele Automotive-OEMs unsere Werkzeuge ein – da sind wir auch als Dienstleister gefordert, im dortigen Markt präsent zu sein.“

Mittelfristiges Ziel sind mehrere Tooldoctor-Standorte in China, um die Kunden optimal versorgen zu können. Weitere Länderstandorte, in die Siebenwurst mittelfristig internationalisieren möchte, befinden sich in Planung. „Es geht uns darum, unsere Kunden ganzheitlich und möglichst optimal betreuen zu können“, betont Walter.

Um an der Spitze zu bleiben, setzen die Werkzeug- und Formenbauer in Dietfurt und Zwickau auf ständigen Benchmark – nicht nur wie bei „Excellence in Production“ mit den Besten der eigenen Branche: „Der Blick über den Tellerrand ist wichtig – man kann auch von branchenfremden Unternehmen viel lernen“, erklärt Walter. Und das mit Erfolg: „Vor kurzem konnten wir uns unter den Top 100 der innovativsten Unternehmen im Mittelstand platzieren – ausschlaggebend war hierfür die intensive Zusammenarbeit mit Universitäten und Instituten im Bereich Leichtbau.

Zwar gehört der regelmäßige Blick über den Tellerrand auch beim Hofmann Werkzeugbau und beim Hofmann Modellbau dazu – der schärfste Benchmark ist indes der in der eigenen Gruppe: „Wir wirtschaften zwar getrennt und versuchen auch jeder für sich, uns bestmöglich aufzustellen. Wenn es aber darum geht, unsere Prozesse zu verbessern, uns für den Wettbewerb zu stärken, ziehen wir an einem Strang“, betont Robert Hofmann, Geschäftsführer bei Modellbau Robert Hofmann in Lichtenfels. „Das fängt bei der gemeinsamen Ausbildung der Lehrlinge an und reicht weit in die Produktion hinein. Wir versuchen, die Synergien der Hofmann Innovation Group bestmöglich zu nutzen.“

Gemeinsam bieten die Unternehmen der Gruppe alles aus einer Hand
Zusammen mit seinem Bruder Günter Hofmann, der als Geschäftsführer die Gruppe und den Hofmann Werkzeugbau führt, setzt er auf umfassenden Service für die Kunden. „Gemeinsam können wir alles aus einer Hand bieten“, betont Robert Hofmann. „Prototypen-Werkzeuge werden kostensparend in Modulbauweise ausgelegt. Das Spritzgieß-Technikum, eine gemeinsame Tochter von Werkzeug- und Modellbau, erlaubt neben der schnellen Fertigung von Prototypen auch umfangreiche Versuche.“ So müssen Kunden dafür keine Produktionskapazitäten belegen.

„Das ist Teil des umfassenden Servicekonzepts, das wir aus den Ressourcen der gesamten Unternehmensgruppe anbieten“, erklärt Günter Hofmann. „Auch wir haben aus erfahrenen Mitarbeitern ein schlagkräftiges Assistance-Team gebildet, das über die entsprechenden Ressourcen verfügt, um etwa Reparaturen direkt beim Kunden vor Ort auszuführen.“ Das Serviceteam soll auch bei Hofmann weiter ausgebaut werden; auch hier ist man für die Betreuung von „Fremdwerkzeugen“ durchaus offen.

Der Automatisierungsgrad im Unternehmen ist bemerkenswert hoch, alle Systeme sind vernetzt, RFI sorgt für durchgängigen Datenfluss. Sowohl im Werkzeug- als auch im Modellbau wird ausschließlich über Paletten gearbeitet. Was sich im Werkzeugbau bewährt, wird im Modellbau entsprechend den Anforderungen übernommen.

HofmannNicht nur Werkstücke sind bei Hofmann sehr stark standardisiert, sondern auch die Abläufe: „Wir können so pro Jahr beispielsweise mit 2,5 Mitarbeiter-Planstellen rund 25 000 Elektroden fertigen“, erklärt Günter Hofmann. „Auch hier nutzen wir Synergien – wir produzieren die Elektroden für den Modellbau ebenfalls auf unserer Linie.“

Mitarbeiter mitnehmen
Wichtig bei der Automatisierung war, die Mitarbeiter mitzunehmen und in die Prozesse mit einzubinden: „Das war eine Herausforderung – wir hatten uns zum Ziel gesetzt, bei jeder Maßnahme den Beweis dafür antreten, dass nicht nur die wirtschaftliche Situation des Unternehmens besser wird, sondern auch die der Mitarbeiter“, erklärt Günter Hofmann. „Die Produktion braucht jetzt weniger Leute, da viele der oft stupiden Routinetätigkeiten weggefallen sind. Wir haben trotzdem niemand entlassen: Die Mitarbeiter sind mit entsprechender Weiterbildung jetzt in der Arbeitsvorbereitung oder in der Programmierung beschäftigt. Und auch die Arbeit in der Produktion ist anspruchsvoller geworden. In Summe sind die Leute hoch zufrieden – ihre Tätigkeiten sind jetzt deutlich höher qualifiziert als vorher.“

Begründungen der Jury:

Christian Karl Siebenwurst Modell- und Formenbau, Dietfurt
Siebenwurst existiert am Standort Dietfurt seit über 100 Jahren. Das Unternehmen ist als Systemlieferant positioniert und stellt sowohl Spritzgusswerkzeuge, Druckgussformen, Pressformen als auch Designmodelle her. Ziel des Unternehmens ist es, die Betreuung der gesamten Prozesskette von der Methodenplanung bis hin zur Fertigung und anschließenden Werkzeugübergabe anzubieten. Ein institutionalisiertes Prozessmanagement optimiert alle Abläufe mit dem Ziel der Standardisierung. Hervorzuheben ist das Service-Geschäftsmodell „Tooldoctors“ zur Wartung und Reparatur von Eigen- und Fremdwerkzeugen.

Werkzeugbau Siegfried Hofmann, Lichtenfels
1958 gründete Seniorchef Siegfried Hofmann den Werkzeugbau Hofmann, der heute in zweiter und dritter Generation geführt wird. Aus kleinsten Anfängen hat sich in fünf Jahrzehnten die Hofmann Innovation Group AG entwickelt, die heute das Dach für acht Einzelfirmen (darunter auch der Modellbau Hofmann) bildet. Der Werkzeugbau stellt komplexe Spritzgusswerkzeuge im Größenbereich von 0,5 bis 40 t her. Kunden sind die Automobil-, Haushaltsgeräte-, Luftfahrt- und Elektronikindustrie. Tochterunternehmen sitzen in Spanien, Tschechien, China und der Türkei. Es besteht eine enge Anbindung an den Robert Hofmann Modellbau innerhalb der Hofmann Innovation Group AG. Die in der Hofmann Innovation Group vorhandenen Technologien werden auch im Werkzeugbau genutzt und weiterentwickelt. Der Werkzeugbau kann über seine „Full-Service-Engineering“-Philosophie als Generalunternehmer auftreten.

Modellbau Robert Hofmann, Lichtenfels
Der Modellbau Robert Hofmann ist Teil der Hofmann Innovation Group AG und wurde 1991 vom jetzigen Inhaber gegründet. Zum Leistungsspektrum des Modellbaus zählen der Prototypenbau und der Bau von Spritzgusswerkzeugen aus Aluminium zur Produktion von Vorserien. Technologische Synergien, welche sich aus der Hofmann Innovation Group ergeben, werden konsequent genutzt. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von Rapid-Prototyping-Anlagen (Concept Laser), um dem Kunden entscheidende Zeit- und damit Kostenvorteile zu ermöglichen. Die Kunden stammen vorwiegend aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Der Modellbau teilt sich ein Bemusterungs- aber auch das Ausbildungszentrum mit dem Hofmann Werkzeugbau und greift auf dessen Ressourcen bei der Elektrodenherstellung zurück.

Stärkeprofile:

Christian Karl Siebenwurst Modell- und Formenbau, Dietfurt

  • „Tooldoctors“: Eigenes Service-Geschäftsmodell für Wartung und Reparatur
  • hohe Eigenverantwortung der Mitarbeiter,
  • hoher Automatisierungsgrad
  • modernster Maschinenpark
  • kurze Reaktionszeiten für Wartung- und Reparatur (auch überregional)
  • breites Kundenspektrum
  • hohe Termintreue
  • hohe Diversifikation im Werkzeugspektrum
  • lange durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
  • hohe Investitionsquote
  • gezieltes Ansprechen internationaler Märkte, Modellbau führt zu frühem Kundenkontakt
  • Benchmark in der Standardisierung und Datendurchgängigkeit entlang der gesamten Prozesskette
  • Klassifizierung von Werkzeugen, automatisierte Ableitung von NC-Programmen für 2,5D-Anwendungen
  • eigenentwickeltes, intelligentes Fräswerkzeug-Versorgungskonzept
  • datenbankbasierte Bereitstellung von Prozesswissen

Werkzeugbau Siegfried Hofmann, Lichtenfels

  • hohe Eigenverantwortung der Mitarbeiter
  • hoher Automatisierungsgrad, diversifiziertes Lieferantenspektrum
  • Standardisierung und Systemlandschaft in der Konstruktion und Programmierung
  • hohe Anzahl an Neukunden in der Betrachtungsperiode
  • hoher Qualifikationsgrad der Mitarbeiter
  • geringer Gemeinkostenanteil
  • Full-Service-Engineering (Abstimmung kompletter Werkzeug-Maschine-Systeme)
  • Ausbildungszentrum
  • modernes Abmusterungszentrum, eigene Änderungsabteilung
  • hoher Grad an Innovation in der Werkzeugtechnik
  • automatisierte Prozesskette im Erodieren
  • individuelle Schulungspläne und definiertes Weiterbildungsangebot
  • breites, anspruchsvolles Leistungsspektrum in Hofmann assistance

Modellbau Robert Hofmann, Lichtenfels

  • Bekanntheitsgrad von Vision und Strategie bei den Mitarbeitern
  • Überdurchschnittliche Eigenverantwortung der Mitarbeiter
  • überdurchschnittliche Leitungsspanne
  • Leistungsfähigkeit und Automatisierung im Fräsen und Senkerodieren
  • kurze Bearbeitungsdauer von Angeboten
  • geringe Durchlaufzeiten
  • überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit und -loyalität
  • Modularisierung der Prototypenwerkzeuge
  • individuelle, leistungsorientierte Entlohnung
  • hoher Eigenfinanzierungsgrad
  • Teil der international aufgestellten Hofmann Innovation Group
  • Mitarbeiter sind Spezialisten in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich
  • Übernahme aller Auszubildenden
  • eigenentwickeltes System zur Steuerung der Auftragsabwicklung
  • kontinuierliche Zusammenarbeit mit externen Designern
  • Nutzung vollautomatisierter Fertigungszellen im Bereich Fräsen,
  • leistungsfähiges MDE/BDE-System
  • individuelle Schulungspläne für alle Mitarbeiter

Im Profil:

Christian Karl Siebenwurst Christian Karl Siebenwurst Modell- und Formenbau, Dietfurt

  • Produkte: Spritzgieß- und Druckguss-Formen, 1:1-Designmodelle, Prototyping
  • Kunden: hauptsächlich Automobilindustrie
  • Maschinenpark: 3D-Bearbeitung bis Bauteilgröße 5000 x 3000 x 2000 mm, 2,5D-Bearbeitung bis Bauteilgröße 3500 x 3000 x 2500 mm, Erodieren bis Bauteilgröße 2470 x 1470 x 900 mm, Tieflochbohren, Drehen, weitere Maschinen und Automatisierung.
  • Anzahl Mitarbeiter: 334 (davon 20 Auszubildende in sechs Berufsbildern)
  • Umsatz: 38 Mio. Euro
  • Besonderheit: eigenes Servicegeschäftsmodell für Wartung und Reparatur von Werkzeugen („Tool-Doctors”).
  • Kontakt: Christian Karl Siebenwurst GmbH & Co. KG, D-92345 Dietfurt/Altmühl, Tel.: 08464/650-0, www.siebenwurst.com

Werkzeugbau Siegfried Hofmann, Lichtenfels

  • Produkte: SpritzgießformenWerkzeugbau Siegfried Hofmann
  • Kunden: Unternehmen der Branchen Automotive und Haushalt
  • Maschinenpark: 5-Achs-HSC bis max. 2000 x  1800 x 1100 mm, Senkerosion bis max. 2750 x  1550 x 1600 mm, Linie für Elektrodenfertigung (inkl. Vermessen), Linie für Senkerosion (inkl. Vermessen), 2 LaserCusing-M3-Linear-Anlagen
  • Mitarbeiter: 211 (davon 21 Auszubildende)
  • Umsatz: 25 Mio. Euro
  • Besonderheiten: „Zeichnungsfreie” Fertigung, hoher Automatisierungsgrad (Fertigungslinien), Änderungsabteilung, spezielle Werkzeugtechniken (Variotherm-, Wendeplattentechnik,…), modernes Ausbildungszentrum
  • Kontakt: Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH, D-96215 Lichtenfels; Tel.: 09571/766-0, www.hofmann-wzb.de

Modellbau Robert HofmannModellbau Robert Hofmann, Lichtenfels

  • Produkte: Spritzgießformen, Modelle/Rapid Prototyping, Teilefertigung, Prüfmittel/Vorrichtungen
  • Kunden: Unternehmen der Branchen Automotive und Haushalt
  • Maschinenpark: Stereolithographie, Lasersintern bis 1500 x 500 x 500 mm, Vakuumguss,
  • 5- Achs-Fräsen bis 3000 x 2000 mm.
  • Mitarbeiter: 127 (davon 15 Auszubildende)
  • Umsatz: 13 Mio. Euro
  • Besonderheiten: „Zeichnungsfreie” Fertigung, hoher Automatisierungsgrad (Fertigungslinien), modernes Ausbildungszentrum
  • Kontakt: Modellbau Robert Hofmann GmbH, D-96215 Lichtenfels; Tel.: 09571/766-50