Musterformplatte

Die Zerspanungsspezialisten der Abteilung Formaufbauten demonstrierten beim diesjährigen "3. Knarr Präzisionstag", wie vorteilhaft sich diese Musterformplatte mit hyperMill Maxx Machining in einer Stunde komplett bearbeiten lässt. - Bild: Knarr

 hyperMill Maxx Machining
Screenshot des Programms hyperMill Maxx Machining

Das während der vergangenen 20 Jahre generierte Know-how kommt den eigengefertigten Normalien zugute, die auch in Sonderausführungen geliefert werden. "Das Know-how meiner Fertigungskollegen und unser Produktions-Equipment lassen es zu, auf nahezu jeden Anwenderwunsch einzugehen", erklärt Thomas Wunsiedler, stellvertretender Marketingleiter. Knarr ist als Komplettanbieter für den Werkzeug- und Formenbau tätig. Seit 2013 bietet Knarr auch Formaufbauten (System K und F) und P-Platten in verschiedensten Abmessungen, Ausführungen und Materialien. Neben dem Standardprogramm spielt inzwischen auch die Komplettbearbeitung eine immer wichtigere Rolle.

"Die Nachfrage im Bereich Formaufbauten mit kundenspezifischen Einarbeitungen steigt permanent", berichtet Marco Mergner. Der Maschinenbautechniker und Feinwerkmechanikermeister ist als Abteilungsleiter für die CAD/CAM-Programmierung und Frästechnik der jungen Abteilung zuständig.

Erfolgsfaktor Mitarbeiter

Zum Erfolgsrezept zählt er das Know-how, die Motivation der Mitarbeiter, den respektvollen und freundschaftlichen Umgang ebenso wie den modernen Maschinenpark. Außerdem hebt Mergner die CAM-Lösung hyperMill hervor, die "entscheidend dazu beiträgt, dass wir uns permanent weiterentwickeln können." Da die Herstellung von Formplatten mit allen Sonderwünschen einer klassischen Einzelteilfertigung entspricht, hat die CAM-Programmierung eine Schlüsselfunktion: "Mit der Software von Open Mind sind wir optimal und zukunftsfähig ausgestattet."

CAM-Programmierer bei Knarr nutzen hyperMill
Die CAM-Programmierer bei Knarr nutzen hyperMill in voller Breite von Funktionen für die Arbeitsvorbereitung (Werkzeugdatenbank, Laufzeitberechnung, Spannmittelverwaltung, Druckfunktionen etc.) über die Generierung der Werkzeugbahnen bis zur Maschinensimulation. - Bild: Knarr

Schon seit den 1990er-Jahren vertraut Knarr auf den Partner aus Weßling bei München. "Ausschlaggebend war und ist die Leistungsfähigkeit im Technologiebereich der einzelnen Bearbeitungszyklen mit weitreichenden Möglichkeiten bei Mehrseiten- und 5-Achs-Bearbeitung, Tieflochbohr-, Mess- und Automatisierungstechnik", erklärt Mergner. "Dazu kam die Bedienerfreundlichkeit des Systems und der uns bereits bekannte gute Service von Open Mind." Heute hat die Knarr Unternehmensgruppe eine zweistellige Anzahl an hyperMill-Lizenzen in verschiedenen Abteilungen.

Seit 2015 nutzen die CAM-Programmierer auch das CAD-System hyperCAD-S, das auf einem eigenen 3D-CAD-Kernel von Open Mind basiert und so mit hyperMill harmoniert.

Vollständig integrierte Lösung

CAM-Programmierer nehmen hyperCAD-S und das vollständig integrierte hyperMill als eine Einheit wahr, wie Mergner erklärt: "Mit hyperCAD-S und den darin integrierten Zeichen-, Flächen- und Solidfunktionen können alle eingangs notwendigen CAD-Aufgaben, die für eine einfache und effektive Programmierung notwendig sind, sicher erledigt werden. Für die Aufbereitung der CAD-Daten zur späteren Fräsbearbeitung bietet hyperCAD-S mit den Funktionen zur Zeichnungserstellung und der Nutzung sogenannter TAGs außerdem einzigartige, anwenderorientierte Funktionen an. Das System ist genau auf die Anforderungen von unseren CAM-Programmierern ausgerichtet. Das ist wirklich außergewöhnlich und beschleunigt unsere Bearbeitung enorm."

Trends µ-genau

hyperCAD-S ist ein CAD-System speziell für CAM-Programmierer, das die Abläufe beim NC-Programmieren stark beschleunigt. Es hilft, viele Herausforderungen beim Arbeiten mit Netzen, Flächen und Volumen zur Erstellung passgenauer Bauteile und Werkzeuge zu meistern. Vollkommen unabhängig vom ursprünglichen, zur Konstruktion genutzten CAD-System können mit hyperCAD-S große importierte Datenmengen für die spätere NC-Programmierung aufbereitet werden.

Das Generieren der Werkzeugwege erfolgt in hyperMill. "Hierzu stellt das CAM-System die gesamte Bearbeitungstechnologie zur Verfügung plus spezielle Funktionen wie zum Beispiel das Messen oder das Tieflochbohren. Das Gesamtsystem ist sehr benutzerfreundlich und leicht zu erlernen", so Mergner weiter. In der Abteilung Formaufbaufräsen beherrschen alle Mitarbeiter auch das CAM-System hyperMill. Mit ihm werden alle Formplatten programmiert, die anspruchsvolle Einarbeitungen und Freiformflächen enthalten können. Die Formplatten werden hierbei oft in zwei Aufspannungen komplett von sechs Seiten bearbeitet. Spezielle Bearbeitungen wie das Antasten des Rohteils, Tieflochbohren von Kühlkreisläufen oder das Vermessen des Bauteils nach der Bearbeitung auf der Maschine können ebenso wie ein einfacher Bohr- oder Fräszyklus mit hyperMill programmiert und generiert werden.

Schritt zur Automatisierung

Tieflochbohrfräszentrum Samag TFZ 2L-1000
Das sechsachsige Tieflochbohrfräszentrum Samag TFZ 2L-1000 eignet sich, um Formaufbauten in einer Aufspannung vierseitig zu fräsen und Tieflochbohrungen samt Gewinde einzubringen. - Bild: Knarr

Da die Bauteile häufig gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, nutzt das Team um Marco Mergner die in hyperMill enthaltenen Automatisierungsmöglichkeiten. Hervorheben möchte Marco Mergner die Innovationsfreude bei Open Mind. "Sobald eine neue hyperMill-Version verfügbar ist, setzen wir die neuen Strate­gien und Methoden so schnell wie möglich zusammen um. Diese helfen uns oft, noch effektiver zu fertigen und die Qualität unserer Produkte weiter zu verbessern." Auch das Performance-Paket hyperMill Maxx Machining bietet verschiedene innovative Technologien. Die Power-Strategien sorgen beim Schruppen, Schlichten und Bohren für eine hohe Effizienz: "Es ist beispielhaft, wie Open Mind seine Produkte weiterentwickelt." Die Schruppbearbeitung erfolgt in spiralförmigen und trochoidalen Werkzeugbewegungen. Dank der großen axialen Zustelltiefe des Werkzeugs über die gesamte Schneidenlänge kommt es zu einem bis zu 75 Prozent schnelleren Materialabtrag als bei herkömmlichen Strategien, und die Werkzeuge halten deutlich länger.