Moulding Expo

Mehr als 760 Aussteller präsentierten ihr Leistungsspektrum, mehr als 14 000 Besucher informierten sich über neueste Entwicklungen. - Bild: Messe Stuttgart

Die Erwartungen waren für dieses Jahr extrem hoch. Schließlich hatten die Stuttgarter mit der Auftaktveranstaltung vor zwei Jahren ordentlich vorgelegt – die Ausgestaltung der Messe traf die Bedürfnisse und Wünsche der Werkzeug-, Modell- und Formenbauer in der deutschsprachigen Region sehr gut und verstand es, die Lücke mehr als zu füllen, die die Entfremdung der Euromold von ihrer Branche und schließlich das Aus dieser einst so felsenfest etablierten Werkzeugbaumesse in Frankfurt gerissen hatte. Die Moulding Expo ist eine Messe aus der Branche und für die Branche. Die Premiere 2015 war mit viel Euphorie von allen relevanten Branchenverbänden unterstützt worden, es herrschte Aufbruchstimmung. Vor zwei Jahren waren in drei Hallen rund 600 Aussteller vertreten, und bereits damals waren es knapp 14 000 Besucher. Die Premiere der Moulding Expo lief damals parallel zur Control, der internationalen Fachmesse für Qualitätssicherung – hier gab es eine vierstellige Zahl an Besuchern, die von der Control auf die MEX gekommen waren.

In diesem Jahr war die Moulding Expo allein auf dem Messegelände, auch zu einem deutlich späteren Zeitpunkt im Jahreslauf als die Premiere 2015. Deshalb waren nicht nur die Verantwortlichen gespannt auf die diesjährigen Zahlen. Zunächst: Bei den Ausstellern war die Zahl von 600 auf 760 spürbar gestiegen. Eine weitere Halle war dazugekommen, mit den Hallen 3 – 4 – 5 – 6 lag das gesamte Areal der Messe auf einer Ebene. Während in den "geraden" Hallen 4 und 6 die Werkzeug-, Modell- und Formenbauer dominierten, standen die Hallen 3 und 5 klar im Zeichen der Maschinen- und Werkzeughersteller.

Mit etwas mehr als 14 000 Besuchern ist die Zahl der Interessenten an der diesjährigen MEX scheinbar nur leicht gestiegen – möglicherweise dem nicht gerade günstigen Termin im Umfeld der Pfingstferien geschuldet: "Für die Moulding Expo 2019 haben wir das fest im Auge", erklärt dazu Messemacher Florian Niethammer.

Verleihung der Ehrenmedaille
Verdiente Preistäger: werkzeug&formenbau-Chefredakteur gratuliert bei der Verleihung der Ehrenmedaille Margot Schenk und Willi Schmid. Ohne ihren Einsatz wäre die Branche nicht da, wo sie heute steht. - Bild: werkzeug&formenbau

"Wir werden für die kommende MEX einen Termin mit der Branche abstimmen, der günstiger im Jahr liegt. Und wir werden dabei noch dezidierter die Nähe zu Feiertagen und Ferienzeiten, aber auch zu anderen Branchenevents im Blick behalten. Und auch sonst werden wir vom MEX-Team sehr genau auf das hören, was Besucher und Aussteller als Anregungen für Optimierungen einbringen, um die MEX noch weiter zu verbessern." Übrigens: Die nur scheinbar leichte Zunahme der Besucherzahlen relativiert sich zu einem deutlichen Anstieg, rechnet man für einen objektiven Vergleich aus den Zahlen der Premierenveranstaltung jene Besucher heraus, die 2015 die Synergien mit der Control genutzt hatten.

Trends µ-genau

Würdigung für Persönlichkeiten der Branche
Wer auf eine Industriemesse wie die Moulding Expo geht, erwartet zunächst den Fokus auf die Technik. Dabei sind es die Menschen, die diese erst zum Leben erwecken – sie wäre nichts ohne das Know-how und das Engagement der Unternehmer und Mitarbeiter. Um diese Menschen in den Fokus zu rücken und Persönlichkeiten zu würdigen, die sich um die Werkzeug- und Formenbaubranche besonders verdient gemacht haben, schuf die Redaktion der Branchenzeitschrift werkzeug&formenbau die "Werkzeug- und Formenbau Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die Branche". Der Preis soll Ansporn sein für weiteres Engagement und eine Persönlichkeit herausheben, die anderen ein Vorbild sein kann. Den Menschen im Werkzeug- und Formenbaubranche ebenso wie Jugendlichen, die für eine Ausbildung in diesem Berufsbild gewonnen werden sollen.
Eine hochkarätig besetzte Jury mit Vertretern der wichtigsten Organisa­tionen in der Branche – WBA, VDWF und VDMA Werkzeugbau im Fachverband Präzisionswerkzeuge – sorgen für eine objektive und fundiert begründete Wahl. Der erste Preisträger der Ehrenmedaille ist der während der MEX 2015 ausgezeichnete einstige Werkzeugmacher und Sachverständige Karl-Heinz Möller. Auch in diesem Jahr fiel die Entscheidung in der Jury einstimmig: Moritz Wollbrinck (WBA), Ralf Dürrwächter (VDWF) und Alfred Graf Zedtwitz (VDMA) kürten den Werkzeugmacher, Mit-Gründer des VDWF und Vorkämpfer für die Werkzeug- und Formenbaubranche, Willi Schmid, zum Preisträger. Gerade in den mittelständischen Werkzeug- und Formenbauten ist zu beobachten, dass hinter dem Unternehmer meist jemand steht, der dem Werkzeug-Macher den Rücken frei hält und sich darum kümmert, dass der Betrieb läuft. In vielen Fällen die Ehefrau, die nicht selten die eigene Karriereplanung hintangestellt hat und Verantwortung für den Betrieb mit übernimmt. Bei Willi Schmid war es nicht die Ehefrau. Aber ohne Margot Schenk und ihre tatkräftige Unterstützung wären weder das Unternehmen Schenk & Schmid Werkzeugbau noch der VDWF da, wo sie heute stehen. Für diesen Einsatz wurde die Medaille diesmal verdoppelt – Margot Schenk nahm sie auch stellvertretend für all jene Frauen (und bei den immer mehr werdenden Werkzeugbauunternehmerinnen auch für deren Partner), die den Erfolg der Branche zu einem guten Teil mit verantworten.
Der Preis wurde beim Ausstellerabend der Werkzeugbaumesse MEX 2017 unter stürmischem Applaus für die beiden geehrten Persönlichkeiten verliehen.