Strategie

Erfolgreich im Werkzeugbau

Optimal finanzieren

22.03.2017

Die Erfolgsfaktoren von Finanzierungsinstrumenten im Werkzeugbau haben Wolfgang Boos, Michael Salmen, Thomas Kuhlmann, Jens Helbig (WBA Aachener Werkzeugbau Akademie), Karl Kuhlmann und Ulrich Kenk (En.Value-Management-Spezialisten) in einer Studie untersucht. In dieser Folge präsentieren sie die Highlights daraus.

vege - Fotolia

Entscheidend: die richtige
Finanzierung. – Bilder: vege – Fotolia.com

Die zunehmende internationale Wettbewerbsintensität sowie neue Trends wie Industrie 4.0 erfordern kontinuierliche Investitionen, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein. Im komplexen Tagesgeschäft sind zudem Großprojekte vorzufinanzieren und Schwankungen von Zahlungseingängen abzufedern. Für die Sicherstellung einer hohen Wirtschaftlichkeit im Projektgeschäft sowie bei Investitionen ist die Kenntnis über die Möglichkeiten erfolgreicher Finanzierungsformen daher unabdingbar.

Es existieren viele interne und externe Finanzierungsmöglichkeiten, die sich hinsichtlich ihrer Rahmenbedingungen, Finanzierungsumfänge, Laufzeiten und Sicherheiten unterscheiden.
Für eine vorausschauende Planung der Finanzierung von Investitionen und Werkzeugprojekten müssen geeignete Finanzierungsformen ausgewählt werden.

Die gängigsten Finanzierungsformen im Werkzeugbau lassen sich in die fünf folgenden Felder unterteilen: Innenfinanzierung, Finanzierung von Investitionsgütern, Wachstumsfinanzierung, Finanzierung von Aufträgen und Projekten sowie Working-Capital-Finanzierung.

Innenfinanzierung

Die Innenfinanzierung beschreibt die Freisetzung von finanziellen Mitteln aus dem eigenen Unternehmensvermögen sowie der Optimierung der Erträge oder der Kreditoren- und Debitorenlaufzeit ohne Zufuhr externer Finanzierungsmittel. Dies sorgt für stabile und steigende Eigenkapitalquoten und Liquiditätsreserven.

Trends µ-genau
Finanzierung im Werkzeugbau

Die Frage nach den Erfolgsfaktoren von Finanzierungsinstrumenten im Werkzeugbau haben die Experten der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie und die En.Value-Management-Spezialisten in einer gemeinsam erarbeiteten Studie umfassend beantwortet. Die in Kooperation veröffentlichte Studie „Erfolgreich Finanzieren im Werkzeugbau“ gibt einen ausführlichen Überblick über klassische und alternative Finanzierungsformen im Werkzeugbau. Die vollständige Studie kann kostenlos auf der Webseite der WBA heruntergeladen werden:
http://werkzeugbau-akademie.de/angebot/downloads/

Neben der Unabhängigkeit von externen Kapitalgebern fallen auch keine Finanzierungskosten in Form von Zinsen oder Gebühren an. Zudem wird die Bilanz nicht durch Verbindlichkeiten beeinflusst. Jedoch setzt die Innen­finanzierung ein ertragsstarkes Geschäftsmodell voraus, das ausreichend Erträge erwirtschaftet.

Im Einzelnen zählen zu dieser Finanzierungsform auch die Cashflow-Optimierung, die Umschichtungsfinanzierung sowie die Optimierung der Kreditoren- und Debitorenlaufzeit.

Mittel fĂĽr InvestitionsgĂĽter

Beim Kauf von Investitionsgütern sind Werkzeugbaubetriebe längst nicht mehr ausschließlich auf Eigenmittel oder altbewährte Finanzierungsformen wie den klassischen Bankkredit angewiesen. In den letzten Jahren haben alternative Finanzierungsformen wie das Leasing von Sachanlagen auch im Werkzeugbau immer mehr an Bedeutung gewonnen. Beide Möglichkeiten, der klassische Bankkredit sowie das Leasing, eignen sich zur Finanzierung von Investitionsgütern.

Neben den klassischen Bankkrediten gewinnen alternative Finanzierungsformen zunehmend an Bedeutung, darunter vor allem die Direktanlage von Investoren in einem Unternehmen.

WZL Finanzierungsgraphik

Welche MaĂźnahme ist fĂĽr welchen Investitionsfall geeignet – die Finanzierungsformen im Werkzeugbau. – Bild: WBA

Immer mehr kleine und mittelständische Betriebe entdecken aber auch den Kapitalmarkt als eine für sie angemessene Finanzierungsmöglichkeit. Dementsprechend lässt sich Wachstum über Banken, Direktanleger, den Kapitalmarkt sowie über Fördermittel finanzieren.

Aufträge und Projekte

Hausbanken bieten neben klassischen Bankkrediten ebenfalls Auftrags- und Projektfinanzierungen an. Der Werkzeugbau kann zur projektbezogenen Vorfinanzierung von Material- oder Wareneinkauf und eventuell begleitenden Dienstleistungen ebenfalls auf diese Art der Finanzierung zurĂĽckgreifen.

Insbesondere dann, wenn Teilzahlungen des Kunden nicht immer zum Stichtag auf dem Konto eingehen, stabilisiert diese Vorfinanzierung einzelner Projekte die Finanzlage.
Dabei können kurzfristige Aufträge oder Werkzeugprojekte mit einem Mindestwert von 150 000 Euro mit üblicherweise bis zu 70 Prozent des Auftragsvolumens vorfinanziert werden.

Die Kosten einer Auftrags- oder Projektfinanzierung liegen in den meisten Fällen in ähnlicher Höhe oder knapp über den Kosten eines Kontokorrentkredits. Die Finanzierungskosten sind von der Bonität des Werkzeugbaus sowie dem spezifischen Auftrag abhängig.

„Working-Capital-Management“ ist ein gerade in Deutschland bisher eher vernachlässigter Optimierungsansatz zur Liquiditätsbeschaffung.
Der Werkzeugbau kann damit jedoch im Umlaufvermögen gebundenes Kapital freisetzen und effektiver in Investitionen für ein nachhaltiges Wachstum einsetzen.

Effizientes Working Capital

Durch einen effizienten Einsatz des Working Capital könnten allein in Deutschland bis zu 57 Mrd. Euro an Kapital freigesetzt werden. Dabei haben vor allem deutsche Werkzeugbau­betriebe mit einer durchschnittlichen Working-Capital-Quote von 26,9 Prozent erheblichen Nachholbedarf.

Die Working-Capital-Quote beschreibt den Teil des Umlaufvermögens, der langfristig finanziert ist. Dabei sind die Mög­lichkeiten des Working-Capital-Managements vielfältig: Neben dem klassischen Bankkredit kann kurzfristige Liquidität – etwa per (Reverse-)Factoring oder Fine­trading – frühzeitig gesichert ­werden.

Die richtige Wahl der Finanzierungsform ist fĂĽr die gezielte UnterstĂĽtzung des Unternehmenswachstums von entscheidender Bedeutung.

Der deutsche Werkzeugbau steht der Herausforderung einer erhöhten internationalen Wettbewerbsintensität gegenüber, die Investitionen in neue Trends zwangsläufig erforderlich macht.
Für die Finanzierung dieser Investitionen stehen dem Werkzeugbau neben klassischen Bankkrediten zahlreiche alternative Finanzierungsformen zur Verfügung. Für die Auswahl und den wirtschaftlichen Einsatz geeigneter Finanzierungformen ist es wichtig, sich umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren.

Die richtige Wahl der Finanzierungsform ist gerade für die gezielte Unterstützung des Unternehmenswachstums von entscheidender Bedeutung, denn die meisten Finanzierungsformen weisen unterschiedliche Vor- und Nachteile auf. Welche Finanzierung zu welchem Unternehmen passt, hängt stark von den individuellen Gegebenheiten ab.

Kontakt:  Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, www.wzl.rwth-aachen.de


Anzeige

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie weiterhin auf dieser Website bleiben, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close