Continental Driving Simulator

Der Bau des Driving Simulator war für Kegelmann und Continental eine neuartige, zudem erfolgskritische Herausforderung. – Bild: Continental

| von Kegelmann Technik GmbH

Das Technologieunternehmen Continental trat im April mit der anspruchsvollen Aufgabe an Kegelmann Technik heran, in nur wenigen Monaten bis September einen präsentationsfähigen Fahrsimulator für die IAA 2019 zu bauen. Mit dem Driving Simulator der Networked Mobility demonstrierte Continental auf der IAA 2019 die eigenen Produktinnovationen und Ansätze für die Mensch-Maschine-Interaktion in einer vernetzten Mobilität.
Der Simulator zeigt, wie vernetzte Systeme, Lösungen und Services von Continental ganzheitlich das Nutzererlebnis von morgen bestimmen und die Mobilität sicher, intelligent und stressfrei gestalten.

Bei diesem Projekt bewies Kegelmann Technik die Kompetenz und Schlagkraft von über 30 Jahren Erfahrung in additiver Fertigung in Verbindung mit einer enormen Bandbreite innovativer Fertigungsverfahren unter einem Dach. Dadurch wurden Projektsicherheit, Flexibilität und Geschwindigkeit aus einer Hand gewährleistet, die vom Kunden erwartete Qualität im Rahmen eines erfolgskritischen Projektmanagementpfades wurde termingerecht geliefert.

Eine gelungene Partnerschaft

"Aufgrund der hohen technologischen Ausstattung, Fachexpertise und Professionalität seitens unseres Partners Kegelmann Technik waren wir in der Lage, das Projekt qualitativ und zeitlich sicher ins Ziel zu bringen!" resümiert Stephan Wetzel, Project Director, Continental Automotive GmbH.
Reiner Nett, Geschäftsführer der Kegelmann Technik GmbH, ergänzt: "Wir hatten immerhin ein halbes Auto rund um die innovativen Lösungen von Continental zu bauen – und das innerhalb von nur fünf Monaten. Noch dazu in IAA-Qualität, der wichtigsten Automobilmesse. Darauf sind wir einfach nur sehr stolz."

Den kritischen Pfad gemeistert

Kegelmann Technik konnte anhand dieses Projektes Qualität, Termintreue, umfassende Technologieexpertise und innovative Lösungen auf komplexe Herausforderungen durch anspruchsvolle Kunden unter Beweis stellen. Die Produktion des Driving Simulators war komplett auf dem kritischen Pfad, es gab keinerlei Puffer, es durfte nichts schiefgehen. Alle Planungs- und Produktionsprozesse hingen zeitlich und logisch voneinander ab, alle Elemente hatten also keinerlei zeitliche Reserven. "Letztendlich konnten wir Continental überzeugen durch die enorme Bandbreite innovativer Fertigungsverfahren unter einem Dach in Verbindung mit dem über viele Jahre erworbenen Technologiewissen der Mitarbeiter", erläutert Reiner Nett weiter.

Technologische Vielfalt

Beim Bau des Driving Simulators kamen eine Vielzahl von Technologien einzeln oder in Kombination, nacheinander oder gleichzeitig zum Einsatz:

Die (halbe) Karosserie musste höchsten technischen und ästhetischen Ansprüchen genügen. Die Karosserie wurde mit GFK-Laminaten in einer CNC-gefrästen Negativform realisiert. Die spätere Class A-Freiformoberfläche erhält dadurch eine hohe Genauigkeit und Glätte und stellt quasi die Schokoladenseite dar. Diese wurde dann durch Lackieren veredelt.
Die Oberflächenbeschaffenheit der Rückseite ist für Funktion und Design weniger entscheidend und bleibt weitgehend unbehandelt. An den definierten Funktionsstiften und Verbindungspunkten und -flächen erfolgt die Integration komplexer SLS-Funktionsteile in das Laminat.
Das Stereolithografieverfahren (SLA) kam an den Felgenblenden zum Einsatz, da die Materialbeschaffenheit ein Finishing mit hoher Oberflächengüte erlaubt. Das tiefe Schwarz der Felgenblende kommt so besonders gut zur Geltung.
Das Logo "Continental" an der Felgenblende wurde nicht 3D-gedruckt, sondern erodiert, um noch größere Kantenschärfe und markenprägendes Design zu gewährleisten.
Das Interieur und das Multifunktionslenkrad wurden mit Leder kaschiert. Die angedeutete Windschutzscheibe wurde mittels Thermo-Forming hergestellt. Die nahtlose Einstiegsleiste aus Aluminium stellte aufgrund der Krümmung und ihrer Länge eine besondere Herausforderung an die Mitarbeiter an der Fräse, da die Bruchgefahr bei diesem filigranen Bauteil sehr groß war.

Um die Produkte der Mensch-Maschine-Interaktion und Vernetzung der Continental (Display für autonomes Fahren, Audiolösung „Ac2ated Sound“, Echtzeit-Vernetzung auf Basis von 5G-Technologie) herum hat Kegelmann Technik in kürzester Zeit einen aufmerksamkeitsstarken Simulator gebaut, der die Präsentation erklärungsbedürftiger Innovationen auf Messen oder in Showrooms enorm erleichtert. vg