Sie weisen zudem eine geringe Änderungsflexibilität auf. Die heutigen Anforderungen des Marktes erlauben ein solches Vorgehen allerdings kaum noch, da der gesamte Prozess der Produktentstehung aktuell einem strukturellen Wandel unterliegt.

Dem Werkzeugbau kommt dabei eine Schlüsselposition zu: Kundenwünsche müssen zukünftig auch spät im Werkzeugerstellungsprozess zu geringeren Kosten und in kürzerer Zeit umgesetzt werden können. Vor allem gegenüber Qualitäts- und Kostenkriterien wird dieser Aspekt an Bedeutung gewinnen und zu nachhaltiger Differenzierung im Wettbewerb führen.

Hochiterative und konventionelle Produktentwicklung
Abbildung 1: Hochiterative und konventionelle Produktentwicklung im Vergleich. - Bild: WBA Aachener Werkzeugbau Akademie GmbH

Der als Synonym für den aktuellen Wandel der Produktentwicklung verwendete Begriff des Agile Developments stammt ursprünglich aus der Softwareentwicklung. Dank der hohen Dynamik internationaler Märkte und die Notwendigkeit, diese Dynamik durch eine Flexibilisierung der eigenen Prozesse abzubilden, findet sich der agile Ansatz zunehmend auch in der Hardwareentwicklung wieder. Die kurzzyklische Entwicklung eines neuen Produkts nach agilen Methoden ist in Abbildung 1 dargestellt.

Dabei werden während des Frontloadings zunächst Anforderungen mit dem Kunden abgestimmt, anschließend in einzelnen Anforderungsbestandteilen mittels Prototypen realisiert und ausgiebig mit dem Kunden getestet. Unter Primotypen werden seriennahe Produkte verstanden, die final mit dem Kunden evaluiert werden und anschließend in die Serienproduktion übergehen.

Aus der Übertragung der agilen Methoden auf den Werkzeugbau ergeben sich drei Handlungsfelder, die im Folgenden skizziert werden. Eine ausführliche Beschreibung findet sich in der Studie Agile Tool Development.

Das übergeordnete Ziel ist das Angebot eines aufeinander abgestimmten Spektrums an Entwicklungsleistungen des Werkzeugbaus für die Produktentwicklung. Die grundlegende Maßgabe der agilen Produktentwicklung ist die Zerlegung des Gesamtsystems in mehrere Teilsysteme, an denen parallel gearbeitet werden kann. Wichtig für eine solche Gliederung ist ein werkzeugbauweit durchgängiges und einheitliches Verständnis des Werkzeugs. Darüber hinaus kann auch in einem höheren Abstraktionslevel die Entwicklungsaufgabe der Werkzeugentwicklung als eine produktionstechnische Optimierung von Produkt, Werkzeug und Produktionsprozess gesehen werden. Zukünftig kann dem Kunden so zum Beispiel die digitale Absicherung von Produkt und Prozess in Form von Simulationen als Entwicklungsleistung angeboten werden.

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