Moulding Expo 2019, Eingang

Die Moulding Expo lockte im Mai wieder viele Besucher auf das Stuttgarter Messegelände. - Bild: Messe Stuttgart

Auch in ihrer dritten Auflage bestätigte sich die Moulding Expo – oder kurz „MEX“, wie sie inzwischen von vielen genannt wird – als lebendiger Mittelpunkt des deutschen und europäischen Werkzeug-, Modell- und Formenbaus. Neueste Trends und Entwicklungen standen im Fokus des Branchenevents, das sich fest im Kalender der Werkzeug-, Modell- und Formenbauer etabliert hat. Viele Besucher kamen gut vorbereitet und mit konkreten Projekten auf die Messe. „Die Qualität der Besucher ist überdurchschnittlich hoch, 79 Prozent sind laut unseren Erhebungen Einkaufs- und Entscheidungsträger“, erklärte Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart. „Zudem stammen 30 Prozent der Besucher direkt aus dem Werkzeug- und Formenbau selbst. Die Messe hat Marktplatzcharakter, sie ist zweifellos angekommen.“

Moulding Expo 2019, Besucher
Die Qualität der Messsebesucher ist überdurchschnittlich hoch, 79 Prozent von ihnen sind Einkaufs- und Entscheidungsträger. - Bild: Messe Stuttgart

Auch rund die Hälfte der Aussteller kam aus dem Kernbereich der Werkzeugbaubranche. Die Messe bot einmal mehr eine stabile Plattform, auf der sich Aussteller mit Kunden und Zulieferern, aber auch mit ihren Kollegen aus der Branche austauschen können. „Aus meiner Sicht ist es die vornehmste Aufgabe einer Messe, Menschen zusammenzubringen“, erklärte Kromer. „Und das ist bei der Moulding Expo bestens gelungen.“ Im Schnitt verbrachte der Besucher 1,3 Tage auf dem Messegelände. Für Kromer der Beleg für das offenkundig sehr gut auf die Branche abgestimmte Angebot. Die Moulding Expo gewinnt auch international mmer mehr an Bedeutung: Die Zählung weist insgesamt 12 943 Fachbesucher aus 59 Ländern aus, die sich mitten in der stärksten Industrieregion Europas die Produkt- und Dienstleistungsangebote von 705 Ausstellern ansahen. Aus dem Ausland kamen dabei 17 Prozent der Besucher, die die Fachmesse unter anderem zur Anbahnung und Koordination von Kooperationsprojekten nutzten.

Die nächste Moulding Expo findet von 8. bis 11. Juni 2021 statt. Sie sind doch wieder dabei, wenn sich im Juni 2021 die Tore der Moulding Expo öffnen?

Dieser Aspekt stand beispielsweise auch für das Unternehmen Cavalier Tool & Manufacturing aus dem kanadischen Windsor-Cluster im Vordergrund, das erstmalig als Aussteller vertreten war: „Wir sind effizienter, wenn wir gemeinsam mit Partnern an einem Strang ziehen, anstatt zu konkurrieren“, erklärte Brian Bendig, Inhaber des Unternehmens mit 150 Mitarbeitern. „Diese Philosophie wollen wir mit unserer Präsenz auf der Fachmesse Wirklichkeit werden lassen. Denn der Markt ist groß genug für alle.“
„Die Messe war gut besucht und die Stimmung am Stand sehr gut“ fasste Frank Amende, Vertriebsleiter bei Strack Norma, den Messebesuch zusammen. „Wir hatten viele qualitativ hochwertige Gespräche mit Entscheidungsträgern aus aller Welt. Besonders unser Konzept, auch auf Sonderanfertigungen, Produktmodifikationen und flexible Anpassungen zu setzen, fand großen Anklang. Auch die Resonanz aus Märkten, die für uns und unsere Branche eine große Relevanz besitzen, war sehr positiv.“

„Die Qualität der Besucher ist überdurchschnittlich hoch, 79 Prozent von ihnen sind laut unseren Erhebungen Einkaufs- und Entscheidungsträger. Die Messe hat einen Marktplatzcharakter geschaffen, sie ist zweifellos angekommen.“ Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart (Bild: Messe Stuttgart)

Für Kern Microtechnik, Hersteller von CNC-Fertigungszentren, bedeutet die Moulding Expo Chance und Herausforderung zugleich: „Auf der Messe sind die Fachleute der Werkzeug-, Modellund Formenbau-Unternehmen vor Ort, die bei uns ganz dezidiert auf der Suche nach Lösungen für konkrete Projekte sind“, erläuterte Geschäftsführer Simon Eickholt. „Die Leads, die wir hier generieren, sind von höchster Qualität. Auch weil die Werkzeugmacher natürlich maximale Ansprüche an Oberflächengüte und zunehmend auch an automatisierte Lösungen stellen.“
Gerade für Dienstleister und Zulieferer ist die Moulding Expo zu einer interessanten Plattform geworden. „Mit dem klaren Fokus auf den Werkzeug-, Modell- und Formenbau könnte die Messe für mich nicht besser ausgerichtet sein“, erklärte Marcel Bestenlehrer, Geschäftsführer des Poliertechnikspezialisten Bestenlehrer. „Die Veranstaltung ist darüber hinaus ein echter Branchentreffpunkt – sie hat genau die richtige Größe, die Wege sind kurz: Werkzeugmacher,deren Kunden und die Dienstleister finden sich hier zum schnellen, spontanen Austausch zusammen – auch nach Messeende.“

Das sagt die Redaktion

Etablierte Branchenleitmesse

Auch wenn die Besucherzahlen noch Luft nach oben haben – die Qualität der Messebesucher ist unbestritten. Die Moulding Expo ist inzwischen die Weltleitmesse der Branche. Das zeigt auch, dass dieser Marktplatz rund um Produkte und Dienstleistungen der Werkzeug-, Modell- und Formenbauer nicht nur national Entscheider anlockt – auch aus dem relevanten Ausland kommen immer mehr Besucher (und auch interessante Aussteller) nach Stuttgart. Die Messe ist allemal einen Besuch wert – und wenn man verantwortlich ist für sein Unternehmen, ist der Gang über die Leistungsschau schiere Pflicht: Wo sonst kann man auf so engem Raum so viele relevante Neuerungen, Trends und Entwicklungen entdecken und die Voraussetzungen schaffen, sie in die Praxis umzusetzen? Wo sonst den Austausch mit Kollegen aus Inund Ausland vorantreiben? Es lohnt sich auf jeden Fall. Richard Pergler

Auch in diesem Jahr hat wieder eine sehr beachtliche Anzahl an VDMA-Mitgliedern auf der Moulding Expo ausgestellt: „Vertreten waren insbesondere die Bereiche Werkzeug- und Formenbau, Normalien, Vorrichtungen, Zerspanwerkzeuge, Spanntechnik und Längenmesstechnik mit mehr als 1200 m2 Standfläche“, erklärte Markus Heseding, Geschäftsführer der VDMA-Fachverbände Präzisionswerkzeuge sowie Mess- und Prüftechnik. „Mit der dritten Auflage hat die Moulding Expo ihren Platz unter den Top-Werkzeugbaumessen der Welt insbesondere über die hohe Besucherqualität und hohe Internationalität wieder bestätigt.“

Der VDMA Werkzeugbau nutzte den wichtigsten Branchenevent des Jahres zudem, um die neue Initiative Fairness+ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Unter dem Motto „Ein Plus für alle“ wirbt die Initiative um eine bessere, effizientere und erfolgreichere Zusammenarbeit aller Partner entlang der Wertschöpfungskette Werkzeugbau. Damit zielt sie darauf ab, eine Win-Win-Situation für alle beteiligten Unternehmen – vom Materiallieferanten bis zum Werkzeugbaukunden – zu schaffen.

Zukunftsforum Werkzeug- und Formenbau

Moulding Expo 2019, Zukunftsforum
Der Stand des verlag moderne industrie mit dem Zukunftsforum Werkzeug- und Formenbau war auch 2019 gut besucht. - Bild: wortundform

So alt wie die Messe ist das Zukunftsforum Werkzeug- und Formenbau - präsentiert vom Branchenmedium werkzeug&formenbau am Stand des verlag moderne industrie. Erstklassige Referenten vermittelten Expertenwissen, erläuterten Grundsatzthemen und gaben praxisrelevante Handlungsempfehlungen zu Themen, die den Blick auf die Zukunft der Werkzeug-, Modell- und Formenbauunternehmen richten. So sprach etwa VDWF-Präsident Prof. Thomas Seul über den richtigen Umgang mit Innovationen, die die Zukunftsfähigkeit sowohl der Branche als auch des eigenen Unternehmens sichern sollen, und zeigte Wege, dieses Themenfeld effizient anzugehen.

Lesen Sie dazu auch unser MEX-Interview: "Sechs Fragen an Prof. Thomas Seul, VDWF-Präsident"

Ulrich Rosenberg, Leiter des Bereichs „Werkzeugtechnik“ bei der gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik GmbH in Meinerzhagen, sprach über Vorteile und Herausforderungen bei konturfolgender Temperierung in Spritzgießwerkzeugeinsätzen.
Die genossenschaftliche Initiative „Marktspiegel Werkzeugbau“, die den Unternehmen der Branche in einem Benchmark wichtige Daten zur allgemeinen Lage, aber auch über Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens liefert, präsentierte Benedikt Ruf, Mitgründer und Geschäftsführer des Startups Gindumac.

Raphael Rohde, Technologiemanager bei Phoenix Contact in Blomberg, zeigte, wie digitale Werkzeugdaten und -identifikation die Fertigung optimieren können.
Die Messung von Werkzeugbeschichtungen, die einen wesentlichen Einfluss auf Zykluszeit und Bauteilqualität haben, ist alles andere als trivial – Matthias Korres vom Kunststoffinstitut Lüdenscheid verriet, auf was es ankommt.
Und unter dem Motto „Additive Technologien im Werkzeugbau – verpasste Chance oder Königsweg?“ diskutierte werkzeug&formenbau-Chefredakteur Richard Pergler mit den Experten Christoph Dörr (Branchenmanager Werkzeug- und Formenbau beim Unternehmen Trumpf in Ditzingen) und Joachim Seele (Leiter des Bereichs Sales Support bei GF Machining Solutions in Schorndorf) über die künftige Rolle der 3D-Verfahren im Werkzeug-, Formen- und Modellbau und wie sie sich in bestehende Prozessketten optimal integrieren lasssen.

Die MEX BOX war heiß begehrt

MEX BOX, Give-away, Moulding Expo 2019
Die MEX BOX, das begehrte Give-away auf der Moulding Expo 2019. - Bild: Messe Stuttgart

Erneut setzte die Moulding Expo einen Schwerpunkt bei Nachwuchsförderung und Weiterbildung. Zum zweiten Mal realisierte Professor Steffen Ritter (Hochschule Reutlingen) mit einem Studententeam das MEX-Give-Away, das auf der Messe live spritzgegossen wurde.

Wie ist die MEX BOX entstanden? Lesen Sie dazu unseren Beitrag "Die MEX BOX, Give-away der Moulding Expo 2019, geht in Serie".

„Die Brotzeitdose MEX BOX war der Knaller“, freute er sich. „Wir bekommen sehr gutes Feedback – zum Produkt selbst, aber auch auf die Art, wie wir es entwickelt haben.“ Ideenfindung, Bauteilkonstruktion, Kriterienkatalog, Werkzeugkonzept und -konstruktion: Alles haben die Studenten mit Partnern aus Branchenunternehmen gestemmt. Für den Professor ein Beispiel, wie Akteure auf einer Fachmesse zusammengebracht werden. nh

Moulding Expo Special

Sie konnten in Stuttgart nicht dabei sein? Kein Problem, in unserem "Moulding Expo Special" haben wir die Highlights für Sie zusammengefasst.